Generalistische Pflegeausbildung: Kirchliche Verbände dafür

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Kirchliche Altenhilfeverbände bekräftigen Ja zur generalistischen Ausbildung

Eine für alle? Ab 2016 soll eine generalistische Ausbildung die Fachberufe Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderpflege ablösen (Foto: Fotolia)

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) und der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) sprechen sich auch angesichts der Gegeninitiativen für die generalistische Ausbildung aus.

Debatte verliert Ziel aus den Augen

In einer Mitteilung verurteilen die Verbände, die zusammen rund 2.200 stationäre und 1.500 ambulante Pflegedienste vertreten, das öffentliche Totreden der geplanten Reform. Dabei gerate das Hauptziel aus dem Fokus. Nämlich die bestmögliche Ausbildung für das Begleiten und Versorgen pflegebedürftiger Menschen zu entwickeln.

Aufgabenbereiche wachsen zusammen

Immer mehr Frauen und Männer werden in professionell versorgt. Der medizinische und pflegerische Bedarf der Patienten steige seit Jahren an, so die Verbände. In Krankenhäusern sei dies ebenfalls zu spüren. Durch die wachsende Anzahl multimorbider, älterer Patienten braucht die Akutversorgung mehr sozialpflegerische und gerontologische Kenntnisse. Solch zusammenwachsende Aufgabenbereiche sprechen für das neue Bildungskonzept.

Gleichzeitig setzen die Verbände darauf, dass ein breites, durchlässiges Ausbildungssystem junge Menschen in die Branche lockt. Denn die Generalistik öffne neue Karrierewege.

Hintergrund
Für die generalistische Pflegeausbildung sollen die drei Pflegefachberufe Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammengeführt werden. Am Ende der Ausbildung steht ein einheitlicher, europaweit anerkannter Berufsabschluss. Spezialisierungen folgen im Anschluss an die Berufsausbildung. Das Bildungskonzept soll lange Berufskarrieren und lebenslanges Lernens ermöglichen.

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Jahrgang 1989, „Die Pflegebiblerin“ hat Medienwirtschaft in Stuttgart studiert, langjährige Jugendleiterin, lernte den Online-Journalismus bei ProSiebenSat.1 Digital kennen, arbeitete in einer Londoner Nachrichtenagentur, hat die besten Ideen beim Wandern und ist begeisterte Köchin. Ihr Lebensmotto: Wenn Plan A nicht funktioniert, bleiben noch 25 andere Buchstaben.

2 KOMMENTARE

  1. Leute…..so ein Schwachsinn!
    Ich bin exam. Krankenschwester. ….und habe mir das bewusst ausgesucht!
    Dies ist kein Fortschritt sondern ein Rückschritt…..und NEIN!
    Es macht die Pflege nicht attraktiver sondern schreckt ab!
    Wer nie im Altenheim arbeiten wollte , nun hierzu gezwungen wird…..in dieser Ausbildung, wird diesen Weg nun erst recht nicht mehr betreten……
    Herr Gröhe……wem reden sie da schon wieder nach dem Mund….?
    Angeblich sind sie vom Fach……?
    Wenn das der Fall wäre, müssten sich Ihnen allein beim Hören dieser Idee die Haare zu Berge stehen……traurig mit dem Kopf schüttelnd lese ich hier das Ergebnisse ihrer “Arbeit”…..
    DAS KANN DOCH NICHT IHR ERNST SEIN?

  2. Als exam. Krankenschwester (Examen 1988) kann ich nur sagen, dass die Qualität und Quantität der unterrichteten Inhalte schon jetzt deutlich schlechter ist als bei meinem Abschluss. Inhalte gehen nicht in die Tiefe, neue Pflegende kommen auf Station und können sich einfachste Pflegekonsequenzen nicht mehr aus den medizinischen Problemen herleiten. Über verschiedenste Pflegemodelle müssen sie referieren können oder ein Themengebiet von Krankenhausaufenthalt bis zur beruflichen Reha beherrschen – dafür brauchen sie andere nur von der groben Pathophysiologie zu kennen…Und das ist die Entwicklung innerhalb nur eines Bereiches, der in der gleichen Zeit wie bisher mit zwei anderen Bereichen abgehandelt werden soll! Hoffentlich erlebe ich die Entwicklung nicht mehr als Pflegebedürftige, denn da wird mir ehrlich Angst, wenn ich die Kompetenzen der Frischexaminierten beobachte. Mein Mann arbeitet auf einer pulmologischen Intensiv und verzweifelt regelmäßig an Frischexaminierten, die über die Lunge kaum mehr wissen, als dass dort O2 und Co2-Austausch stattfindet…Das kann mit Generalisierung nur besser werden… Und ich persönlich würde nie eine Ausbildung machen, in der ich Altenpflege lernen muss – ich habe höchste Achtung vor diesem Berufszweig, aber es lag mir noch nie, deshalb habe ich Krankenschwester gelernt. Zum Ausprobieren, ob einem ein Bereich liegt, kann man auch Praktika machen.

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