Glücksgefühle dank Hund Flocke

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Hunde können in Pflegeheimen wahre Wunder bewirken

Rommelshauser Rollstuhlfahrer Herbert mit Hund Flock (Foto: Weithofer)

Da sitzt ein Senior in seinem Rollstuhl am Straßenrand. Jeden Tag, viele Stunden lang. Er mustert die Umgebung, blickt den spielenden Kindern nach, den vorbeifahrenden Autos. Wenn er von Fußgängern gegrüßt wird, grüßt er höflich, aber kaum wahrnehmbar, zurück. Kommt aber Flocke vorbei, der kleine weiße Hund aus der Nachbarschaft, geht ein Strahlen über sein Gesicht. Er streckt seine Hand aus, streichelt über das kuschelige Fell. Ein kurzer Moment des Glücks.

Die Altenpflegerin Carola hat mit Hunden, die von Angehörigen mit ins Heim gebracht werden, nur gute Erfahrungen gemacht. “Eine ältere Dame habe ich ein dreiviertel Jahr nicht mehr lachen sehen, dann hat zufällig ein Besucher einen Vierbeiner mitgebracht – mein Gott, was war das für eine Freude, als sie ihn auf den Schoß nehmen durfte. Gelacht hat sie so laut, dass sich andere Mitbewohner schon gestört gefühlt haben.”

Wissenschaftlich nachgewiesen: Haustiere sind Stimmungsaufheller

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen: Haustiere sorgen für eine positive Atmosphäre im betreuten Wohnen und fördern die Integration von Senioren in einer neuen Umwelt. Ohnehin sind Hunde- und Katzenbesitzer gesünder – der Blutdruck geht runter, und sie leben länger. Manche Seniorenresidenzen fördern daher nach Kräften der Kontakt mit Hunden. Bei Bedarf wird sogar ein Hundesitter engagiert. Ein Spaziergang in den Grünanlagen eines Heims ist eben viel weniger langweilig, wenn ein Hund dabei ist.

Den eigenen Hund mit ins Altersheim nehmen

Auch Maria berichtet von glücklichen älteren Menschen, wenn sie mit ihrem Hund auf besondere Einladung Heime besucht. “Ich hatte früher auch einen Hund, und Ihrer erinnert mich so sehr an ihn”, erzählt ihr eine Seniorin. Und sie lächelt dankbar. Psychologen und Tierschützer plädieren seit langem dafür, dass Heime für ihre Bewohner mehr Möglichkeiten schaffen sollten, ihre Haustiere mitzubringen. Der Bundesverband Tierschutz vertritt die These: “Senioren mit Heimtieren sind aktiver, am Leben interessierter und gesünder.” Gerade Demenzerkrankte freuen sich oft über den Kontakt mit Tieren, die sie häufig an ihre eigene Kindheit erinnern. Hunde schaffen es eben spielend, Herzen zu erobern.

Ob klein oder groß, hauptsache lieb

Verschiedentlich kommen auch ausgebildete Therapiehunde in Alters- und Pflegeheimen zum Einsatz. Doch hier muss man sich überlegen, ob der hohe finanzielle und pesonelle Aufwand noch verhältnismäßig ist. Experten halten eine eher “niederschwellige” Ausbildung oft für vollkommen ausreichend. Ein freundliches, geduldiges und gehorsames Wesen sollte der Hund aber unbedingt zeigen, und er sollte nicht zu groß sein. Gute Erfahrungen werden allgemeinen mit Labradorhunden und Golden Retriever gemacht. Kleine Bologneser – wie Flocke einer ist – sind, wenn es das Heim erlaubt, natürlich auch willkommen.

1 KOMMENTAR

  1. Was verstehen Sie unter einer niederschwefligen Ausbildung? Was nützt der geduldige Hund wenn der Mensch der ihn begleitet keine Ahnug von Senioren hat und die Leute ungewollt beleidigt weil er sie wie kleine Kinder behanderlt? Es sind immer zwei die zu Besuch kommen – Hund und Mensch und beide müssen wissen was sie tun. Es gibt zu viele ungeprüfte Hunde die zwar lieb aber schnell überfordert sind und zu viele Menschen die nur ihren Helferkomplex versorgen. Ein ausgebildetes Therapiehundeteam ist durch eine unausgebildete Kraft mit ungetestem Hund nicht zu ersetzen. Es müssen viel mehr gute Teams in Seniorenwohnanlagen, aber bitte Hunde und Menschen die wissen was sie tun weil sie ausgebildet sind.

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