Schlaganfall: Zeit ist Hirn

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Wer Schlaganfälle frühzeitig erkennt und handelt, vermeidet schwere Behinderungen

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde, um schwerwiegende Folgen zu verhindern (Foto: Fotolia)

Ein Propfen oder Blutaustritt im Gehirn sorgen für Sauerstoffentzug. Ein schmerzfreier Vorgang, der lebensgefährlich werden kann. Mehr als eine Viertelmillion der Deutschen erleiden einen Schlaganfall. Tritt dieser ein, geht es um Minuten.

Wenn der Rücken schmerzt, das Fieber bedrohlich ansteigt oder der Arm gebrochen ist, ist es völlig normal, ins Krankenhaus zu gehen.  Die meisten Betroffenen bagatellisieren jedoch die Symptome. „Gerade bei Schwaben merke ich oft, dass sie einen kleinen Schlaganfall als „Schlägle“ verharmlosen“, sagt Alfred Lindner.

Anzeichen erkennen und handeln

Der ärztliche Direktor der Neurologie im Marienhospital in Stuttgart erklärt die Tücken: „Der Schlaganfall ist für die Betroffenen nicht schmerzhaft und wird daher nicht als Notfall empfunden“. Äußerliche Erkennungsmerkmale sind oft Sprachstörungen, Schwindel oder ein hängender Mundwinkel. Wer bei diesen Symptomen nicht handelt, riskiert Behinderungen wie bleibende Sprachstörungen oder Lähmungen. Das sei davon abhängig, welche Gehirnregionen betroffen seien und in welchen Teilen eine Dysfunktion auftrete, so der gebürtige Oberfranke.

Fachleute betonen: „time is brain“. Dass „Zeit Gehirn ist“, sollte Betroffenen klar sein. Der Apell lautet: Nach den ersten Anzeichen direkt mit dem Notarzt in eine Stroke Unit fahren. Diese Kliniken sind für Neurologische Behandlungen speziell ausgestattet und zertifiziert.

Erste Versorgung

Als erste Hilfe misst der Arzt den Blutdruck, nimmt den Puls und fragt den Patienten, welche Medikamente er nimmt und welche Vorerkrankungen vorhanden sind. Anschließend wird der Betroffene in der Neuro-Klinik im Notfall-CT untersucht, um die Art des Schlaganfalls zu ermitteln.

Zwei Arten sind bekannt. Zum einen der zu 85 Prozent auftretende Hirninfarkt, der zum Beispiel durch einen Gefäßpropfen (Embolus) auftreten kann. Zum anderen die Hirnblutung, bei der Blut durch platzende Gefäße im Gehirn austritt.

Die Behandlung danach

Nach einer erfolgreichen Akutbehandlung beginnt das Team aus Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten mit den Rehabilitierungsmaßnahmen. Reichen zwei bis drei Wochen nicht aus zur Genesung, ist eine fortführende Behandlung ratsam.

Vorsorge

Auch wenn ein Schlaganfall nicht aktiv zu verhindern ist, können präventive Maßnahmen das Risiko senken. „Sport treiben, sowie gesundes Essen vermindern das Risiko“, sagt Outdoor- Sportfreund Lindner.  Alkohol, Zigaretten, hoher Blutdruck und Zucker, fördere hingegen das Risiko. „Ein Schlaganfall kommt nicht von ungefähr: Schon im jungen Alter lohnt es sich, auf Bewegung und gesunde Ernährung zu achten“, betont Alfred Lindner. Im Alter steige die Bedeutung dieser Faktoren.

 



Hendrik Stüwe (Jahrgang 1991) Ist Pflegebibel Redakteur, gelernter Industriekaufmann, Fotograf und Journalist. Gesundheits- und Management-Themen sowie aktuelle Ereignisse aus der Pflege sind seine Spezialgebiete. Damit ist der ehemalige Fitnesscoach auch in anerkannten Arzt-, Physio- und Fitness-Magazinen unterwegs.

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