Vogelmanns Perspektive: Lob und Anerkennung den Pflegekräften?

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Fehlanzeige!

Sie hätten es verdient! Keine Frage. Trotzdem: Öffentlicher Dank kommt selten. Selbst die regelmäßig erscheinenden Fachzeitschriften halten sich zurück.

Dabei ist es wichtig, den Menschen Lob und Anerkennung auszusprechen, die täglich sämtliche Widrigkeiten im Kauf nehmen. Die ihren Dienst am pflegebedürftigen Menschen erbringen. Und das mit gelebter Menschlichkeit.

IQD-Experte Gregor Vogelmann (Foto: IQD)

Lob und Anerkennung haben sie verdient. Weil sie ein unerträgliches Bewertungssystem durch MDK und Heimaufsicht eben doch ertragen.

Lob und Anerkennung, nicht weil sie die schweigsamen Leistungserbringer sind, die gegen die Missstände nicht laut aufschreien. Aber, weil sie sich bemühen, aus jeder Situation das Beste zu machen.

Lob und Anerkennung, weil sie sich zerreißen, um bei Krankheit von Kollegen durch Engagement, die Schicht, den Tag für die ihnen anvertrauten Menschen zu bewältigen. Das geht oft über Belastungsgrenzen hinaus.

Lob und Anerkennung auch deshalb, weil sie einen Beruf ausüben und dabei bleiben, obwohl dieser in den Medien nur durch Negativschlagzeilen zur Geltung kommt.

Lob und Anerkennung, weil sie durch ihre Persönlichkeit Wege finden, die körperlichen und psychischen Arbeitsbelastungen aufzuarbeiten.

Lob und Anerkennung für alle Pflegende! Das auszusprechen ist das Mindeste.

Es ist an der Zeit, dass für diese Menschen mehr getan wird. Es sind schon zu wenig und es werden immer weniger!

Gregor Vogelmann vom IQD kommentiert in seiner 14-tägigen Kolumne “Vogelmanns Perspektive” aktuelle Entwicklungen auf dem Pflegemarkt. Als Experte spricht er Klartext, kritisiert und erklärt.

2 KOMMENTARE

  1. Trotz Fachkräftemangel: Wertschätzung durch Arbeitgeber? – Fehlanzeige!

    Wertschätzung drückt sich auch duch Lob und Anerkennung aus – aber auch in menschenwürdigen Arbeitsbedingungen sowie in leistungsgerechter und angemessener Entlohnung. Dies lassen aber viele Anbieter vermissen. Wie sonst ist es zu verstehen, wenn noch immer höchste Renditen durch private Pflegeanbieter erzielt werden – zu Lasten der Pflegekräfte und pflegebetroffenen Menschen? (siehe dazu http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=2047.0)

    Der Kommentar von Gregor Vogelmann zielt dagegen in Richtung Öffentlichkeit. Es wird unterschwellig unterstellt, dass die Öffentlichkeit den in der Pflege tätigen Menschen kein Lob und keine Anerkennung zuteil werden läßt. Das ist ein großer Irrtum! Pflegekräfte genießen sehr hohe gesellschaftliche Wertschätzung, das ist durch Studien belegt. (siehe dazu http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=2011.0)

    Fakt ist dagegen, dass der Großteil der Bevölkerung sich nicht vorstellen kann, selbst in der Pflege tätig zu sein – was widerum mit den Arbeitsbedingungen, Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten der Branche zusammenhängt.

    “Lob und Anerkennung für alle Pflegende! Das auszusprechen ist das Mindeste. Es ist an der Zeit, dass für diese Menschen mehr getan wird. Es sind schon zu wenig und es werden immer weniger!” Diesen Aussagen von Gregor Vogelmann kann man leicht zustimmen.

    Die prekäre Situation im Pflegebereich zu ändern ist allerdings letztlich Aufgabe der Politik und der Pflege-Selbstverwaltung!

  2. In der Tat ist das Ansehen und Vertrauen der Gesellschaft in der Pflege hoch. Jedoch warum. Weil er als hoch belasteter Beruf mit hoher körperlicher und vor allem psychischer Belastung gesehen wird. Die professionelle Kompetenz und der spezifische Beitrag der Pflege wird jedoch selten gesehen.

    Auch ich halte die Wertschätzung durch den Arbeitgeber auch durch gute Rahmenbedingungen für entscheidend! Und es gibt sie auch noch!

    Pflegekräfte sollten hier vor allem selbst aktiv zu werden und nicht nur jammern und von außen auf bessere Bedingungen zu hoffen! Sie sollten selbstbewusst auftreten, im Job und in der Öffentlichkeit, ihre Kompetenz betonen, solidarisch Handlungsmöglichkeiten suchen und konsequent so lange die Stelle wechseln bis sie einen guten Arbeitgeber finden!

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