Uli & die Demenz: Ideen, um Menschen mit Demenz zu begleiten

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Worauf ich achten muss, wenn ich für demente Menschen da sein will

Erinnerungen an Hund Max oder Sohn Phillip können bei fortgeschrittener Demenz schnell erlischen
Demente Menschen erinnern sich oft nur schwer an Namen und deren Funktionen – eine Pinnwand mit Bildern und Beschreibungen können hier hilfreich sein (Foto: Fotolia)

Je nach Demenz-Phase kann man Betroffene anders begleiten. Hier einige Tipps, die in unterschiedlichen Stadien angewandt werden können.

Grundlegend im Umgang mit dementen Menschen ist, dass man ihnen hilft, Erinnerungen festzuhalten. Außerdem hilft es, wenn man Betroffenen Sicherheit vermittelt.

Eine Pinnwand mit Fotos

„Wer war das nochmal? Und woher kenne ich diese Person?“ Diese Fragen konnte Frau Lindacher in ihrer Demenz nicht mehr beantworten. Ihr Ehemann hatte eine gute Idee. Er besorgte Fotos von allen nahen Angehörigen und Bekannten. Die befestigte er an einer Pinnwand. Und darunter schrieb er die Namen und Funktionen der Personen: „Peter, Ehemann“. „Rolf, Bruder“. „Sabine, Tochter.“ „Max, Schäferhund.“ Frau Lindacher saß gerne vor der Pinnwand und schaute die Fotos an. Sie wirkte dabei zufrieden. Ein weiterer Vorteil der Pinnwand: Frau Lindacher musste eines Tages ins Altenheim. Die Pinnwand mit den Fotos fand einen schönen Platz in ihrem neuen Zimmer. Und das hatte einen großen Vorteil. Als Frau Lindacher eines Tages von „Max“ redete, wusste die Schwester sofort: Das ist der Schäferhund, und nicht der Ehemann. Und sie konnte entsprechend reagieren.

Eine Anregung also: Bestücken Sie eine Pinnwand mit den Fotos der engsten Vertrauenspersonen. Schreiben Sie die Namen der Personen und ihre Funktion dazu.

Helfen Sie mit Worten aus

Dementen Menschen entgleitet viel. Sie wissen manchmal nicht mehr, wer sie sind. Und ihnen fehlen die Worte, um sich auszudrücken. „Ich bin kein Kompletter“, sagte letzte Woche Herr Bauer, als ihm die Worte nicht mehr einfielen. Hier gilt es, mit Worten auszuhelfen. Verschiedene praktische Maßnahmen können dabei helfen, Worte anzustoßen. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Geschichten vorzulesen und Redensarten zu nennen, die ergänzt werden können. Das gibt Worte vor – und wenn etwas erkannt wird, vermittelt es Selbstvertrauen. In meinen Büchern habe ich viele Redensarten und Geschichten aufgeschrieben, die ich hundertfach in der Praxis getestet habe. Am besten geeignet sind natürlich Geschichten oder Bücher, die den Betroffenen früher selber einmal bewegt haben.

Über Uli Zeller
Uli Zellers aktuelles Buch heißt „Frau Franke sagt Danke. Mutmachgeschichten für Menschen mit Demenz“. Bekannt wurde der Krankenpfleger, Journalist und Theologe durch seine Vorlesebücher für Menschen mit Demenz und einen Ratgeber für Angehörige aus christlicher Sicht. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion.

 

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Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema „Demenz und Seelsorge“ ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

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