Vital leben: Eiweiß schützt vor Demenz

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Eiweißhaltiges Essen unterstützt Fitness von Körper und Geist

Gesunde Ernährung, ausreichend Eiweiß und viel Bewegung helfen gegen Demenz (Foto: Fotolia)

Forschungen nach Demenzheilmitteln gehen nur schleppend voran. Immerhin: Erste Erkenntnisse der Medizin geben Hinweise wie Demenz verzögert oder gar verhindert werden kann. Bewegen, gesund essen und ausreichend Eiweiß sorgen für Gesundheit im Alter.

Ursachen der Demenz

„Demenz kommt nicht von jetzt auf nachher“, erklärt Klaus van Ackern, Intensivmediziner am Universitätsklinikum Mannheim. Die Betroffenen erkranken nach und nach. Das geistige und physische Leistungsvermögen nimmt schleichend ab.

Zum einen durch Alzheimer, das durch Ablagerungen von Eiweißstoffen in den Zellen verursacht wird. Zum anderen aus internistischen Gründen, wie etwa Gefäßschädigungen im Hirn. Auch Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen können die Ursachen sein. Grundsätzlich gilt: Krankheiten die Schlaganfälle oder Herzinfarkte auslösen, können auch zu Demenz führen. „Heutzutage dominieren Übergewicht, niedrige Bildung, Rauchen und mangelnde Bewegung als Auslöser“, sagt van Ackern. Laut der Gesellschaft für Neurologie leben in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen mit Demenz. Darunter ist etwa ein Drittel von Alzheimer betroffen. Der Großteil ist weiblich, da Frauen in der Regel älter als Männer werden.

Eiweiß und Bewegung gibt Hoffnung

Doch es gibt Hoffnung: „Wenn die fachlich richtigen Methoden gewählt werden, können wir heute eine Alzheimer-Erkrankung mit einer Vorhersagestärke von rund 90 Prozent prognostizieren“, sagt Jörg Schulz, Direktor des Neurologischen Universitätsklinikums in Aachen. Mediziner gehen zusätzlich davon, dass präventive Maßnahmen den Prozesses verlangsamen können.

Die Risikofaktoren müssen daher gesellschaftlich in den Griff bekommen werden. „Der Schlüssel dazu, scheint in der Muskulatur zu liegen“, erzählt van Ackern, Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Dabei sei zu beobachten, dass Senioren doppelt so viel Eiweiß brauchen wie Jüngere. Je nach Eiweißzufuhr baut die Muskulatur ab oder auf. Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind dabei besonders wichtig“, betont auch Christina Roth-Sackenheim. „Bewegung fördert das körperliche Wohlbefinden und regt das Gehirn an“, so die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Senioren verlieren Muskeln, weil sie den gestiegenen Eiweißbedarf nicht durch verringerte Nahrungsaufnahme nicht abdecken und sich daraus resultierend weniger bewegen. Dabei können selbst sehr alte Menschen gegen die Demenz angehen, indem sie Muskulatur aufbauen.  „Das Alter ist ein Teufelskreis, daher empfehle ich jedem schon in frühen Jahren regelmäßig Sport zu treiben und der Demenz den Kampf anzusagen“, betont van Ackern.

Besser leben für längeres Leben

Menschen leiden ab dem 35. Lebensjahr unter Muskelschwund. Mit 65 Jahren haben die meisten Menschen, statistisch gesehen, schon ein Drittel ihrer Muskulatur verloren. Das sollte jedoch niemanden entmutigen. „Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Senioren keine Muskeln mehr aufbauen können“, erklärt van Ackern. Es ginge zwar langsamer, aber es geht. Grundvoraussetzung sei es, auf seinen Eiweißhaushalt sowie körperliche und geistige Fitness zu achten. Instrumente, Chöre oder andere geistig anspruchsvolle Hobbys ergänzen das Portfolio gegen die Demenz. Reges Austauschen, etwa bei Kaffee und – nicht zu viel – Kuchen am Nachmittag, schützt zusätzlich davor, zu erkranken.

Ein gesunder Lebensstil, der Körper und Geist fit hält sorgt für gute Chancen der Vergesslichkeit davonzulaufen – oder die demenzielle Veränderung zumindest zu verlangsamen.

 



Hendrik Stüwe (Jahrgang 1991) Ist Pflegebibel Redakteur, gelernter Industriekaufmann, Fotograf und Journalist. Gesundheits- und Management-Themen sowie aktuelle Ereignisse aus der Pflege sind seine Spezialgebiete. Damit ist der ehemalige Fitnesscoach auch in anerkannten Arzt-, Physio- und Fitness-Magazinen unterwegs.

 

 

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