Man lernt nie aus: So bleibt das Hirn fit

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93-Jähriger lernt am PC den Umgang mit Datenbank- und E-Mailprogrammen

Joachim Kokott ist über 90 Jahre alt und lernt immernoch gerne – online am PC (Foto: privat)

Nicht schlecht: Mit seinen 93 Jahren ist Joachim Kokott ein echter Computerfreak. Seit 1986 in Rente, arbeitet er sich über das Lernportal „Skillport“ durch alle Microsoft-Programme. Genauso analysiert er E-Mail-Software im Detail und kennt die Vor- und Nachteile von Internet-Browsern. „Ich habe Freude daran, Neues zu lernen“, begründet der Kölner seinen Computer-Enthusiasmus.

Egal ob Word, Excel, Powerpoint und die Datenbank Access, Windows 8.1 oder das World Wide Web: Joachim Kokott zeigt, wie das Hirn jung bleibt: Er lernt online über den Skillport von E-Learningmarktführer Skillsoft, wie aktuelle Software funktioniert. Der global agierende Anbieter stellt diese sonst nur Kurse für Firmen zur Verfügung. Der Kölner hat aber einen bisher einzigartigen Privatzugang bekommen.

Alter ist nur eine Zahl: Lernen hält jung

Die Kurse hat mir Frau Leidig über den Skillport so schön aufbereitet. Ich weiß gar nicht, womit ich das verdient habe“, sagt der Ausnahme-Senior bescheiden. Kokott hatte sich nur auf der Homepage von Skillsoft umgeschaut. Dadurch hatte er Kursbeispiele zugeschickt bekommen. Die gefielen ihm und so fragte der gelernte Bäcker an, ob er als über 90-jähriger Privatmann auch noch Kurse über Office und Access 2010 belegen dürfte. Selbstverständlich kam die Antwort und so erhielt der diplomierte Tabellierer, wie Programmierer früher hießen, einen Testzugang mit gewünschten Kursen in Vollversion.

“Engagement ist klasse”

Das ist kostenlos für Herrn Kokott, denn wir finden sein Engagement klasse. Er schickt mir einfach so auch immer wieder Zwischenberichte“, freut sich Carola Leidig, Vertriebsinnendienstlerin bei Skillsoft in Buchholz. Etwa, dass er aktuell mit der Datenbank Access 2010 angefangen hat. Und dass er bereits Backstage- und die Navigationsansicht auseinanderhalten, Datenbänke sowie Vorlagen einrichten kann.

Kokott: „Interesse beseelt“

Seine neu erlernten Fähigkeiten wendet der Vater von drei Kindern auch direkt an: In der Verwaltung der Kölner Seniorengemeinschaft (KSG). Nachdem er rund 30 Jahre als Anwendungsprogrammierer gearbeitet hatte, wurde der Lindenthaler hier direkt nach der Rente Mitglied, also bereits vor 27 Jahren. Kurze Zeit später verabschiedeten sich die Karteikarten aus der Verwaltung und der Computer hielt Einzug. Kokotts Name ist bei der KSG fest mit diesem Umbruch verbunden. Jeden Morgen erscheint er pünktlich im Büro und geht seiner ehrenamtlichen Arbeit nach. „Meine Frau kennt mich nicht anders, ich war schon immer umtriebig. Aber ich lasse es nun ruhiger angehen. Seit einer Weile arbeite ich nur noch vormittags“, sagt der seit 58 Jahren verheiratete Familienvater.

Layouter mit 90

Der rüstige Rentner hatte sehr bald eine intelligente Tabelle erstellt, durch die Kursbesuche der Teilnehmer nur einmal eingegeben werden mussten und an den richtigen Stellen erschienen. So lassen sich mit geringem Aufwand Bescheinigungen für Zuschüsse der Krankenkasse erstellen. Denn nur wer oft genug an Aqua Fitness oder Wirbelsäulentrainings teilnimmt, bekommt die Bescheinigung. Auch das Umstellen des Windows Betriebssystems und von Office hat er sich zur Aufgabe gemacht. Und am Layout der Mitgliederzeitschrift ist Kokott ebenfalls beteiligt.

IT macht in jedem Alter Spaß

Der erste kleine PC in der KSG-Verwaltung mit 64K, für den sogar die Software noch selbst gestrickt werden musste, war seiner. Heute arbeitet Kokott auf seinem neuen Laptop mit Windows 8.1. Das Update von Windows 7 hatte er sich selbst aufgespielt und eingerichtet. „E-Mails rufe ich mit Mozilla Thunderbird ab und Internetseiten besuche ich über den Firefox-Browser. Die sind viel klarer und leichter einzustellen als die Windows-Pendants“, weiß der Profi.

Lernen ohne Ton

Kokott sagt über sich, dass er ein visueller Lerntyp ist, und die Onlinekurse ihm deshalb mehr Spaß machen als normale Klassenzimmerseminare. Den Ton schaltet er beim Lernen am liebsten aus. Und sein Wissensdurst ist so schnell nicht zu stillen: „Interesse beseelt“, sagt der Kölner überzeugt. Ihm sind keine Grenzen gesetzt: „Wenn er mit dem Office-Paket durch ist, kann er gern mit anderen Desktop, IT- oder auch Business-Themen weitermachen“, sagt Thomas Neuschäfer, Skillsoft-Standortleiter in Buchholz.

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