Flüchtlinge zu Pflegepersonal ausbilden

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Enquetekommission Pflege in Baden-Württemberg setzt auf Flüchtlinge und Migranten

Viele Asylbewerber waren in ihrer Heimat in der Pflege beschäftigt oder würden sich gerne zu Altenpflegern ausbilden lassen (Foto: Fotolia)

Pflegeeinrichtungen empfiehlt der Vorsitzende der Enquetekommission Pflege des Landtags von Baden-Württemberg, Helmut Walter Rüeck (CDU), direkt bei den Menschen in Asylunterkünften für eine Ausbildung in der Pflege zu werben. Die Kommission arbeitet seit Juni 2014.

Hintergrund der Aufforderung des Christdemokraten ist der Pflegenotstand. Demnach unterschreiten aktuell immer mehr Häuser im Südwesten und in anderen Bundesländern die gesetzlich vorgeschriebene Fachkräftequote von 50 Prozent. Ein offenes Geheimnis, über das weder geredet wird, noch dass es in den Medien stattfindet.

Dabei wird sich der Mangel verschärfen. In Baden-Württemberg steigt die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um 120.000 auf dann 370.000 Personen. Das bedeutet 54.000 zusätzliche Beschäftigte in der Branche. Laut Rüeck kommen aktuell auf 100 freie Stellen nur 28 Bewerber, so dass sich die Lücke schtbar vergrößert.

Enquetekommission Pflege berichtet im Januar im Landtag

Wegen dieser Brisanz hatte die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg im Juni 2014 eine 15-köpfige Enquetekommission eingesetzt, der Mitglieder aller Fraktionen angehören. Ende Januar 2016 wird die Kommission ihren ersten Bericht in den Landtag einbringen, der dann dort erörtert wird.

Bei den Flüchtlingen als Personalreserve argumentiert der Christdemokrat, diese fänden so niederschwellig in den Arbeitsmarkt. Auch in deren Herkunftsländern “findet Pflege statt – professionell oder in der Familie.” Zudem kämen die Migranten aus Kulturkreisen, in denen die Alten geehrt werden.

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Leonhard Fromm (Jg. 1963) ist Gründer der Pflegebibel. Der Theologe und Wirtschaftsjournalist, der sich vielfach sozial engagiert, schreibt vor allem über Management in der Pflege. Der zweifache Vater interessiert sich für Zahlen, Daten, Fakten: „Verändern kann das System nur, wer seine Spielregeln versteht.“

34 KOMMENTARE

  1. Herr Rüeck beweist damit, dass es ihm nicht nur am nötigen Sachverstand für die Pflegeenquete fehlt, sondern noch dazu an jeglichem Feingefühl. Flüchtlinge haben sicher andere Sorgen, als unseren Pflegenotstand zu lösen. Und der Begriff “niederschwelliger” Einstieg wertet nicht nur das Bildungs- und Qualifikationsniveau dieser Menschen ab, sondern führt das pflegerische Professionalisierungsstreben in Deutschland gerade in Verbindung mit der Aussage “…oder in der Familie.” vollständig ad absurdum. Wenn jeder der einmal in der Familie gepflegt hat, das auch per se auf hohem professionellem Niveau beherrscht, brauchen wir uns ja künftig keine Sorgen mehr um das Qualitätsniveau der Pflege in Deutschland machen. Zumal die Landesregierung in Baden-Württemberg unter der Federführung von Katrin Altpeter ja auch gerade die Fachkraftquote mit ihrer Personalverordnung erfolgreich unter 50% gesenkt hat.

    • Hallo Herr Hübner,
      danke, dass Sie sich mit Ihrer Meinung zeigen. Ich unterstelle Herrn Rüeck gar nichts, weiß aber, dass aktuell immer mehr Pflegeheime in Deutschland unter die Fachkräftequote von 50 Prozent rutschen. Die brauchen weder Qualität noch Moral, sondern einfach helfende Hände, damit die alten Menschen bspw. bei der Hitze nicht dehydrieren. Und ich weiß, dass viele Flüchtlinge sich in Deutschland nützlich machen wollen, egal wo und wie, weil ihnen das ihre Selbstachtung gebietet. Und ich weiß, dass gerade in Pflegeheimen diese Integration und der Spracherwerb super gelingen, weil die Fachkräfte für jede helfende Hand dankbar sind.
      Ich höre aus Ihren Zeilen Zynismus, Verbitterung und Enttäuschung. Ich wünsche Ihnen, bei aller berechtigter Kritik, dass Sie (auch) das Gute sehen können. Bis zum Beweis des Gegenteils unterstelle ich dies auch Herrn Rüeck. Freundlichst, Leonhard Fromm

  2. Ach, wer weiß. Ich würde den Menschen eine Chance geben. Die wollen doch vor allem eins: Überleben und wieder eine Bestimmung, einen Sinn in ihrem Leben und sich nützlich machen. Daraus schöpfen Entwurzelte vielleicht auch Kraft und Hoffnung. Wenn da jemand von den Flüchtlingen eine pflegerische oder medizinische Ausbildung hinter sich hat, lässt sich darauf ja aufbauen. Inhaltlich wie sprachlich.

  3. Lieber Herr Fromm,
    es ist schön, wenn Sie darauf hinweisen, dass “immer mehr Pflegeheime in Deutschland unter die Fachkräftequote von 50 Prozent rutschen”. Ihre Anmerkung “Die brauchen weder Qualität noch Moral …” empfinde ich aus Sicht der pflegebetroffenen Menschen und auch aus Sicht der Pflegekräfte als Affront!
    Es braucht nicht einfach nur mehr helfende Hände, sondern MEHR PFLEGE-FACHKRÄFTE. Die Gründe dafür, dass die vorgegebene Fachkraftquote teils nicht erfüllt wird, wird von Ihnen leider nicht erwähnt. Deshalb ein paar Hinweise und Infos nachfolgend dazu.

    1) Anbieter sind verantwortlich dafür, dass sie immer mehr Leiharbeitskräfte einsetzen, dass sie oft nur befristete Arbeitsverträge anbieten, dass sie wenig bezahlen – zusammenfassend: dass Pflegeberufe insgesamt wenig attraktiv sind.
    2) Anbieter hatten schon immer die Möglichkeit ehrenamtliche Helfer einzusetzen, die Pflegekräfte dadurch zu entlasten, indem sie sie für BETREUENDE Tätigkeiten (NICHT für pflegerische Hilfstätigkeiten!) einsetzen. Zudem besteht die Möglichkeit “zusätzliche Betreuungskräfte nach §87b SGB XI” zu beschäftigen.
    3) Pflegekräfte wünschen sich sehnlichst mehr gut ausgebildete, sozialkompetente Fach-Kolleginnen und -Kollegen, damit die Arbeitsbelastung für sie deutlich reduziert wird und sie lange Jahre selbst in der Pflege arbeiten können, denn sie lieben ihren Beruf – leiden aber zunehmend unter den negativen Arbeitsbedingungen und -belastungen.

    Um nicht missverstanden zu werden: ich habe nichts gegen Flüchtlinge, Migranten etc. im Pflegebereich – sofern sie a) die deutsche Sprache beherrschen, b) sofern sie pflegefachlich versiert sind, c) sofern sie von den pflegebedürftigen Menschen akzeptiert werden.

    Aber offensichtlich ignoriert Herr Rüeck (als Vorsitzender der Enquetekommission Pflege!), dass wir hier in Deutschland MEHR PFLEGE-FACHKRÄFTE benötigen und nicht einfach nur “mehr helfende Hände”. Im übrigen ist kaum vorstellbar, dass geflüchtete, teils traumatisierte Menschen aus den Herkunftsländern Syrien, Afghanistan, Somalia, Sudan, Dem. Rep. Kongo, Myanmar, Zentralafrikanische Republik, Irak, Eritrea (siehe http://de.statista.com/statistik/daten/studie/186108/umfrage/herkunftslaender-von-fluechtlingen/http://de.statista.com/statistik/daten/studie/186108/umfrage/herkunftslaender-von-fluechtlingen/) eine pflegefachliche Ausbildung nach hier geltenden Gesetzen und Verordnungen vorweisen können. Genausowenig ist vorstellbar, dass sie als Betreuungskräfte die Erwartungen an sie erfüllen können.

    Als Vorsitzender der Enquetekommission Pflege betreibt Herr Rüeck leider einen sehr durchsichtigen, menschenverachtenden Populismus. Eine fachliche Auseinandersetzung ist offenbar dagegen nicht gewünscht, siehe dazu u.a. http://bawue.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++24d3b0b4-215e-11e5-b464-525400248a66. Was Pflegekräfte selbst dazu zu sagen haben, ist in vielen Pflege-Foren u.a. bei Facebook nachzulesen. Ein Pfleger hat es gut auf den Punkt gebracht: https://pflegewecker.wordpress.com/author/pflegewecker/

    Ich würde mir wünschen, wenn Herr Rüeck das Rück-Grad hätte, als Vorsitzender der Enquetekommission Pflege schnellstens von seinem Amt zurückzutreten!

    Mit freundlichen Grüßen

    Reinhard Leopold c/o HEIM-MITWIRKUNG
    Unabhängige Selbsthilfe-Initiative für Pflegebetroffene
    http://www.heim-mitwirkung.de

    • Lieber Herr Leopold,
      knackige Statements statt Ko-Referate wären mir hier lieber. Sie wiederholen sich darin, was alles nicht geht. Ihren Lösungsweg sehe ich nicht. Herr Rüeck zeigt seinen und Sie möchten, dass er zurücktritt. Ich finde gut, dass er sich mit seiner Position zeigt. Während wir beide hier texten, hat im Pflegeheim noch immer niemand der dürstenden Greisin ein Glas Wasserr gereicht. Das ist die Realität. Gruß, Leo Fromm

  4. Lieber Herr Fromm,
    offensichtlich haben Sie meinen Lösungsvorschlag wohl übersehen: MEHR FACH-PFLEGEKRÄFTE durch ATTRAKTIVE ARBEITSBEDINGUNGEN. Die Anbieter sind in der PFLICHT, ihre vertraglichen Verpflichtungen für eine menschenwürdige Pflege zu erfüllen! Und es gibt tatsächlich Heimbetreiber, die innovative Ideen dazu entwickeln: https://www.fachkraftauktion.de/ 😉

    Beste Grüße
    Reinhard Leopold

    • Hallo Herr Leopold,
      danke für den Link. Unter “stationäre Pflegefachkräfte” findet sich aber kein einziger Eintrag. Und den Pflegemangel jetzt allein an die Arbeitgeber (in einem regulierten Markt) zu delegieren, ist mir zu einfach. Die Branche hat ein strukturelles (Finanzierungs-)Problem. Da geht es letztlich um die Frage, mehr Geld in dieses System umzuleiten: Nehmen wir es also dem Bildungssektor weg? Der Verkehrsinfrastruktur? Erhöhen wir den Pflegeversicherungsbeitrag (und belasten damit erneut den Faktor Arbeit!)? Mir werden diese Themen in unserem Land – angesichts der Not – viel zu flapsig diskutiert.

  5. … die “Fachkraftauktion.de” ist meines Wissens nach noch nicht lange am Markt – insofern noch nicht verwunderlich, dass dort (leider) noch nichts zu finden ist. Das wird sich aber hoffentlich bald ändern 😉

    Es gibt kein “strukturelles (Finanzierungs-)Problem” – die Pflegeselbstverwaltung hat in der Vergangenheit ihre Möglichkeiten nicht ausgeschöpft (siehe dazu http://www.menschenwuerde-in-der-altenpflege.de/Verantwortung/verantwortung.php).
    Und Fakt ist, dass sehr viel Geld dem System entzogen wird, durch Fehlanreize, durch Betrug, Korruption und Leistungsmissbrauch etc. pp. (siehe dazu http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1946.msg3676#msg3676 + http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=2261.0)

    => Ich stimme Ihnen aber zu: Den Pflegemangel haben nicht nur die Anbieter, sondern auch z.T. die Politik zu verantworten – letztere durch die politischen Rahmenbedingungen und konsequentes Durchgreifen bei den schwarzen Schafen der Branche!

    • “Die Politik” sind wir alle: mit unserem (Wahl-)Verhalten, unserem (Nicht-)Engagement und unseren Steuern, Abgaben, Gebühren bzw. Leistungen, die wir empfangen. Mich nervt dieses allgemeine Verstecken wirklich seit Jahrzehnten. Werden Sie konkret. Wer ist “die Politik”? Die Kanzlerin? Die SPD-Fraktion? Die Bundesrats-Mehrheit? Haben Sie dort je versucht, mituzuwirken oder gar eine Mehrheit hinzubekommen? Sie beantworten jede Frage mit einem Internet-Link. Das kann man auch machen – und nichts wird sich ändern.

  6. Da stimme ich Ihnen aus vollem Herzen zu, Herr Fromm: Ja, „Die Politik“ sind wir alle … Auch mich nervt zunehmend, dass es immer noch zu wenige Menschen gibt, die die Courage und den Willen haben etwas zu verändern!

    Ihre Frage “Haben Sie dort je versucht, mituzuwirken …” muss ich – bezogen auf “dort” also in einer Part – mit Nein beantworten. Allerdings bin ich ehrenamtlich seit 2002 sehr engagiert und mische mich immer stärker – auch politisch – ein, um etwas zu verändern. Mehr dazu finden Sie unter: http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1557.0.

    Zu Ihrer Anmerkung, dass ich “jede Frage mit einem Internet-Link” beantworte, ist bei genauerer Betrachtung 😉 falsch. Die angegebenen Links sollen lediglich das hier Geäußerte belegen und ergänzen.

    Ich habe ein wenig den Eindruck, dass Sie sich persönlich angegriffen fühlen – was a) nicht mein Ziel war und ist und b) ich auch nicht nachvollziehen kann. Mir geht es um sachlichen Informationsaustausch.

    Zurück zum Ausgangspunkt der Presse-Info von Herrn Rüeck bleibt festzustellen, dass sein Vorschlag Flüchtlinge in ihren Flüchtlingsunterkünften als Pflegekräfte anzuwerben, wenig realistisch und mehr populistisch ist.

  7. Noch mehr ungelernte Pflegekräfte helfen nicht weiter – die Anforderungen an die Pflege werden mit zunehmendem Alter und damit der zunehmenden Co-Morbidität mehr und nicht weniger.
    Ins Pflegeheim kommen zunehmend alte Menschen, die so krank und/oder hilfebedürftig sind, dass eine Betreuung zu Hause und mit ambulanter Pflege nicht mehr möglich ist.
    Es ist schlimm genug, dass den Pflegenden in der Altenpflege die Ganzheitlichkeit der Versorgung Stück für Stück gestohlen wird und sie reduziert werden auf die sogenannte Behandlungspflege und Bürotätigkeiten, weil alles andere an Pflegehelfer (die oft einen verdammt guten Job machen) und angelernte Hilfskräfte abgegeben werden muss.
    Die Altenpflegekraft darf dann noch Tabletten verteilen und ein Bein verbinden – muss aber für den gesamten Pflegeprozess die Verantwortung übernehmen, soll die Pflegeplanung schreiben und evaluieren – sieht aber ihre zu Betreuuenden Menschen nur punktuell.

    Kein Geld ist KEINE Ausrede – es gibt in diesem Land für alles Mögliche und Unmögliche Geld – wir können Banken retten – aber für die Pflege der Menschen die unser Land mit aufgebaut haben ist kein Geld da. Es besteht meiner Meinung nach kein poltischer Wille dieses Problem anzufassen, weil es tatsählich viel Geld kosten würde. Es bräuchte mal jemanden, der MUT beweist das anzugehen.
    Geld aus den Pflegekassen landet als Gewinn bei Aktionären und Investoren – die Pflegebedürftigen bekommen 7 Tage die Woche die gleiche blasse Scheibe Wurst aufs Brot und die Pflegekräfte springen ständig ein weil die Personaldecke vorne und hinten nicht reicht und verhindern den Zusammenbruch dieses kranken Systems mit ihrem persönlichen Einsatz und auf Kosten ihres Familienlebens und ihrer Gesundheit und verdienen damit noch nicht einmal genug um eine Familie anständig zu ernähren – trotz Schichtdienst rund ums Jahr.

    Dieses Geld, das überall landet nur nicht bei den Pflegebedürftigen und bei den Menschen, die vor Ort arbeiten und von Frau Merkel zu Helden der Nation stilisiert werden, muss zurück an die Basis für MENSCHENWÜRDIGE Pflege und einen MENSCHENWÜRDIGEN Lebensabend.

    Der Notstand ist hausgemacht – die Arbeitsbedingungen haben sich stetig verschlechtert – die Berufsflucht in der Alten- und der Krankenpflege nimmt zu. Uns werden weder Pflegekräfte aus China, aus Spanien oder seit neuesem vom westlichen Balkan werden das Problem lösen wenn sich die Bedingungen nicht ändern und Menschen von diesem Beruf leben können und darin über einen langen Zeitraum arbeiten. Eine Vollzeitarbeit in der Pflege bis 67 ist schlichtweg für 98% der Pflegekräfte unmöglich. Die Verweildauer im Beruf sinkt. Die Auszubildenden gehen zu großen Anteilen schon direkt nach Abschluss der Ausbildung nicht in den Beurf. HIER muss der Hebel ansetzen.

    Dann habe ich nichts dagegen, dass Flüchtlinge die das wollen und die geeignet sind auch in der Pflege arbeiten – vorher ist das genauso Augenwischerei wie alles andere was bisher als Reform oder Stärkung der Pflege an die Bevölkerung verkauft wird.

    Evelyn Fraider – Frachkrankenschwester für Intensivpflege – und Anästhesie

    • Sie beschreiben die Situation treffend, Frau Fraider. Eine konkrete Lösung entnehme ich Ihren Zeilen aber auch nicht. WIR haben diese Regierung (und alle anderen zuvor) gewählt.

      • Herr Fromm, ich habe diese Regierung nicht gewählt.
        Ich habe Lösungsansätze sicherlich nur in Ansätzen – ein Grundproblem ist, dass soziale Arbeit schlecht bezahlt wird – und dass behauptet wird, dass der Bevölkerung nicht mehr Belastung zugemutet werden kann – oder vielleicht sind es auch eher die Wirtschaftsinteressen, die eine Steigerung der Lohnnebenkosten nicht möchte und sich IMMER vehement dagegen wehren wird – schmälert dies doch ihre Gewinne.
        Dabei muss man einfach sehen, dass eben nur ein Teil der Bevölkerung in die solidarischen sozialen Sicherungssysteme (Rente, Krankenkasse) einzahlt – und das ist ausgerechnet der Bevölkerungsanteil der eher wenig verdient, der sich solidarisch zeigen soll. Ein nicht unerheblicher Anteil der arbeitenden Bevölkerung zahlt in diese Systeme NICHT ein – und das ist überwiegend der Teil, der zu den Besserverdienenden gehört sowie das gesamte Beamtentum. Dabei finanziert dann z.B. die vielzitierte Lidl-Verkäuferin die Mütterrente der Abgeordneten-Gattin mit – die niemals irgendetwas in das Solidarsystem eingezahlt hat mit. DAS ist weder solidarisch noch irgendwie verständlich zu erklären.
        Solange es jedem Besserverdienenden mögich ist, sich den Systemen der Solidargemeinschaft bezüglich der gesellschaftlichen Aufgaben zu entziehen um Geld zu sparen (von dem er mehr hat als die die sich dem System nicht entziehen können), gleichzeitig Vermögen anhäufen zu können auf das er u.U keine Steuern bezahlen muss und seine Ausgaben so zu deklarieren, dass sie sich steuersenkend auswirken – ist natürlich kein Geld da für Kinderbetreuung, vernünftige Schulbildung, die mit durchschnittlichen geplanten Lehrerausfällen von 8 Wochen pro Unterichtszeit im Jahr geleistet werden soll, in sanierungsbedürftigen Schulen (Aussage Rektor einer guten Realschule) und auch kein Geld für die Versorung der Alten – auch das ist eine Gesellschaftliche Gesamtaufgabe.

        Den Sektor Gesundheit und Pflege auf den Markt zu werden und zu hoffen, dass der Markt es schaffen wird die Sache zu regeln hat sich als das erwiesen was Kritiker schon vorher prophezeiten: Der Markt hat es geregelt: Gemacht wird was Geld bringt (lukraitve und unötige Operationen, Reduktion der Geburtshilfe) Dabei haben wir inzsichen eine neue Generation an Ärzten und Verantwortlichen in den Heimen, die mit dem System schon groß geworden sind und sich die Empathie für die Menschen aberzogen haben. Daraus entsteht das Verhalten immer zuerst aufs Geld zu schauen und nicht auf das was getan werden muss.
        Und hat dabei ebenfalls getan was “Markt” so tut: Möglichst viel Geld als Gewinn verbuchen – mit den Folgen: Die Kosten für Gesundheit sind nie so stark gestiegen wie nach Einführung der DRGs. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen in den Bereichen Gesundheit und Pflege stetig schlechter geworden und die Berufe die in diesem System arbeiten sind zu Handlangern der Gewinnmaximierung geworden.
        Genau diese Berufe brauchen aber eine gewisse Freiheit und unabhängigkeit in ihren Entscheidungen um gut arbeiten zu können. Niemand käme auf die Idee Richter unter Druck zu sezten nur noch Fälle anzunehmen die mögichst wenig kosten und gleichzeitig eine Standardverfahrensdauer anzusetzen um die Zahl der Fälle zu erhöhen und Prämien für möglichst kostengünstige Urteile auszuloben.
        Ein solches System korrumpiert – unweigerlich – und des verschlechtert die Qualität – auch unweigerlich.

        Ich bin überzeugt davon, dass es in der Bevölkerung ein Ja gibt zu guter Versorung im Krankeheits und Pflegefall. Dies muss man aber transparent machen und verständlich. Dieses Ja gibt es genau dann, wenn der Bevölkerung nachvollziehbar belegt wird, dass das Mehr an Geld auch da ankommt wo es hin soll. Bei der eigenen Mutter im Pflegeheim, beim Kollegen mit Krebs im Krankenhaus. Eine Regierung könnte dafür ihre Mittel benutzen um transparent zu machen was getan werden muss. Dazu reicht aber kein Pflegestärkungsgesetzt mit Plakaten die “Schwester Jenny” stärken – dazu muss ein politischer Wille her hier grundsätzlich etwas zu ändern. Diesen sehe ich nicht und deshalb glaube ich auch, dass der Sektor weiter an die Wand gefahren wird – und das Pflege für mich z.B. wenn ich in dem Alter bin nicht mehr bezahlbar ist – und bestenfall Verwahrung bezahlt werden kann.

        Warum eines der reichsten Länder Europas es nicht schaffen können soll diesen Sektor besser aufzustellen erschließt sich mir nicht. Fast alle anderen Länder der EU bekommen es besser hin.

        • Wir als Volk, Frau Fraider, haben diese Regierung mit dieser Pflegepolitik gewählt. Wir können anders wählen. Dann aber auch mit allen Konsequenzen für die Wirtschaft. Denn schon die Einführung der Pflegeversicherung hat den Faktor Arbeit zusätzlich belastet, so dass weitere (Produktions-)Jobs in Deutschlands verloren gingen.
          Zugegeben, ist zu wenig Geld im Pflegesystem, und sind die Pflegekräfte zu schlecht bezahlt. Aber viele Senioren hätten Vermögen, z.B. Häuser, die sie in ihre Pflege einbringen könnten. Auch Kinder, z.B. ich, die oft die Kriegsgeneration der Eltern finanziell und bildungsmäßig überholt haben und deshalb gut verdienen, können Geld (für ihre eigenen Eltern) ins Pflegesystem geben. Die Bezahlungsklage greift deshalb m.E. zu kurz. Ob der Sohn ein neues (Nobel-)Auto kauft oder die Pflege seiner Mutter mit 10.000 Euro unterstützt, ist seine Freiheit und Verantwortung – nicht meine. Organisieren ließe sich das, wenn wir endlich kreativer dächten und handelten.

  8. Das strukturelle Problem, dass die Arbeitsplätze im Pflegebereich unattraktiv sind, vor allem auch wegen der Belastung und der schlechten Bezahlung, wird damit nicht gelöst. Natürlich muss mehr Geld für alle Bereiche der Daseinsfürsorge ausgegeben werden! Finanzieren könnten wir es durch eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und einer Besteuerung internationaler Konzerne. Deutschland ist ein reiches Land – und es wird immer an den Menschen gespart die sich nicht wehren können bzw. andere (Über-)Lebenssorgen haben. Wenn Flüchtlinge ausgebildet werden sollen – Bitte sehr! Aber dann zu Fachkräften die ordentlich bezahlt werden und nicht mal nur so hopplahopp als “Angelernte”, die kaum was kosten.

    • Ich finde Ihre Haltung sehr sympathisch, möchte aber als Wirtschaftsredakteur anmerken, solange “Konzerne” außerhalb Deutschlands Schlupflöcher haben, werden sie diese nutzen. Amazon oder Google als prominenteste Beispiele (oder Theo Müller, Reinhold Würth etc.) haben diesen Weg gewählt. Wir brauchen weltweite Standards. “Die Politik” arbeitet daran.

  9. Lieber Herr Fromm, meiner Meinung nach scheinen Sie genauso viel Ahnung von Pflege zu haben wie Herr Rüeck! !! Nämlich KEINE! !!!!!

  10. Also, ich bin entsetzt über diesen Gedanken. Ich bin seit vielen Jahren als Freiberufler unterwegs und habe davor in der Schweiz gearbeitet, kenne also das mulitnationale Modell der Pflegenden. Meine persönliche Meinung ist, dass den Beruf derjenige lernen soll, der ihn lernen möchte. Des Weiteren , und das bemerke ich immer häufiger, hat der Beruf keinen gesellschaftlichen Stellenwert und für das, was die werten Kolleginnen und Kollegen leisten müssen steht in keinster Relation zu dem, was entgolten wird. Dadurch hat das Bildungsniveau dramatisch abgenommen und dadurch leidet natürlich insgesamt auch die Qualität. Sind vor 20 Jahren noch Leute in ein Altenheim eingezogen, weil sie noch ein paar ruhige Jahre haben wollten findet man heute überwiegend nur Schwerstpflegefälle. Aber am Personalschlüssel wird weiter rumgeschraubt-zum Negativen. Bedeutet, dass die Arbeit insgesamt schwieriger geworden ist, der Dokumentationswust abnorme Züge angenommen hat und man ehedem jeden Tag das Gefühl hat, dass man niemandem gerecht geworden ist. Und da muß ich sagen, trägt Berlin und die Träger die Schuld.Berlin trägt die Schuld, weil sie nicht verstehen, dass die Arbeit mit und an einem Menschen einen hohen gesellschaftlichen Wert hat. Und die Träger, weil sie sich immer noch schön die Tasche vollstopfen können – mit Billigung aus Berlin. So, und dann tun die Schlaumeier in Berlin wieder ne neue Möglichkeit auf, billiges Personal zu rekrutieren – und jetzt sind es halt die Flüchtlinge. Berlin ist der Handlanger der Betreiberlobby. Die sollten sich alle mal ne Woche in irgendeine Einrichtung stellen, dann würden die verstehen, worum es geht. Wie gehe ich mit den Schwächsten einer Gesellschaft um??? Vielleicht kann diese Frage ja mal der “Patientenbeauftragte” beantworten, der den Stuhl wahrscheinlich bekommen hat, weil sich auf seinen Stuhl ein anderer gesetzt hat. Unglaublich, was die machen!!!

    • Ich lese soviel Verbitterung in ihren Zeilen, das befremdet mich. Ausgangspunkt der Meldung waren Flüchtlinge, die laut einem Politiker Pfleger werden sollen: Nach dem 2. Weltkrieg wurden viele Menschen Bäcker und Metzger nicht aus Berufung, sondern weil das ausreichend Essen garantierte. Der Weg zum Ingenieur ist für Migranten explizit (noch) weiter. Ich finde gut, dass dieser Politiker den Mut hat, zu sagen, was er denkt. Dann weiß man, woran man ist, wenn man ihn/seine Partei wählt. Mich entsetzt, wie pauschal Politiker in der Diskussion verurteilt werden. Die versuchen auch, oft in 16-Stunden-Tagen siebenmal die Woche, ihren Job zu machen. Kandidieren Sie, wenn sie glauben, es besser zu können. Altenpflegerin Katrin Altpeter (SPD) hat das auch gemacht und ist in Baden-Württemberg Sozialministerin geworden.

  11. Ganz im Ernst erst deutsch lernen weil man muss sich mit unseren Bewohnern auch unterhalten können arztvisiten machen Dokumentation schreiben dienstübergabe machen sich den Bewohnern auch annehmen können was schmerzen oder sonstiges angeht genauso wie Angehörigen Gespräche führen und ohne deutsch geht nichts in der Pflege!!!! Politiker kommen auf die dümmsten Ideen erst denken dann handeln!!!!!

    • Die Wohngemeinschaft für Senioren (www.wgfs.de) hat den Deutschen Bildungspreis u.a. für ihr Integrationsprojekt von Migranten bekommen, die BEIM HELFEN überhaupt erst die deutsche Sprache SPRECHEN lernen und in die deutsche Kultur (junge Muslima blickt z.B. altem Deutschen in die Augen und spricht ihn ZUERST an) eingeführt werden. Meiner dementen Tante ist wichtig, überhaupt Zuwendung zu bekommen. Welche Worte in welcher (Aus-)Sprache gesprochen werden, ist für sie nachrangig. Den “deutschen” Fachkräften kommt bei dieser Integration eine doppelte Schlüsselrolle (Pflege und Integration) zu: Sie qualifizieren den “Nachwuchs”, der sie entlasten soll. Bei allem Aufschrei, den ich höre: Ich sehe auch in diesem Wortbeitrag keinen inhaltlichen Beitrag, warum die referierte Position des Politikers von Inkompetenz zeugen soll.

  12. Zum Thema ” Personalschlüssel ” möchte ich Ihnen gerne den nachfolgenden offenen Brief (“Pflegeselbstverwaltung und menschenwürdige Altenpflege” (????) zukommen lassen, der von Herrn Michael Thomsen (“Pflege am Boden – http://www.altenpflege-experte.de ) und Herrn Werner Kollmitz ( Altenpflege-Experte – http://www.menschenwuerde-in-der-altenpflege.de ) verfasst und am 21.7.15. verschickt wurde.

    http://mthomsen.homepage.t-online.de/Tr%E4gerverb%E4nde-Niedersachsen.pdf

  13. >> Seit vielen Jahren wird über den Personalmangel in der Pflege gesprochen. Pflegenotstand heißt das politische Schlagwort. Schon jetzt können Tausende offene Stellen nicht besetzt werden, sagt Professor Heinz Rothgang, Gesundheitsökonom an der Universität Bremen. … “Wir haben das mal ausgerechnet, ausgehend von dem Jahr 2009 hätten wir im Jahr 2030 eine Lücke von 500.000 Vollzeitbeschäftigten.” Derzeit gibt es noch Bewerber, auch junge Pflegefachkräfte, die vielleicht 2030 eine Station leiten könnten. Doch viele, die einige Probewochen machen, springen schnell wieder ab. Andere nach ein paar Jahren: “Und wenn wir schauen, was sind die Gründe, warum Menschen aus dem Pflegeberuf aussteigen, ergeben Befragungen eigentlich immer, ja, ich habe nicht diesen Beruf ergriffen, um dann mit zwei Pflegekräften eine Station mit so und so viel Dutzenden Leuten zu versorgen. Es sind in aller Regel die Arbeitsbedingungen, die genannt werden als Grund aus dem Beruf auszuscheiden.” …
    …Immer wieder passiert es, dass Heime Abrechnungen fälschen, betrügen, zu geringe Löhne zahlen. Vor allem, wenn sie zum Spekulationsobjekt eines Investors werden und eine hohe Rendite abwerfen sollen. …
    … Rothgang: “Wir müssen die Branche attraktiver machen. Und wir müssen junge Menschen, die die Wahl haben zwischen einem Job in einer Bank, in einer Versicherung, in einer öffentlichen Verwaltung dazu bringen, dass sie Pflege attraktiv finden. …” <<
    Quelle: http://www.deutschlandradiokultur.de/pflegealltag-zwischen-empathie-erschoepfung-und-oekonomie.976.de.html?dram:article_id=327043

  14. Ja, Herr Leopold – so sehe ich es auch.
    Die Spielregeln der Privatwirtschaft sind keineswegs für eine menschenwürdige Pflege geeignet, da sie auf Profit abzielen. Zu Lasten der wehrlosen Pflegebedürftigen und des reduzierten und dauer-gestressten Pflegepersonals werden Gewinne beabsichtigt – der Mensch ist dabei sekundär. Deshalb bin ich der Auffassung, dass der Pflegenotstand zum großen Teil hausgemacht ist. Leidtragende sind – neben den hilflosen Pflegebedürftigen, die beträchtliche Summen für oft unzureichende Pflege und schlechte Versorgung bezahlen müssen, das restliche, noch verbleibende Pflegepersonal, das bis jetzt gerade noch dem burnout entrinnen konnte – (das haben leider schon zu viele, die in diesem Beruf gearbeitet durchgemacht – kein Wunder, dass sie unter den gegebenen Arbeitsbedingungen dann aussteigen – wer will sich denn schon als einigermaßer logisch denkender Mensch durch derartigen anhaltenden Stress und die riesige Verantwortung selbst zugrunde richten lassen?? Das haben auch inzwischen die Berufssuchenden begriffen und gehen deshalb verständlicherweise lieber in andere Berufe)
    Ohne einen verbesserten Personalschlüssel und günstigere Rahmenbedingungen ist das Pensum auch in Zukunft nicht zu leisten – auch nicht von Flüchtlingen. Es ist Augenwischerei, zu glauben, dass ohne geänderte Rahmenbedingungen das Problem zu lösen sei.

  15. Leider ist das Thema Pflege in den letzten Jahrzehnten sehr vernachlässigt worden. Ja, es war kaum ein Thema in der Öffentlichkeit. Alle Verantwortlichen konnten dasThema Pflege in den letzten Jahrzehnten gut aussitzen.
    Durch die demographische Entwicklung ist dies nicht mehr möglich. Immer mehr ältere pflegebedürftige Menschen
    und immer weniger Menschen die in der Pflege arbeiten wollen.
    Somit lässt sich das Thema Pflege nicht mehr aussitzen. Anstatt die Rahmenbedingungen – ausreichend Pflegepersonal, gerechte Vergütung und somit größere Wertschätzung – in der Pflege zu verbessern,
    werden: Ausbildungskampagnen gestartet, Pflegekräfte im Ausland gesucht, sowie über den Einsatz der Flüchtlinge in der Pflege nachgedacht.
    Durch die Versäumnisse der Vergangenheit, wird jetzt nach Notlösungen gesucht,nach dem Motto: pflegen kann ja Jeder. Dies wird sich bald furchtbar rächen.
    Pflege ist eine hochanspruchsvolle Tätigkeit. Dazu gehört nicht nur Ausbildung, sondern Einfühlungsvermögen und Empathie.
    Die alten, pflegebedürftigen Menschen die Deutschland mit aufgebaut haben, haben es verdient ihren letzten Lebensabschnitt in Würde zu erbringen.
    Das Problem Fachkräftemangel ist hausgemacht. Politik, Kostenträger, und Trägerverbände haben in Sachen Pflege durch Untätigkeit versagt. Jetzt bleibt leider noch Flickschusterei um sich aus der Verantwortung zu stehlen.

    Werner kollmitz

  16. Knebelverträge in Heimen
    Wie spanische Pflegekräfte in Deutschland schuften
    In deutschen Kliniken fehlen tausende Pflegekräfte. Diese Lücke sollen ausländische Pfleger füllen. Doch die berichten von Lohndumping und strengen Vertragsklauseln – und verlassen Deutschland wieder. …
    Quelle: http://www.stern.de/wirtschaft/news/knebelvertraege-in-heimen-wie-spanische-pflegekraefte-in-deutschland-schuften-3959612.html

    Spanische Pflegekräfte erschrocken über Zustände in deutschen Krankenhäusern
    “So wollte ich nicht arbeiten” …
    Quelle: http://www.domradio.de/themen/soziales/2013-10-07/spanische-pflegekraefte-erschrocken-ueber-zustaende-deutschen

    => …aber FLÜCHTLINGE sind noch billiger und werden wohl kaum aus D wegen der schlechten Arbeitsbedingungen hier erneut flüchten … wohin auch … ?!

  17. Letztlich halte ich das Konstrukt der “Pflegeselbstverwaltung” größtenteils mitverantwortlich für die ganze Misere, da sie, was neue Rahmenverträge betrifft, b l o c k i e r t.

  18. Auch Flüchtlinge werden (vor allem auf Grund der bereits durchlebten Traumata) nicht stressresistenter sein, als andere Personen, die ständig in der Pflege ihre Kräfte weit übersteigen müssen. Somit wird dann die Arbeit in D. für sie zum erneuten Trauma. Auf Grund der krankmachenden Überbelastung werden sie logischerweise, öfters ausfallen……
    Lohndumping In der Pflege – in einem reichen Land wie Deutschland…
    Die Entmenschlichung greift mit langen Armen um sich !
    Hilflose Pflegebedürftige und relativ wehrlose Flüchtlinge sind die Opfer….

  19. Fachkräftemangel ist hausgemacht – Pflege-Berufe müssen deutlich attraktiver werden!

    Schlechte Arbeitsbedingungen, geringe sogar teils rückläufige Bezahlung, sehr hohe physische und psychische Arbeitsbelastung, befristete Arbeitsverträge, hoher Anteil an Teilzeit- statt Vollzeitstellen, zu wenig Aus- und Weiterbildung … Es gibt sehr viele Gründe! Nur sind hier weder Politik noch Anbieter ihre Verantwortung nachgekommen! Statt immer wieder für teure Werbe- und Image-Kampagnen viel Geld zu verbrennen, muss endlich dafür gesorgt werden, dass die Attraktivität der Pflegeberufe sehr deutlich angehoben wird. Medien berichten immer wieder darüber, siehe http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1592.0.

    Moderner Sklavenhandel: Menschen aus fremden Ländern mit Sprach- und Verständigungsproblemen werden nicht die dringend benötigte Problemlösung sein. Zudem gibt es Berichte über ausländische Pflegekräfte, die nach kurzer Zeit wieder in ihr Heimatland zurückgegangen sind, weil sie die Arbeitssituation in der deutschen Pflege-Industrie nicht ausgehalten und für menschenunwürdig empfunden haben. Ausländische Pflegekräfte erschrocken über Zustände in Deutschland, dazu gibt es inzwischen einige Medienberichte, siehe http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1974.0.

    Wenn wir morgen nicht den letzten Funken Menschenwürde und Anstand im Pflegebereich verloren haben wollen, müssen wir heute endlich das richtige tun. Die Regierung und Anbieter sind in der Pflicht!

    Reinhard Leopold, c/o http://www.heim-mitwirkung.de

  20. Aber es soll trotzdem die Personalschlüssel gestiegen werden
    Liebe Unterstützer/innen,

    Wir sind sehr dankbar, dass bis jetzt, 878 Unterschriften gibt, leider bleiben noch 150 Tage und wir sind noch ganz weit um eine Quorum zu erreichen, es wäre nett von Ihnen, wenn wir noch mehr Unterschriften bekommen wurden. Wir bitten Sie diese Petition unterschreiben und weiterleiten,
    Danke.

    Hier einige Kommentare der Unterzeichner

    „Weil ich selbst in der Pflege arbeite und weiß wie schwierig sich der Dienstplan gestalten lässt und die Zeit die aufgrund von Personalmangel so knapp ist mich oft unzufrieden macht“.

    „Mir ist diese Petition aus der Sicht einer Pflegekraft wichtig wenn wir allen kranken und vor allem pflegebedürftigen Menschen pflegerisch gerecht werden wollen muss sich der Pflegeschlüssel ändern damit mehr Personal in den Einrichtungen ist und man den Bedürfnissen der Patienten gerecht wird es muss dem Betroffenen sowie dem der Pflegt gut gehen dass man gern zur Arbeit geht“.

    „Es muss so langsam etwas passieren im Pflegebereich . Die Ältere Generation hat es verdammt noch mal verdient glücklich zu sein und auch die etwas mehr Pflege brauchen dürfen Glücklich sein .Aber Sie sind es alle nicht. Weil einfach das Personal und die Zeit fehlt“.

    „Pflege ist mit zu wenig Personal, wie momentan, nur noch Massenabfertigung. Für den Bewohner bleibt keine Zeit, keine Zeit für Gespräche und noch schlimmer, keine Zeit, wenn der Bewohner sich in der Sterbephase befindet“.

    „Weil es nicht sein kann das man ein Staatsexamen ablegen muss worin man lernt wie man einen Menschen würdevoll Pflegt … Und dann im Alltag nichts umsetzen kann weil 1 Person 15 Menschen und mehr pflegen muss. Jeder weiß es doch keinen interessiert es…“

    „Ich bin selber Altenpflegefachkraft und meine, dass es immer schwieriger ist, den Bedarf der Pflegebedürftigen und dessen Angehörige abzudecken. Wir brauchen dringend mehr ausgebildetes Personal, bevor wir selber zum Pflegefall werden!“

    „Es sind eindeutig zu wenige Pflegekräfte im Dienst um die Anzahl an Pflegebedürftigen und deren Schwergrad sowie ihren Pflegeaufwand zu bewältigen. Die Pflege wird bzw ist schon ” Fließbandarbeit “.

    https://www.openpetition.de/petition/online/mehr-pflegepersonalschluessel-in-alle-pflegerischen-bereichen

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