Schlüssel zum Glück: Den inneren Kritiker verstummen lassen

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Den inneren Kritiker verstummen lassen (Foto: Fotolia)

Fünf Tipps, wie Sie Selbstsabotage abstellen und dadurch glücklicher leben.

Warum berichten wir mehr über unsere schlechten Erfahrungen als über unser Glück? Widerfahren uns wirklich mehr doofe Dinge im Alltag oder nehmen wir die guten einfach nicht wahr?

  1. Kritik, das kennen wir

Den Job positiv zu sehen und damit anders zu bewerten erfordert Mut. Wenn wir uns bewusst fragen: Was lief heute in der Pflege-Einrichtung besonders gut, ändern wir die Perspektive. Es bedeutet, die eigene Komfortzone zu verlassen. Das alte Muster loszulassen. Der Grund dafür, der Kritik Vorrang zu geben liegt oft am Erlebten. Von klein auf ist es für uns normal, das Leben kritisch zu sehen. Das hat unseren inneren Kritiker geprägt. Ihm zu widersprechen kann Angst machen.

Oft reagiere ich wie ein Teenager. Werde wütend und fege mit scharfen Worten die Argumente und Gefühle anderer vom Tisch.

  1. Grenzen ziehen

Fragen Sie sich einmal nach ihrem inneren Alter. Ist das anders als das Alter, das sie ausweist? Ich fühle mein inneres Alter ist 17 Jahre – obwohl ich heute laut Personalausweis 42 bin. Die Folge: Oft reagiere ich wie ein Teenager. Werde wütend und fege mit scharfen Worten die Argumente und Gefühle anderer vom Tisch. Als Heranwachsender war das ein gutes Mittel, um mich von meinen Eltern oder einem Lehrer abzugrenzen. Durch diese Waffe habe ich gelernt, mich zu schützen. Und diese Muster trage ich bis heute mit mir herum. Wenn ich jedoch durch meine Angst (Punkt 1.) gehe und mich bewusst dafür entscheide, Nähe und Verletzlichkeit zuzulassen, muss ich nichts mehr verteidigen. Ich kann dann zulassen, dass ich heute viel Positives erlebe: Das Lachen der Kollegen, ein freundliches Telefonat oder den Dank eines Mitmenschen.

  1. So geht´s: Lob annehmen lernen

Ein einfacher Trick, das Positive zu sehen ist es zum Beispiel, Lobe aufzuschreiben. Ich habe das 30 Tage lang gemacht. Ein Lobtagebuch geführt. Inzwischen höre ich, wenn Bewohner oder Kollegen mir etwas Gutes sagen, mich loben oder bestärken. Ich freue mich dann im Moment darüber. Abends setze ich dann noch eines drauf, ich erzähle am Küchentisch wie gerne ich dies oder jenes gemacht habe. Ich berichte, was mir gut von der Hand ging und welche netten Begegnungen ich hatte. Damit schaffe ich den Turnaround. Auf einmal dreht sich das Ganze um und meine Abende enden glücklich.

Zu sagen, dass ich glücklich bin erfordert Mut

  1. Muster verlassen bedeutet abgrenzen

Seitdem ich begriffen habe, dass mich alte Muster unbewusst lenken, hole ich sie aus dem Schatten. Mache mir die Wirkung bewusst. Das ist nicht immer einfach und oft stoße ich Menschen damit vor den Kopf. Zu sagen, dass ich glücklich bin erfordert Mut. Und manchmal beschleicht mich ein mulmiges Gefühl, ob mein Gegenüber wohl meine neue Verletzlichkeit ausnützen könnte. Die Ironie dabei ist mir durchaus bewusst. Früher, mit meiner scharfen Abgrenzung, hatte ich dieses schlechte Gewissen nicht. Ich erkenne jedoch: Wenn ich mich dem inneren Kritiker stelle, löse ich mich von der Macht der Botschaften einer Eltern oder Lehrern. Das macht mich unabhängig, auch wenn ich mich erst einmal unsicher fühle.

  1. Es besteht ein Risiko

Wenn ich glücklicher leben und mehr Nähe zulassen möchte, erwacht ein altes Monster: Es erinnert mich an die Zeiten, an denen ich zurückgewiesen wurde. Wie oft habe ich als Kind nicht das bekommen, was ich wollte. Übertragen auf heute bedeutet das: Wer etwa einen neuen Job anfängt, denkt womöglich an die Niederlagen und Schmerzen zurück, die vorherige Arbeitsverhältnisse ausgelöst haben. Sich auf Glück einzulassen, bedeutet also auch, sich seiner alten Wunden zu erinnern, um sie zu schließen.

Das macht glücklich

Glück kann man lernen. Allerdings erfordert es Selbstreflektion. Diese Fragen können einem dabei helfen:

  • Was sagt mir mein innerer Kritiker?
  • Welche Rolle spielen meine Eltern in meinem Leben – habe ich mich von ihren (negativen) Botschaften gelöst?
  • Welche Muster trage ich immer noch in mir?
  • Von welchen Personen und deren Urteil mache ich mich heute abhängig?

 

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Michael Sudahl
Michael Sudahl (Jahrgang 1973) ist Pflegebibel-Initiator und greift am liebsten zu brisanten Themen in die Tasten. Der gelernter Banker, Journalist und Körpertherapeut ist seit Jahren in der Pflege unterwegs: Er berät soziale Organisationen in der Kommunikation und geht als Lebensberater und Schattenjäger den Dingen gerne auf den Grund. Michaels Motto: “Sei du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt” (Ghandi)

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