Uli & die Demenz: Dankbar lebt sichs besser

0
28

Fünf Tipps, um demente Menschen glücklich und zufrieden zu machen

Fünf Tipps, wie man demente Menschen glücklich machen kan
Dankbarkeit ist wichtig. Sie baut Menschen auf und gibt ihnen einen Sinn im Leben. Auch beugt Dankbarkeit Depressionen vor, wie Studien jetzt zeigen. (Foto: Fotolia)

Menschen tut es gut gut, wenn sie Dankbarkeit erleben und ausdrücken können. Das gilt für Menschen mit und ohne Demenz. Darum gebe ich hier fünf Tipps weiter.

Erster Tipp: Nennen Sie Dinge, für die Sie dankbar sind

Je nach Stadium der Demenz können Sie dem Betroffenen Dinge nennen, für die Sie dankbar sind – oder sich mit ihm abwechseln. Das geht zu zweit ebenso wie in der Gruppe: „Ich bin dankbar für die Sonne, für das schöne Wetter, für die Blumen, für den Kaffee, für mein Marmeladenbrot, für das Dach über meinem Kopf, für…“

Zweiter Tipp: Lesen Sie vor

Mein Buch „Frau Franke sagt danke“ will demente Menschen und ihre Begleiter zur Dankbarkeit ermutigen. Während des Schreibens und Vorlesens habe ich gestaunt: Es macht etwas mit mir, wenn ich über Dankbarkeit nachdenke – denn ich bin selber dankbarer geworden. Ich bin jetzt sicher ein zufriedenerer Mensch als davor. Ich hoffe, dass das meine Leser in diesem Buch spüren.

Dritter Tipp: Beziehen Sie die Biographie ein

Vieles spielt im Leben eines Menschen eine Rolle: Menschen, Ereignisse, Prägungen, Entscheidungen. Es lohnt sich, darauf zurück zu blicken. Halten Sie markante Ereignisse des dementen Menschen fest. Mit diesem Wissen können Sie sein Jetzt besser verstehen. Legen Sie sich ein Notizbuch zu. Schreiben Sie auf, was Sie über das Leben des Betroffenen herausfinden können. Gute Fragen, die man stellen kann, finden sich in verschiedenen Büchern.

Vierter Tipp: Alle Sinne einbeziehen

Wenn Sie eine Geschichte mit Knöpfen vorlesen, tasten Sie doch gemeinsam an einem Knopf. Geht es in einer Geschichte um Kaffee, können Sie zusammen eine Tasse aufbrühen – daran riechen und davon trinken. Und sich anschließend erzählen lassen, wie man früher Kaffee gemahlen und gekocht hat.

Fünfter Tipp: Selber dankbar sein

Es gibt immer Grund zum Klagen. Aber es gibt auch viel Grund, dankbar zu sein. Man kann sich an den schönen gemeinsamen Momenten freuen – selbst während einer Demenz. Mancher merkt vielleicht sogar, dass die Demenz nicht nur eine Belastung ist. Oder er kommt zur Erkenntnis, dass ein Mensch auch noch wertvoll ist, wenn er nichts mehr kann. Trotz Demenz. Und wieder ein anderer lernt an der vereinfachten Sicht von dementen Menschen, dass er selber die Welt in einem neuen Licht sehen kann.

Über Uli Zeller
Uli Zeller schreibt die Pflegebibel-Kolumne „Uli & die Demenz“. Der Buchautor, Journalist, Theologe und Krankenpfleger hat sich auf den Umgang mit dementen Menschen spezialisiert. In seinem Ratgeber berät er Angehörige aus christlicher Sicht, wie sie „Menschen mit Demenz begleiten, ohne sich zu überfordern“. Neben häufigen Fragen über Demenz erklärt er in diesem Buch, wie man mit dementen Menschen umgehen und gemeinsame Zeit sinnvoll gestalten kann. Zellers Vorlesebücher für demente Menschen „Frau Krause macht Pause“ und „Frau Janzen geht tanzen“ sind in mehreren Auflagen erschienen. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion.

TEILEN

Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema “Demenz und Seelsorge” ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here