Uli & die Demenz: Wenn die Worte fehlen

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Durch gezielte Impulse Sprache bei Menschen mit Demenz ankurbeln

Knüpfen Sie an den den Tätigkeiten und Freuden an, die der Bewohner erlebte
Geschichten oder Sprüche helfen dementen Menschen oftmals sich zu erinnern (Foto:Fotolia)

„Ich gehe in den-“ … Ja, wohin nur? Frau Burger fehlen die Worte. Dass sie „Garten“ sagen wollte, fiel ihr nicht mehr ein. Wie kann man Menschen mit Demenz zum Reden anregen? Wie kann man ihnen helfen, auf die richtigen Worte zurückgreifen zu können?

Singen Sie Lieder

Wenn Sie ein Lied anstimmen, regen Sie damit noch viel mehr Areale im Gehirn an als nur durch Sprache. Probieren Sie es einmal mit einem Volkslied wie „Hoch auf dem gelben Wagen“. Auch Kirchenlieder eignen sich häufig gut, wenn Ihr Gegenüber christlich geprägt ist – und positive Erinnerungen mit dem christlichen Glauben verbindet. Etwa: „Großer Gott, wir loben dich.“.

Benutzen Sie Redensarten

Er kommt auf keinen grünen … Zweig. Säge nicht an dem Ast, auf dem du … sitzt. Der dümmste Bauer erntet die dicksten … Kartoffeln. Redensarten zum Thema „Draußen im Garten“ stoßen bei Frau Berger neue Worte an. Wenn sie erraten werden, machen sie selbstbewusster. Sie finden solche Redensarten im Duden, Band 11 – oder in vielen Vorlesebüchern für Menschen mit Demenz.

Verwenden sie andere Begriffe

Ich habe auch schon versucht, Betroffene mit anderen Wörtern auf die richtige Fährte zu locken: Was reimt sich auf „warten“? Was reimt sich auf „starten“? – Ah, der … Garten! Oder: Dort ist es grün. Man pflanzt dort. Auch Blumen wachsen dort. Und man muss Unkraut jäten. – Im … Garten. Oder: An diesem Ort kann man viel tun: pflanzen, umgraben, gießen, säen, ernten, düngen, jäten, gärtnern. – Ach so – es ist der … Garten.

Lesen Sie vor

Ich schreibe Bücher mit Vorlesegeschichten, weil ich viele gute Erfahrungen mit Vorlesen gemacht habe. Vorlesegeschichten kurbeln den Redefluss an. Und legen dem Zuhörer Begriffe und Sätze in den Mund. Natürlich ist es ideal, wenn Sie Texte haben, zu denen Ihr Gegenüber einen Bezug hat. Wenn er viel im Garten gearbeitet hat, nehmen Sie zum Beispiel Geschichten, die im Grünen handeln. In meinen Büchern finden Sie beispielsweise Geschichten mit Tieren – und Geschichten zur Natur und zu Jahreszeiten.

Über Uli Zeller
Uli Zellers aktuelles Buch heißt „Frau Franke sagt Danke. Mutmachgeschichten für Menschen mit Demenz“. Bekannt wurde der Krankenpfleger, Journalist und Theologe durch seine Vorlesebücher für Menschen mit Demenz und einen Ratgeber für Angehörige aus christlicher Sicht. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion.


Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema „Demenz und Seelsorge“ ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

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Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema „Demenz und Seelsorge“ ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

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