DAK-Psychoreport: Spitzenreiter Gesundheitswesen

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Psychoreport belegt: Besonders viele Fehltage in der Pflege.

Viele Pflegekräfte sind müde und antriebslos (Foto: Fotolia)

Im Gesundheitswesen gibt es besonders viele Menschen, die wegen psychischer Probleme krankgeschrieben werden. Gefolgt von der öffentlichen Verwaltung. Sie liegen übrigens nicht nur bei den psychischen Erkrankungen an der Spitze, sondern im gesamten Krankheitsgeschehen.

Bei Berufsgruppen Spitzenreiter

Müde, antriebslos und bedrückt: Immer mehr Menschen werden wegen psychischer Probleme krankgeschrieben. Das ist die Bilanz des DAK-Psychoreports, für den das Berliner IGES Institut die Daten zur Arbeitsunfähigkeit von rund 2,6 Millionen berufstätigen DAK-Versicherten analysiert hat.

Die Krankschreibungen aufgrund von psychischen Krankheiten sind je nach Berufsgruppe unterschiedlich verbreitet. Insgesamt betrug das Volumen der Ausfalltage bei psychischen Erkrankungen im vergangenen Jahr durchschnittlich 237 Tage pro 100 Versicherte. Einige Branchen liegen deutlich über diesem Wert.

Gesundheitswesen weit über dem DAK-Durchschnitt

Vor allem zwei Gruppen fallen auf: das Gesundheitswesen und die öffentliche Verwaltung. Im Gesundheitswesen lag die Anzahl der durch psychische Erkrankungen verursachten Ausfalltage bei 51 Prozent – und damit weit vor anderen Berufsgruppen. Die Branche verzeichnete 358 Fehltage pro 100 Versicherte.

Auch interessant: Ausgehend von den Daten der Versicherten sind hochgerechnet rund 1,9 Millionen Berufstätige betroffen. In den zurückliegenden 18 Jahren hat sich damit die Zahl der Fehltage wegen derartiger Diagnosen verdreifacht. Die meisten Arbeitnehmer fehlten wegen Depressionen. Jedoch gebe es heute nicht mehr psychisch kranke Menschen als vor zehn oder zwanzig Jahren. Sie würden aber besser diagnostiziert und weniger stigmatisiert.

Die Arbeitsbedingungen in der Pflege eher schlechter als besser

Dass die meisten Seelenleiden im Gesundheitswesen diagnostiziert werden, hat mit der Art der Belastung zu tun, meint Michael Ziegelmayer, Vizepräsident des Berufsverbands Deutscher Psychologen (BDP). Sie sei in der Regel in der Gesundheitsbranche psychisch. Und: Die Arbeitsbedingungen in der Pflege würden eher schlechter als besser, sagt der Psychologe vor kurzem im Radio Bremen.

 

Weitere Informationen:
Hier steht der DAK-Report zum Download.

 

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