Vogelmanns Perspektive: Qualität ist mehr als eine Note

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Halten Sie an Ihren Idealen fest

Seit Jahren stehen die sogenannten Transparenznoten des MDK in der Kritik und das teils massiv. Zu wenig Aussagekraft wirft man ihnen vor. Kein Wunder, der bundesweite Durchschnitt liegt bei 1,3. Nur Top-Pflegeheime also oder wird hier ein in sich defizitäres Beurteilungssystem angewendet? Möglicherweise gar eines, das ein politisch gewolltes Ergebnis präsentiert?

IQD-Experte Gregor Vogelmann (Foto: IQD)

Durch mehr als 15 Jahre als Pflegesachverständiger, in denen ich über 700 Einrichtungen der Altenhilfe besucht habe, kann ich eines feststellen: Es gibt qualitative Unterschiede – vereinzelt sogar große. Wobei hier immer eine MDK-„Bestnote“ Perfektionismus nach innen und außen signalisiert.

Schon bevor die Pflege-Noten 2009 eingeführt wurden, fand in den Häusern eine kritische und systematische Selbstreflexion des Pflege- und Betreuungsprozesses statt. Die Lebenssituation der Bewohner verbesserte sich immens. Beispielsweise durch Fortschritte in Dekubitus- und Sturzprophylaxe, Mobilisierung und Ernährung. Insbesondere aber dank Angeboten in der Tagesstruktur, welche die Bewohner fördern und unterhalten. Diese konzeptionellen Weiterentwicklungen zu den heutigen Wohn- und Betreuungsformen zeigt, wie kreativ die Branche ist. Obwohl Politiker und Kostenträger oft taub für dringend notwendige Änderungen der Rahmenbedingungen sind.

Die Qualität der Arbeit (vor den Pflege-Noten) wurde durch Ihr Engagement verbessert, durch Ihre Visionen, Ideale und Leitbilder geprägt. Ich möchte Sie ermuntern, dass Sie Ihre Arbeit wieder vermehrt auf diese Werte ausrichten und Kollegen, Bewohner und Vorgesetzte mit einbeziehen. Werden Sie kein Knecht eines übergestülpten Bewertungssystems!

Gregor Vogelmann vom IQD kommentiert in seiner 14-tägigen Kolumne “Vogelmanns Perspektive” aktuelle Entwicklungen auf dem Pflegemarkt. Als Experte spricht er Klartext, kritisiert und erklärt.

2 KOMMENTARE

  1. Guten Tag,
    ich bin pflegender Angehöriger seit einiger Zeit und habe eine große Skepsis gegenüber “Experten” entwickelt. Beim Lesen dieser Kolumne entstanden Fragen, die ich gerne stellen würde:
    1. Macht der Besuch von Pflegeheimen, auch bei weit mehr als 700, jemanden zum Experten für Pflegethemen? Besser gefragt, was macht Sie, Herr Vogelmann zum Experten?
    2. An wen richtet sich Ihre Kolumne? Denn mir erscheint die Wahl der Worte eher geeignet, den einen oder anderen Theoretiker etwas zu bedeuten, als denen, die sich am Menschen mit der Pflege beschäftigen?
    Immerhin empfinde ich es als durchaus positiv, dass sich dem Thema “Pflege” angenommen wird.
    Frdl. Gruß
    Rainer Pick

    • Lieber Herr Pick, ich habe Ihren Kommentar weitergeleitet. Danke für’s Lesen und Mitgestalten. Ihr Pflegebibel-Team

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