Demenz: E-Learning für Angehörige

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Online-Kurse vermitteln Wissen zum Thema Demenz

Online-Kurse über Demenz informieren Angehörige strukturiert und sind nicht an feste Zeitpläne gebunden.

Jutta erschrickt, als ihre Mutter auf einmal nicht mehr weiß, wo sich die Toilette in ihrem  Haus befindet. Die ärztliche Diagnose bestätigt: Ihre Mutter hat Demenz. Weil Jutta zu wenig über das psychiatrische Syndrom weiß, sucht sie sich Hilfe im Netz. So erfährt die 45-Jährige, dass die Aggressionen ihrer Mutter zu den Symptomen gehören. Und mit welcher finanziellen Unterstützung sie bei der Pflege der 73-Jährigen rechnen kann.

Kontakt zu anderen Betroffenen hilft

Etwa 1,5 Millionen Menschen mit Demenz gibt es in Deutschland. Bei mehr als der Hälfte übernehmen Familienmitglieder die Betreuung. Damit hängt die Hauptlast der Pflege an Personen, die meist über keinerlei Vorwissen zum Krankheitsbild verfügen. Und sich mit der bürokratischen Seite häuslicher Pflege kaum auskennen. Helga Schneider-Schelte von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft empfiehlt Betroffenen, an speziellen Schulungen teilzunehmen. Kontakt zu anderen Pflegenden sei auch für den Erfahrungsaustausch unheimlich wichtig, sagt sie laut Stuttgarter Zeitung: „Wenn andere von ähnlichen Erlebnissen erzählen, fühlen sich Angehörige oft nicht mehr so allein.”

Online-Kurse als Alternative zu Präsenkursen

Auch Jutta hat Interesse an einem solchen Kurs. Doch der nächste beginnt erst in acht Wochen – in einer gut 40 Kilometer entfernten Stadt. So lange will die 45-Jährige nicht warten. Außerdem ist ihr der Weg zu weit. Eine Alternative findet sie online. Die Berliner Firma Töchter und Söhne entwickelte in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen einen E-Learning-Kurs. Matthias Zündel, Professor für Gesundheits- und Pflegemanagement, erläutert die zentralen Bausteine: „Es geht um Information, Beratung und emotionale Unterstützung.“

Krankenkassen unterstützen

Die Inhalte sind auf 36 Module aufgeteilt und vermitteln notwendiges Wissen kompakt und umfassend. Für Jutta hat der Online-Kurs den zusätzlichen Vorteil, dass er zuhause realisierbar ist. Denn wie für viele andere, pflegende Angehörige, ist es auch für sie schwierig, Termine außer Haus zu besuchen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, bieten neun Krankenkassen die digitale Hilfe ihren Mitgliedern kostenlos an. Darunter die DAK, die BKK und die HKK. Mitglieder melden sich hier mit ihrer Versicherungsnummer an und können sofort mit dem Kurs beginnen.

Kostenlose Alternative

Für Angehörige, deren Kassen nicht für den Kurs aufkommen, kostet das E-Learning-Programm 99 Euro. Kostenlos ist die Version der Deutschen Alzheimergesellschaft. Testpersonen bewerten das wissenschaftlich evaluierte Programm positiv.

 

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