Uli & die Demenz: Lustige Sprüche und Zitate von Bewohnern

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Senioren sorgen für gute Stimmung im Altenheim

Aus Bewohnern können die lustigsten Zitate, Sprüche und Geschichten heraussprudeln, die es lohnt festzuhalten (Foto: Fotolia)

Hier erfahren Sie warum es nicht so schlimm ist  eine Woche nicht zu duschen – und woran man merkt, ob ein Vogel katholisch ist. Ein Blick in mein Pflege-Notizbuch mit lustigen Zitaten, Versprechern und mehr.

Herr Fritz, leidenschaftlicher Raucher, war acht Tage wegen einer Lungenentzündung  im Krankenhaus. . Als er zurück ins Altenheim kam, erzählte er: „Jetzt habe ich eine Woche nicht geduscht und durfte eine Woche lang nicht rauchen. Naja, das mit dem Duschen ist ja nicht so schlimm…“

Ein Notizbuch voller Geschichten

Es gibt viele Gründe zum Lachen im Altenheim. Jeden Tag passieren herrliche Episoden. Immer wieder habe ich mir lustige Szenen und Zitate aus dem Pflegealltag aufgeschrieben. Nicht, um jemanden auszulachen. Aber es wäre doch schade, wenn solche Episoden verloren gingen. Im Rahmen dieser Kolumne öffne ich nun mein Notizbuch und erzähle einige solcher Geschichten.

Spaß aus Bayern

Eine Pflegekraft aus Bayern hat bereits meine letzten Kolumnen mit Bewohnerzitaten bereichert. Auch heute lieferte sie mir ein Zitat einer Frau mit Demenz: „Mei, Schwester, erna schickt da Himmel! Mei ho i etz bieseln miassn! Sangs ma doch mal erna Adress, dass i erna a boa Erdbeern zuakemma los. Des is etz koa leere Versprechung, weil des wos i sog, des holt i a. Des kennas ma glaum.“ („Schwester, Sie schickt der Himmel. Ich musste Wasser lassen. Nennen Sie mir doch Ihre Adresse. Gerne lasse ich Ihnen ein paar Erdbeeren zukommen. Das ist keine leere Versprechung. Was ich sage, das halte ich auch. Das können Sie mir glauben.“).

Ist der Vogel katholisch?

Mit einigen Heimbewohnern sitze ich direkt neben einem Vogelkäfig. Der Wellensittich pfeift. Aber er trällert nicht nur gemütlich vor sich hin. Nein. Er pfeift, dass einem die Ohren weh tun! Und je mehr ich versuche, den Vogel zu ignorieren, umso lauter pfeift er. Mit Blick auf meine Bibel, aus der ich eine Geschichte vorlesen wollte, schaut mich Frau Biermann an. Sie schüttelt den Kopf und sagt: „Na, der Vogel ist halt nicht katholisch.“

 

Über Uli Zeller
Uli Zeller schreibt die Pflegebibel-Kolumne „Uli & die Demenz“. Der Buchautor, Journalist, Theologe und Krankenpfleger hat sich auf den Umgang mit dementen Menschen spezialisiert. In seinem Ratgeber berät er Angehörige aus christlicher Sicht, wie sie „Menschen mit Demenz begleiten, ohne sich zu überfordern“. Neben häufigen Fragen über Demenz erklärt er in diesem Buch, wie man mit dementen Menschen umgehen und gemeinsame Zeit sinnvoll gestalten kann. Zellers Vorlesebücher für demente Menschen „Frau Krause macht Pause“ und „Frau Janzen geht tanzen“ sind in mehreren Auflagen erschienen. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion.

 

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Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema “Demenz und Seelsorge” ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

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