Uli & die Demenz: Acht Tipps gegen Einsamkeit

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Gesunde Beziehungen beugen Demenz vor

Einsamkeit führt häufig zu Krankheiten oder Depressionen. Gerade im Alter kann ein alleiniges Dasein schwere Folgen haben (Foto: Fotolia)

Einsamkeit. Wenig soziale Kontakte. Mit niemandem reden können. All das begünstigt Demenz. So kann ich einer Einsamkeit entgegen wirken – und damit Demenz vorbeugen.

Frau Adler löst gern Kreuzworträtsel. Sie ernährt sich gesund. Und sie lebt bewusst und reflektiert. All das beugt einer Demenz vor. Nun aber hat sie gemerkt: „Eines ist noch viel wichtiger. Ich muss unter Menschen gehen. Nicht einsam sein. Beziehungen pflegen“. Wie kann das gelingen?

Acht Tipps gegen Einsamkeit:

 

1. Vielleicht spielt Frau Adler gern. Besonders geeignet sind Brettspiele, die man mit Partnern spielt. Mühle und Schach regen das Gehirn an.

2. Bald hat Frau Adler Geburtstag. Und dazu eine Idee: „Ich könnte wieder einmal Gäste einladen.“ Zusammen Kaffee trinken – und fröhlich plaudern.

3. Früher hat Frau Adler gern getanzt. Wieso nicht wieder einmal das Tanzbein schwingen? Dabei nette Menschen kennenlernen – und etwas für die Gesundheit tun.

4. Im Mitteilungsblatt hat Frau Adler gelesen: „Die Wandergruppe trifft sich alle zwei Wochen am Samstag.“ Eine tolle Möglichkeit, Anschluss zu finden – und die Durchblutung anzuregen. Auch die Durchblutung des Gehirns.

5. Frau Adler könnte sich im Altenheim ehrenamtlich engagieren. Dort macht sie vielleicht dem ein oder anderen einsamen Menschen Mut. Und sie findet selber Anschluss. Wenn sie nicht weiß, was sie tun kann, kann sie ja etwas vorlesen.

6. Frau Adler kann Veranstaltungen zu Themen besuchen, die sie interessieren. Sie überlegt: „Der Vortrag des Weltreisenden würde mich reizen – oder die Autorenlesung.“ Und überall dort kann Frau Adler Menschen treffen, die ähnliche Interessen wie sie haben.

7. Wie wäre es mit Sport? Vielleicht blüht Frau Adler ja auf, wenn sie zusammen mit der Nachbarin walken geht.

8. Frau Adler kann ihre Freunde an deren Geburtstag anrufen, ihnen ein Geschenk vorbei bringen oder ihnen eine Karte schicken. So blühen alte Beziehungen wieder auf.

Einsame Menschen wie Frau Adler können vielleicht nicht alle acht Tipps auf einmal umsetzen. Aber warum nicht einen von diesen Tipps herausgreifen – und einen kleinen Schritt in Richtung Gesellschaft tun.

Über Uli Zeller
Uli Zellers aktuelles Buch heißt „Frau Franke sagt Danke. Mutmachgeschichten für Menschen mit Demenz“. Bekannt wurde der Krankenpfleger, Journalist und Theologe durch seine Vorlesebücher für Menschen mit Demenz und einen Ratgeber für Angehörige aus christlicher Sicht. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion.

 

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Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema "Demenz und Seelsorge" ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

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