Weg zur Arbeit: Welche Umwege versichert sind

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“Verkehrsgünstige Routen sind okay”

Bei Schnee und Eis: Ausweichroute ist versichert (Foto: Fotolia)

Morgens noch kurz zum Bäcker, auf dem Nach-Hause-Weg die Kinder abholen oder dem Stau auf der verschneiten Landstraße ausweichen. Wer auf dem Weg zur Arbeit Umwege fährt, ist nicht versichert, oder? Sozialversicherungsexpertin Sandra Kollecker klärt auf.

Strecken flexibel wählbar

Wer auf dem Weg zur Arbeit oder zurück einen Unfall hat, erhält in Hilfe von der gesetzlichen Unfallversicherung. Grundsätzlich gilt dies für die direkte Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Doch: „Die direkte Strecke zwischen Wohnung und Arbeit muss nicht unbedingt die kürzeste sein“, erklärt Sandra Kollecker, Sozialversicherungsrechtsexpertin der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Es ginge vielmehr darum, dass keine Zwischenziele angesteuert werden. “Selbstverständlich dürfen Sie dabei auch eine möglichst verkehrsgünstige und sichere Route wählen“, führt Kollecker aus.

Fahrgemeinschaft ist versichert

Auch wer sich mit anderen zu einer Fahrgemeinschaft zusammengeschlossen hat, also verschiedene Wohnungen und Arbeitsstätten anfährt, braucht keine Angst zu haben. Eine solche müsse nicht einmal ausschließlich aus Berufstätigen bestehen. Kollecker: „Wenn Eltern ihre Kinder auf dem Weg zur Arbeit zum Kindergarten oder zur Schule bringen, ist das ebenfalls eine unfallversicherte Fahrgemeinschaft.“

Einkaufen ist privat

Wer dagegen morgens noch schnell zum Bäcker fährt oder nachmittags einen Abstecher zum Supermarkt macht, ist auf den Umwegen nicht versichert. Denn Einkaufen gehört zum Privatleben und der damit verbundene Weg zum Laden ebenso. „Der Versicherungsschutz ist auf solchen Umwegen zumindest unterbrochen, bis man die direkte Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte wieder erreicht“, erklärt die Expertin. „Dauert die Unterbrechung des Heimwegs länger als zwei Stunden, so zählt auch der restliche Weg zur Freizeit und ist dann nicht mehr versichert.“

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Jahrgang 1989, „Die Pflegebiblerin“ hat Medienwirtschaft in Stuttgart studiert, langjährige Jugendleiterin, lernte den Online-Journalismus bei ProSiebenSat.1 Digital kennen, arbeitete in einer Londoner Nachrichtenagentur, hat die besten Ideen beim Wandern und ist begeisterte Köchin. Ihr Lebensmotto: Wenn Plan A nicht funktioniert, bleiben noch 25 andere Buchstaben.

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