24-Stunden-Betreuung

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Vom ambulanten Pflegedienst bis zur osteuropäischen Hilfe zuhause

Viele ambulant gepflegte Senioren benötigen nur wenig, aber beständig Hilfe. Foto: Fotolia

Ambulante Pflegedienste erfüllen alle pflegerischen Wünsche, doch die Möglichkeiten sind wie Bausteine eines Puzzles und sehr vielfältig. Doch es gibt viele Fälle, die eine andere pflegerische Betreuung benötigen. Wann sich Kräfte aus dem Ausland lohnen und auf welchem Wege sie eingestellt werden können, zeigen wir hier.

24-Stunden-Betreuung kann wegen verschiedenen Gründen sinnvoll sein. Etwa wegen schwereren Fällen wie bei der 85-jährigen Annegret Kessler aus dem Saarland. Oder wegen vielen, kleinen Handreichungen wie im Fall von Martin Kovalec aus Baden-Württemberg.

Zum Beispiel…

Bei Annegret Kessler hatte sich Parkinson und eine leichte Demenz eingestellt. Das hieß, dass sie beim Waschen, Anziehen, Kochen und vielem mehr immer Hilfe benötigt. Gleichzeitig ist sie vor allem nachts verwirrt und muss beruhigt werden. Ihre Kinder möchten einen Altersheim-Aufenthalt herauszögern, weil sich die alte Dame wild und lautstark dagegen wehrt. Also suchten und fanden sie eine rumänische Pflegekraft über eine Agentur.

… Gründe für das Beauftragen externer Betreuer

Bei Martin Kovalec dagegen läuft die Betreuung nicht wirklich rund um die Uhr. Der 70-Jährige braucht fürsorgliche Nähe, um nicht zu vereinsamen und damit im Fall der Fälle jemand erreichbar ist. Denn oft wird dem Schwaben schwindelig oder er benötigt regelmäßig Hilfe bei vielen Handgriffen. Etwa auf der Toilette. 40 Prozent ambulant versorgerter Senioren brauchen diese Hilfe. Bei ihm lebt deshalb ein 40-jähriger Pfleger aus Spanien.

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung befragte ambulante Pflegedienste. Diese sehen bei jedem 20. Klienten den Bedarf für eine 24-Stunden-Betreuung als gegeben an. Ob bei der Hausarbeit, beim Einkaufen, Essen, Waschen und Bewegen. Und Angehörige können immer öfter nicht so viel leisten. Die meisten kennen es: Arbeit, Kinder, Arbeit, Kinder. Also lassen sie es sich eventuell etwas oder etwas mehr kosten. Die Möglichkeiten sind vielfältig:

Checkliste zur Übersicht:

  • Ambulanter Pflegedienst:
    Stundensatz zwischen rund 15 (Hilfskraft) und 40 Euro (Fachkraft)
  • Einzelne Fachkraft über Agentur, die in der Wohnung mitlebt:
    rund 6000 Euro im Monat
  • Einstellen einer Haushaltshilfe aus Osteuropa über Agentur für Arbeit und deren Zentralstelle für Auslandsvermittlung oder direkt:
    rund 2000 Euro im Monat, 38,5 Stunden pro Woche; Nur einfache pflegerische Tätigkeiten (Einkaufen, Kochen, Waschen, Putzen; Unterstützen beim Essen, Trinken, Kleiden, Bewegen, Haut-, Mund-, Nagelpflege, Toilettengang)
  • Dienstleistungsvertrag mit einer Firma aus Osteuropa:
    zwischen 1200 und 2200 Euro im Monat, je nach Qualifikation und Sprachkenntnissen; Nur einfache pflegerische Tätigkeiten (s.o.); Haushaltshilfe bleibt Arbeitnehmer der Firma, ist nicht vom Angehörigen weisungsgebunden.
  • Einstellen selbstständiger Betreuerinnen aus Osteuropa:
    zwischen 1300 und 2200 Euro im Monat; Nur einfache pflegerische Tätigkeiten (s.o.); Manche Behörden werfen eventuell Scheinselbstständigkeit vor, doch bisher wurde keine Privatperson deswegen rechtlich belangt.

Leider sind Haushaltshilfen auch illegal in Deutschland beschäftigt. Die Wenigsten davon sind sozialversicherungspflichtig angemeldet. Fachliche und charakterliche Fähigkeiten sind bei diesen Hilfen völlig ungewiss. Experten gehen von 8,5 Millionen Menschen aus, die Schwarzarbeit leisten. Man „hört“ von Kosten ab rund 1500 Euro im Monat.

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