Uli & die Demenz: Fünf Tipps gegen Alzheimer & Co.

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So beugen Sie aktiv Demenz vor

Aktiv gegen Alzheimer: Bewegung und gesunde Ernährung helfen gegen Demenz. (Foto: Fotolia)

Ilona Herbst war zu Besuch bei ihrer Schwester im Altenheim. Abends erzählt sie ihrem Mann niedergeschlagen: „Meine Schwester vergisst immer mehr. Sie erinnert sich kaum noch an mich. Hoffentlich werde ich nie dement.“ Wie kann die 63-Jährige aktiv vorbeugen? Hier finden Sie fünf hilfreiche Tipps.

Erstens: Gehirn aktivieren

Unser Gehirn besteht aus mehreren Arealen. Werden mehrere dieser Gebiete parallel stimuliert, beugt dies aktiv einer Demenz vor. Wer etwa ein Musikinstrument spielt, schult damit Motorik, Gehör und Konzentration. Beim Tanzen von Standardtänzen trainiert man den Körper und fördert Kommunikation, Gehör und Gleichgewicht. Durch gezieltes Gedächtnistraining lässt sich eine Demenz verzögern. Glück und Freude durch kreative Beschäftigung schiebt eine beginnende Demenz weit fort. Eher schädlich ist es, passiv zu sein – etwa mit hohem Fernsehkonsum.

Zweitens: Förderlicher Lebensstil

Wie man sein Leben lebt, hat Einfluss auf eine eventuelle Demenz. Wer eine dankbare Lebenseinstellung pflegt, wird weniger schnell dement. Anstatt dauernd zu nörgeln, kann man jeden Abend zehn Punkte aufschreiben, für die man dankbar ist. Wer sich zudem Ziele setzt, die er erreichen kann, kann sich über Erfolgserlebnisse freuen. Er verzögert oder verhindert damit eine Demenz. Weitere Tipps sind: Tägliche Bewegung an der frischen Luft, ein strukturierter Tag und ausreichender Schlaf.

Drittens: Soziale Kontakte pflegen

Auch wer mit anderen Menschen Kontakte pflegt, verringert sein Risiko für Alzheimer & Co. „Soll ich mir jetzt extra einen Lebenspartner suchen, damit ich nicht dement werde?“, fragte mich eine allein lebende Frau bei einem Demenz-Seminar. Nein, das nicht. Aber warum nicht eine (generationenübergreifende) WG mit anderen Menschen gründen?  Warum nicht mit anderen etwas unternehmen? Oder Freunde zu sich einladen?

Viertens: Gesunde Ernährung

Um einer Demenz vorzubeugen, hilft auch eine ausreichende Trinkmenge. Jeden Tag 1,5 – 2 Liter Flüssigkeit. Vorwiegend Wasser und Tee. Auch Vollkornprodukte sollten auf dem Speiseplan stehen. Zuviel Industriezucker sollte vermieden werden. Wer seinen vielleicht zu hohen Fettkonsum anpasst (Vorsicht bei versteckten Fetten!) ist auf einem guten Weg.

Fünftens: Erkrankungen und Medikamente

Wer an  Mangelerscheinungen oder Erkrankungen leidet, lässt diese am besten behandeln:

  • Mangel an Eisen, Vitamin B12, Folsäure oder Vitamin D.
  • Erkrankung von Schilddrüse und Herz.
  • Bluthochdruck, Schmerzen, Depression und Diabetes mellitus.

Verschiedene Medikamente, können im Hinblick auf Alzheimer oder andere demenzielle Veränderungen mit dem Arzt besprochen werden, etwa Benzodiazepine oder Schmerzmittel. Auch Medikamente bei Harninkontinenz, freiverkäufliche Schlafmittel oder Medikamente gegen Schwindelgefühl können beim nächsten Arztbesuch thematisiert werden.

Viele wertvolle Impulse zum Thema enthält das Buch “Hilfe, ich werde vergesslich! Was Sie für Ihr Gedächtnis tun können und wie man Demenz erkennt

 

Über Uli Zeller
Uli Zeller schreibt die Pflegebibel-Kolumne Uli & Die Demenz. Der Buchautor, Theologe und Krankenpfleger ist Experte im Umgang mit dementen Menschen. Sein aktuelles Buch Frau Janzen geht tanzen steckt voller humorvoller Vorlesegeschichten über Geburtstage, Jahreszeiten, Tiere, Sprichwörter und vieles mehr. Menschen mit Demenz erinnern sich dabei an vieles, das ihnen vertraut ist.Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag und gibt nützliche Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Themenvorschläge haben, erreichen Sie Uli Zeller über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion.

2 KOMMENTARE

  1. Sehr guter Artikel, besonders die Erwähnung der Nahrungsergänzungen Vit.D, B12 mit Folsäure und Eisen, und zwar in dieser Reihenfolge, sind absolut notwendig. Zu Ergänzen sind im Zusammenhang mit Vit D noch Magnesium, vorzugsweise als Citrat, und Vit.K2. Letzteres sorgt u.a. dafür, dass das Kalzium nicht etwa die Gefässe verkalkt, sondern in den Knochen landet und die Gefässe “geputzt” werden. Das ist leider noch nicht sehr bekannt. Mehr dazu mit genauer Anleitung der richtigen Dosierung findet man im Buch “Gesund in 7 Tagen” von Dr. Von Helden oder der Website http://www.vitamindelta.de.

    Ich bin seit 25 Jahren Heilpraktikerin und habe 2012 das Potenzial von Vit. D entdeckt. Ich schwöre beim Leben meiner Mutter, die ich seit 2009 Pflege, dass der Mangel an Vit.D der größte Mangel überhaupt ist, und die Nichtbeachtung oder zu geringe Dosierung stellt eine unterlassene Hilfeleistung dar mit schweren Schäden für die Gesundheit, ganz besonders im Alter (Immunsystem, Knochengesundheit, Hormonsystem, Muskelfunktion und nicht zuletzt Demenz). Die Bedeutung des Vit.D und seiner Cofaktoren ist meine wichtigste Erkenntnis in meinem Berufsleben und hätte ich es früher gewusst, wäre meine Mutter niemals ein Pflegefall geworden!

    Ausserdem möchte ich darauf hinweisen, dass unter den Paartänzen ganz besonders der Tango Argentino geeignet ist, um Demenz vorzubeugen, Bewegung und Gleichgewicht zu trainieren, und die Musik weckt Erinnerungen an die Jugend und ist Balsam für die Seele. Und vor allem: “Wer Gehen kann, kann auch Tango tanzen”. Tango in seiner einfachen Form ist nichts anderes, als gehen zu zweit.
    In Hamburg gibt es ein Projekt von Helmut Fuchs und Jana Osterhuis, die den Tango mit viel Herz und Erfolg in die Altenheime tragen.

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