Die Qual der Wahl

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Pflegeheime gibt es viele, das Richtige zu finden schwer

Eine große Auswahl an Seniorenheimen erschwert die die Entscheidung - achten Sie auf individuelle Bedürfnisse
Stehen Angehörige vor einer Seniorenheim-Wahl empfiehlt es sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen (Foto: Fotolia)

Werden Vater oder Mutter pflegebedürftig oder sollen in ein Heim, ist es immer wieder eher Zufall, ob man die bestmögliche Einrichtung für die Angehörigen auswählt. Fakt ist, dass der unbedarfte Laie gar nicht weiß, worauf er achten muss. Deshalb hier ein paar Tipps.

Der richtige Filter führt ans Ziel

Die Wahl des richtigen Pflegeheims hängt fast ausschließlich von den individuellen Bedürfnissen und Erfordernissen des künftigen Bewohners ab. In geringerem Umfang auch von der räumlichen Entfernung zu Angehörigen und vertrauten Bezugspersonen. Doch auch hier muss man meist abwägen, weil nicht alle Vorteile auf eine Adresse zutreffen.

So müssen der betroffene Senior oder seine Angehörigen in Kenntnis seiner Vorlieben klären, ob das künftige Zuhause eher im Trubel der Stadt liegen soll oder doch eher im Grünen, wo es ruhig ist und der Ausblick auf die Gezeiten der Natur intensiv. Auch die Entfernung zu etwaigen Besuchern und deren Mobilität beziehungsweise Verkehrsanbindung spielt dabei eine Rolle.

Sehr relevant sind auch die Ausstattung des Zimmers und des Hauses sowie der therapeutischen Angebote, wenngleich auch hier jeder andere Ansprüche an Komfort oder Bedarfe an Unterstützung hat. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (Bagso) empfiehlt, hier sehr sorgfältig abzuwägen und nichts spontan zu entscheiden.

Vielseitige Angebote

Für manchen Bewohner ist etwa wichtig, ob er sein geliebtes Haustier mitbringen und im eigenen Zimmer halten kann – und ihn das Personal im Bedarfsfall unterstützt, damit das Tierwohl nicht gefährdet ist. Andere legen großen Wert auf gutes Essen, vielleicht sogar in gepflegtem Ambiente, oder ausreichende Kontakt- und Freizeitangebote.

Wichtige Aspekte können auch Einzelzimmer oder Übernachtungsmöglichkeiten im Haus für auswärtige Gäste sein. Eine individuelle Checkliste können Interessierte auf der Webseite www.weisse-liste.de der Bertelsmann-Stiftung zusammenstellen und sich für die persönliche Findung ausdrucken.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Vor einer Entscheidung empfiehlt es sich laut Bagso, mit der Hausleitung zu sprechen und dabei auch die Personalausstattung zu erfragen sowie das Umfeld des Hauses zu erkunden. Manche Häuser bieten auch an, erst zur Probe dort zu wohnen oder zumindest mal eine Nacht testweise dort zu verbringen, um etwa wahrzunehmen, wie (un-)ruhig es dort nachts zugeht.

Formale Aussagen zum sogenannten Pflege-Tüv, bei dem der Medizinische Dienst der Krankenkassen Noten verteilt, haben sich als nicht relevant erwiesen. Dagegen sind manche Häuser tatsächlich zertifiziert, etwa mit dem Siegel des Instituts für Qualitätskennzeichnung von sozialen Dienstleistungen www.iqd.de.

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Leonhard Fromm (Jg. 1963) ist Gründer der Pflegebibel. Der Theologe und Wirtschaftsjournalist, der sich vielfach sozial engagiert, schreibt vor allem über Management in der Pflege. Der zweifache Vater interessiert sich für Zahlen, Daten, Fakten: „Verändern kann das System nur, wer seine Spielregeln versteht.“

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