Fotoprojekt: Pflege bekommt ein Gesicht

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Pfleger-Portraits lösen Facebook-Hype aus

Krankenpfleger und Fotograf Jörg Siegwarth hat eine Idee: Er will mit Portraits zeigen, welche Menschen hinter dem Pflege-Beruf stecken. “Pflege bekommt ein Gesicht” heißt sein Projekt. Er startet einen Aufruf auf Facebook. Binnen Stunden melden sich 200 Freiwillige.

(Foto: Jörg Siegwarth)

Anonyme Pflege

„Ursprünglich dachte ich an 20 Models“, erzählt Siegwarth. Selbst gelernter Krankenpfleger, weiß er, was seine Kollegen täglich leisten. Sein Fazit: Leider bleibt durch das hohe Arbeitstempo kaum Zeit für persönlichen Kontakt zu Patienten. Zudem anonymisiert die einheitliche Arbeitskleidung die Alltagshelden.

Individualität zeigen

„Dabei hat es diese Berufsgruppe so sehr verdient, gezeigt zu werden“, sagt der Flensburger. Schließlich ergreift er selbst die Initiative und ruft das Projekt: „Pflege bekommt ein Gesicht“ ins Leben. Er will Menschen, die in unterschiedlichen Berufen in der Pflege arbeiten in Portraitform ablichten. Einen Facebook-Post und drei Tage später, kann sich der Fotokünstler vor Anfragen kaum retten. „Der Beitrag ging Samstagvormittag online. Bis Montag hatten ihn mehr als 26.000 Menschen gesehen“, erzählt er überwältigt.

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Acht Termine für 200 Models

Anstatt 20 trudeln mehr als 200 Anfragen ein. Weit mehr als erwartet. Trotzdem steht Siegwarth, der neben der Fotografie zu 50 Prozent pflegerisch tätig ist, zu seinem Wort: „Ich fotografiere jeden, der kommt.“ Fotowillige können an einem von acht Terminen in seinem Atelier in Flensburg vorbeischauen. Die Shootings sollen mindestens bis Oktober laufen.

Alles für lau

Wichtig: Alle Models tragen Zivilkleidung. „Ich will die Menschen zeigen, nicht die Uniform“, erklärt Siegwarth. Rund 240 Stunden Fotografie investiert der Norddeutsche in sein Pro-Bono-Projekt. Außerdem bereitet er die Events vor, wählt die besten Bilder aus und rückt die Porträtierten per Photoshop ins perfekte Licht. Denn den Höhepunkt der Aktion markiert eine Ausstellung – soweit sein Plan.

„Es wird Zeit für eine angemessene Würdigung“

Siegwarths Ziel ist klar: „Ich möchte meine Kollegen öffentlich zeigen und sie somit würdigen. Damit sie wissen, es gibt mindestens einen, der toll findet, was sie tun.“ Unter den Bildern wird keine Berufsbezeichnung, kein Alter stehen. Nur der Vorname und ein kurzes Zitat á la „Das hält mich in der Pflege“. Wo die Ausstellung stattfindet, ist ebenso noch offen.

„Es wird auch einen Bildband geben“, berichtet Siegwarth. Diesen wird man über den Online-Shop des Fotografen bestellen können.

Erster Termin: Diskussionen inklusive

Am 30. Juni hat Siegwarth die ersten Freiwilligen fotografiert. 15 Pflegende – fast alle, die sich angemeldet hatten – waren da. “Wir haben nicht nur die Bilder gemacht, sondern auch diskutiert, gelacht und das schöne Wetter gemeinsam genossen”, erzählt der Initiator. Alles in allem ein gelungener Auftakt.

Weitere Infos:
Alles zum Projekt und zur Teilnahme finden Sie auf der Facebook-Seite Pflege bekommt ein Gesicht.

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Jahrgang 1989, „Die Pflegebiblerin“ hat Medienwirtschaft in Stuttgart studiert, langjährige Jugendleiterin, lernte den Online-Journalismus bei ProSiebenSat.1 Digital kennen, arbeitete in einer Londoner Nachrichtenagentur, hat die besten Ideen beim Wandern und ist begeisterte Köchin. Ihr Lebensmotto: Wenn Plan A nicht funktioniert, bleiben noch 25 andere Buchstaben.

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