Uli & die Demenz: Aktivieren mit Farben-Domino

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Auch mit einer fortgeschrittenen Demenz kann man noch spielen

Dementiell Veränderte können mithilfe von Farben und Formen häufig am beste Zusammenhänge erkennen und ertasten.
Bei fortgeschrittener Demenz sind Gesellschaftsspiele häufig schwierig zu finden und verlangen nach Geduld und den richtigen Spielen. (Foto: Fotolia)

Herr Hauser sind viele Spiele zu schwierig. Seine Demenz ist bereits zu weit fortgeschritten. Aber endlich. Jetzt habe ich ein Spiel gefunden, bei dem er mitmachen kann: Farben-Domino. Die Idee stammt aus dem Buch „Aktiv trotz Demenz“ .

Spielidee

Eine Betreuungsperson kann entweder mit einem dementen Spieler alleine – oder auch mit einer Gruppe spielen. Wie beim klassischen Domino müssen die Spieler verschiedene Steine aneinander legen.

Speziell bei Demenz

Gewinnen und verlieren rückt häufig in den Hintergrund. Der Weg ist das Ziel. Unterhaltung und schön gemeinsam erlebte Zeit sind viel wichtiger als etwa ein korrekter Spielverlauf.

Farben-Domino selber basten – Materialliste

Um selber ein Farben-Domino zu basteln, benötigen Sie Karton, buntes Bastelpapier und Papierkleber. Zum Schneiden ist eine Schneidemaschine vorteilhaft. Alternativ geht’s auch mit Lineal, Geodreieck, Bleistift und Schere – allerdings ist das zeitaufwendiger.

Menge & Größe

Ich habe mir einen Satz mit 30 Domino-Steinen gebastelt, auf denen es vier verschiedene Farben gibt. Das Basteln (mit Schneidemaschine) dauerte ein gute Stunde. Je nach Menge der Steine und Farben kann ich den Schwierigkeitsgrad anpassen. Meine Dominosteine sind jeweils 5×10 cm groß. Zwar überlege ich mir manchmal, etwas größere Domino-Steine zu basteln. Dann können sie von den Teilnehmern nämlich noch besser betrachtet und bestaunt werden. Da sie im Format 5×10 cm aber super in meiner Tasche Platz haben, habe ich mich gegen das größere Format entschieden – und dafür Platz für noch viel mehr Spiele in meiner Tasche.

Herstellung

Ich habe 30 Kartons in der Größe 5×10 cm ausgeschnitten. Außerdem 60 Quadrate aus buntem Papier (5×5 cm). Jeweils etwa 15 rote, gelbe, grüne und blaue Quadrate. Damit das Spiel wie ein gewöhnliches Domino funktionieren kann, habe ich auf jeden Karton zwei Papierquadrate geklebt. Meist zwei verschiedenfarbige Quadrate. Aber manchmal auch zwei gleiche Quadrate.

Tücken beim Spielen

Demenziell veränderte Spieler legen die Rechtecke immer mal wieder an der falschen Stelle an. Oder sie wissen überhaupt nicht mehr, was sie mit den Steinen tun sollen. Das macht aber nichts. Spaß und Unterhaltung stehen ja im Vordergrund. Wenn ein Spieler den Spielverlauf stört, oder zu sehr damit beschäftigt ist, seinen Stein zu bestaunen und zu betasten, kann man diesen Spieler in einer Runde auch einmal auslassen.


Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema „Demenz und Seelsorge“ ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

 

 

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Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema „Demenz und Seelsorge“ ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

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