Richtig Zähneputzen in der Pflege

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So halten eigene und dritte Zähne länger

Richtiges Zähneputzen. So bleiben eigene Zähne und die Prothese sauber. (Foto: Fotolia)

„Warst du schon Zähneputzen?“ Eine Frage, die an Zu-Bett-Geh-Rituale aus Kindertagen erinnert. Schon die ganz Kleinen lernen: Zahnpflege ist wichtig. Mit der richtigen Putztechnik ist es ganz einfach, Zähne gesund zu erhalten.

Mit der weichen Borste in der Pflege Zähneputzen

Zuerst muss die richtige Zahnbürste her. Zu harte oder abgeschnittene Borsten sind tabu. Sie tragen Zahnsubstanz ab und verletzen das Zahnfleisch. Besser eignen sich laut Sabine Köhler, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zahnärzte Verbands, weiche, abgerundete Borsten. Darauf ein perlengroßer Klecks fluoridhaltige Zahnpasta. Denn Fluoride binden Kalzium, härten so den Zahnschmelz und schützen vor Säure und Bakterien.

Zwei Mal am Tag putzen Pflegende das Gebiss der Älteren

Die als Kind gelernte Putzroutine, morgens und abends, reicht auch für Erwachsene aus. Wichtig ist vor allem, gründlich vorzugehen. „Schauen Sie beim Zähneputzen bewusst auf die Uhr“, rät Köhler. Zwei bis drei Minuten gelten als optimal. Bei vielen elektrischen Zahnbürsten ist ein Zeitmesser integriert.

Im Pflegeheim wichtig: Putztechnik und -routine

Wesentlich für ein strahlendes, gesundes Lächeln, ist außerdem die richtige Putztechnik. Am gängigsten und vergleichsweise einfach ist die Bass-Technik. Dabei setzt man die Bürste im 45 Grad Winkel an den Zahn, sodass auch ein Teil des Zahnfleisches berührt wird. Dann wird gerüttelt und zur Kaufläche hin ausgewischt. Wer sich die Putzarbeit erleichtern will, greift zur E-Zahnbürste. „Diese wird an jeden Zahn leicht angedrückt und erledigt den Rest von selbst“, erklärt die Expertin. Egal für welche Bürste das eigene Herz schlägt, „jeder sollte sich eine gewisse Systematik angewöhnen.“ Das heißt konkret: Rechts oben außen anfangen und sich Zahn für Zahn nach links oben außen vorarbeiten.

Achtung Zahnfleisch: Nicht zu sehr drücken

„Zu viel Druck ist der am weitesten verbreitete Fehler“, so die Zahnmedizinerin. Der Zahnschmelz werde dauerhaft geschädigt. Empfindliche Zahnhälse oder Zahnfleischreizungen sind die Folge.

Zahnseide. Wer’s braucht.

Für schwer erreichbare Zahnzwischenräume empfiehlt Köhler gesonderte Pflege – und zwar täglich. Mit Zahnseide kommt man bei kleinen Abständen gut zurecht. Sind die Zwischenräume durch vorausgegangene Zahnfleischentzündungen oder andere Faktoren vergrößert, eignen sich Interdental-Sticks aus Silikon besonders gut. Die flexible Spitze reinigt schonend und ohne Verletzungsgefahr.

Auch die Prothese will gereinigt sein

Am künstlichen Gebiss festigt sich kein Karies. Trotzdem muss geputzt werden. Sonst drohen Mundgeruch oder Zahnfleischentzündung. Kunstzähne herausnehmen und mit einer Zahnbürste oder Prothesenbürste putzen. „Prothesenbürsten haben den Vorteil, dass sie von der Form her dem Zahnersatz angepasst sind und mehr Druck aushalten“, sagt Professor Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer.

Zahnpasta: Ja oder nein?

„Zahnpasta ist relativ teuer, enthält Fluoride und Putzkörperanteile, die für den Zahnersatz nicht unbedingt von Vorteil sind“, sagt Zahnarzt Oesterreich. Er empfiehlt, die Dritten mit flüssiger Handseife oder nur mit handwarmen Wasser zu säubern. Zusätzlich können Pflegende oder die Betroffenen selbst die Prothese in Wasser legen und eine spezielle Reinigungstablette dazugeben. „Diese Mittel sollen Bakterien beseitigen und hartnäckige Beläge lösen“, so Oesterreich. Sie ersetzen aber nicht die normale Pflege mit einer Zahn- oder Prothesenbürste.

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