Pflege-Image: Mehr als Aa-Aa wegmachen

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Azubis begeistern Kinder für den Pflegeberuf. Ihr Konzept ist preiswürdig.

Blutdruckmessen wie der Arzt (Foto: Pflege ist mehr)

„Mama, ich will doch nicht Krankenschwester werden. Da mach ich nur Aa-Aa weg.“ Tatjana Wulff ist geschockt von der Aussage ihrer achtjährigen Tochter. Mit ihren Klassenkameraden will die Pflegeschülerin das Image ihres Berufes aufpolieren. Angefangen bei den Kleinsten.

Nicht jammern-Machen!

Im Rahmen des „Nicht jammern–Machen!“-Wettbewerbs des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe entsteht das Projekt „Pflege ist mehr als du denkst“. 16 Azubis des Klinikums Braunschweig, darunter Tatjana Wulff, entwickeln ein Lern- und Mitmach-Konzept für Grundschulkinder. Das Ziel: Vorurteile entkräften und die Kids für den Pflegeberuf begeistern.

Fiebermessen macht Spaß

90 Minuten dauert der Ausflug in die Pflege-Welt. Dabei dürfen Sechs- bis Elf-Jährige Begriffe erraten, welche Azubis pantomimisch nachspielen. Lachen inklusive. Dazu gibt’s die menschliche Anatomie zum Ausmalen und Rätsel rund um den Alltag eines Pflegers. Den Höhepunkt der Projektstunde markieren die Mitmach-Stationen. Jedes Kind darf selbst Fieber-, Blutdruck- und Pulsmessen. Tätigkeiten, die normalerweise Mama und Papa vorbehalten sind.

Konzept begeistert

Den Härtetest haben Tatjana Wulff und ihr Team bereits überstanden. Zwei Grundschulklassen boten sich als Versuchskaninchen an. „Kinder sind ein ehrliches Publikum. Wir waren alle nervös“, erinnert sich Projektteilnehmerin Jana Heberlein. Unnötig, denn das Feedback ist eindeutig: Kinder und Lehrer sind begeistert.

And the award goes to…

In Braunschweig ist sogar geplant die Grundschulbesuche fest in die Pflegeausbildung zu integrieren. Nicole Engst-Schmidt: „So eine wertvolle Sache muss fortgesetzt werden.“Ebenso die Jury in Dortmund. Das „Pflege ist mehr“-Team nimmt den „Junge Pflege Preis 2015“ mit nach Hause. „Jetzt gilt es, das Grundschulkonzept in die Welt hinaus zu tragen“, so Klassenlehrerin Nicole Engst-Schmidt. Dazu rufen die Preisträger alle Pflegeschulen auf, es ihnen gleichzutun. „Interessierten schicken wir unsere Unterlangen und Erfahrungen kostenlos zu“, verspricht die Lehrerin. Das Programm sei so konzipiert, dass jede Schule es ohne großen finanziellen und zeitlichen Aufwand in ihrer Umgebung umsetzen kann.

Weitere Informationen
Sie wollen das Grundschulkonzept mit Ihrer Pflegeschule umsetzen? Informieren Sie sich auf der Facebook-Seite oder wenden Sie sich direkt per Email an das Projektteam. Wir freuen uns außerdem über Erfahrungsberichte, Fotos und Anmerkungen.

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Jahrgang 1989, „Die Pflegebiblerin“ hat Medienwirtschaft in Stuttgart studiert, langjährige Jugendleiterin, lernte den Online-Journalismus bei ProSiebenSat.1 Digital kennen, arbeitete in einer Londoner Nachrichtenagentur, hat die besten Ideen beim Wandern und ist begeisterte Köchin. Ihr Lebensmotto: Wenn Plan A nicht funktioniert, bleiben noch 25 andere Buchstaben.

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