Uli & die Demenz: Nicht die Küche abfackeln

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Menschen mit Demenz und ihr Umfeld vor sich selber schützen

Herdplatte, Wasserkocher oder Chemikalien sollten zum Schutz aus der Wohnung entfernt oder abgeschaltet werden
Wohnen dementiell Veränderte alleine in ihrer Wohnung, können schlichte Haushaltsgeräte zu Gefahren werden. (Foto: Fotolia)

Elsa Steinberg wohnt in der eigenen Wohnung. Meistens klappt das noch ganz gut. Aber nicht immer. Neulich hat sie den Wasserkocher auf das Kochfeld gestellt – und die Platte erhitzt. Fast hätte die Wohnung gebrannt. Auch der Abflussreiniger wäre neulich beinahe in der Suppe gelandet. Wie kann ich meine dementen Angehörigen vor sich selber schützen? Was kann ich tun, damit in der Küche nichts Schlimmes passiert?

Orientierung geben

Wer sich in seiner Wohnung zurechtfindet, ist sicherer – und macht weniger falsch. Leuchten Sie die Bereiche der Wohnung aus, in denen sich der Betroffene am Besten aufhalten kann. Räumen Sie Geschirr, das man häufig braucht, so zugänglich auf, dass Ihr Angehöriger es leicht findet. Also nicht in die oberste oder unterste Schublade oder den hintersten Schrank. Den Kühlschrank räumen Sie am Besten so ein, dass sich wichtige und häufig benötigte Lebensmittel auf Augenhöhe befinden.

Kleine und einfache Maßnahmen

Viele Dinge können Sie einfach und pragmatisch lösen: Scharfe Messer, Scheren und Nadeln entfernen Sie am Besten aus der Wohnung. Verbannen Sie den Wasserkocher aus dem Haushalt. Chemikalien und Putzmittel ebenfalls. Auch Feuerzeuge, Streichhölzer und Kerzen packen Sie lieber zur Seite. Bringen Sie eine Kindersicherung an Steckdosen und Herd an.

Herd abklemmen oder ausbauen

Wenn eine Kindersicherung am Herd nicht genügend Schutz gewährt, gehen Sie noch einen Schritt weiter. Drehen Sie die Sicherung heraus, wenn Sie das Haus verlassen und Ihr Angehöriger alleine zuhause ist. Manchmal kann es sinnvoll sein, den Herd abzuklemmen oder ganz zu entfernen. Häufig wird dies vom Betroffenen hingenommen, ohne darüber zu diskutieren. Eine Tochter berichtete, dass sie noch einfacher zu einer Lösung kam. Sie kaufte einen neuen Elektroherd für die Küche ihrer Mutter. Und: Dieser war der Mutter zu kompliziert. Sie überließ ihn künftig ihrer Tochter. Ohne Probleme.


Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema “Demenz und Seelsorge” ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

 

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Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema “Demenz und Seelsorge” ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

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