Uli & die Demenz: Frieden mit seinem Schicksal schließen

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Pflege gleicht oft einem Kampf gegen Windmühlen

Don Quijote alias die Pflegekräfte, im Kampf gegen Windmühlen (Foto:Fotolia)

Wunden versorgen, Körperpflege, Formulare ausfüllen. Pflege ist vielseitig – und anstrengend. Den Alltag meistert Ihr mit der richtigen Grundeinstellung.

Man wird nie fertig mit der Pflege. Noch so viel mehr könnte man tun. Ein Kampf gegen Windmühlen. Wie kann man erhobenen Hauptes aus diesem Kampf hervorgehen?

Annehmen, was ist

Frühschicht. Sieben Uhr. In einer Stunde gibt’s schon Frühstück. Bis dahin ist noch viel zu tun. Ich kenne diese Situation – und ich verliere da oft den Überblick. Der Ratgeber „Auftanken im Alltag“ gibt einen guten Hinweis: Nehmen Sie das an, was ist. Denn einer, der sich gegen das auflehnt, was ist gleiche jemandem, der die Erdumdrehung stoppen will – oder gegen Windmühlen kämpft. Ob die Autoren dieses Ratgebers jemals in der Pflege gearbeitet haben? Dennoch geht ihr Tipp in die richtige Richtung: Gelassen bleiben ist das Gebot der Stunde.

Gebet um Gelassenheit

Mir persönlich hilft hier ein Gebet sehr. Es stammt von Reinhold Niebuhr und hat ihn während des Zweiten Weltkrieges begleitet.

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Mir gefällt, dass dieses Gebet noch einen Schritt weiter geht. Es will nicht nur die Dinge stehen lassen, die es nicht ändern kann. Nein, es will auch Missstände angehen. Gleichzeitig weiß Niebuhr auch darum, dass man als Mensch nur begrenzt ist – und bittet um die notwendige Weisheit.

Es gilt also auch: Dinge verändern

Wenn der Pflegende morgens um 7 Uhr vor einem Berg Arbeit steht, kann er nicht eben mal schnell das System verändern. Da muss er erst einmal durch – und die Arbeit erledigen. Doch es lohnt sich, langfristig für Veränderung zu kämpfen. Eine der vielen Möglichkeiten, um Verbesserungen anzustoßen ist diese Seite. Auf www.die-pflegebibel.de finden sich viele Beiträge, die dabei helfen, die Welt für alte und demente Menschen, für betreuende Angehörige und Pflegekräfte ein bisschen besser zu machen. Je länger ich diese Seite kenne, umso mehr bin ich begeistert von der Qualität der Beiträge. Sie sind herzlich eingeladen, diese Seite zu entdecken, verschiedene Beiträge zu lesen – Kommentare zu schreiben und sich zu beteiligen. So können wir die Welt der Pflege gemeinsam vielleicht ein bisschen besser machen.

 

Über Uli Zeller
Uli Zeller schreibt die Pflegebibel-Kolumne „Uli & die Demenz“. Der Buchautor, Journalist, Theologe und Krankenpfleger hat sich auf den Umgang mit dementen Menschen spezialisiert. In seinem Ratgeber berät er Angehörige aus christlicher Sicht, wie sie „Menschen mit Demenz begleiten, ohne sich zu überfordern“. Neben häufigen Fragen über Demenz erklärt er in diesem Buch, wie man mit dementen Menschen umgehen und gemeinsame Zeit sinnvoll gestalten kann. Zellers Vorlesebücher für demente Menschen „Frau Krause macht Pause“ und „Frau Janzen geht tanzen“ sind in mehreren Auflagen erschienen. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion. .

 

 

 

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Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema “Demenz und Seelsorge” ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

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