Pflege ist mehr als nur Hard Skills

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Bewerbungen müssen mit Fachwissen und Soft Skills überzeugen

Bewerbungsschreiben sollten neben den fachlichen Kompetenzen auch charakterliche Züge beinhalten
Die Pflegebranche verlangt nach Fachkräften mit Soft Skills (Foto: Fotolia)

Kaum ein Arbeitsbereich lebt so sehr von der Kombination von Fachwissen und Soft Skills: Ohne Empathie und die charakterliche Eignung geht in der Pflegebranche wenig. Das wissen auch die Personaler, die darüber entscheiden, welche Kandidaten zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden und welche nicht, wenn es um die Besetzung einer neuen Stelle geht. Doch viele Bewerber stehen dann vor den Fragen: Wie bewerbe ich mich richtig und an welcher Stelle sollte ich meine persönlichen Soft Skills am besten einbauen und Welche Charakterzüge sind überhaupt gefragt?

Bewerbung in der Pflege: Wonach suchen die Personaler?

Die Aufgaben von Pflegekräften sind extrem vielfältig: Sie unterstützen die ihnen anvertrauten Menschen und führen ärztliche Anordnungen korrekt und gewissenhaft aus – doch erwartet man von den gut geschulten Fachkräften meist mehr als das, wofür sie eigentlich bezahlt und angestellt wurden. Natürlich wird, wie bei jeder anderen Dienstleistung auch, fachliche Kompetenz, Sorgfalt und freundliches Auftreten groß geschrieben. Allerdings suchen Personaler, vor allem bei großer Anzahl an eingetroffenen Bewerbungsunterlagen, gezielt nach Kandidaten, die nicht nur die richtige Qualifikation, also Ausbildung inklusive Fort- und Weiterbildungen mitbringen, sondern auch nach Bewerbern, die charakterlich das Profil ausfüllen, das gesucht wird.

Selbstverständlich kann man diese Eigenschaften im Lebenslauf, beispielsweise in einem Kurzprofil, nacheinander auflisten – allerdings wird dies keinen Personalverantwortlichen beeindrucken. Eine Liste mit potenziell gefragten Skills kann jeder niederschreiben. Wichtiger ist es, die gefragten Charakterzüge im Bewerbungsschreiben so zu präsentieren, dass eine Verbindung zwischen den eigenen Soft Skills und den bisher ausgeübten Tätigkeiten und Aufgaben entsteht – oder kurz: Bewerber sollten ihre Kenntnisse und Fähigkeiten immer belegen. Wer also beispielsweise seine Teamfähigkeit überzeugend darstellen möchte, kann dies im Anschreiben wie folgt formulieren:

“Bereits bei meiner derzeitigen Tätigkeit überzeuge ich bei der Arbeit im Team: So leite ich die täglichen Übergaben im Schichtdienst und teile Aufgaben nach dem Kenntnisstand der jeweiligen Mitarbeiter zu.”

Soft Skills: Welche sind gefragt?

Bestimmte Soft Skills sind in der Pflege natürlich gefragter als andere: Ganz oben steht natürlich ein empathischer Umgang mit den zur Pflege anvertrauten Personen. Ob im Krankenhaus, Alten- oder Pflegeheim: Die Achtung der Würde des Menschen und eine respektvolle Art sind ein Top-Kriterien für jede Pflegekraft – und werden vorausgesetzt. Allerdings ist es immer sinnvoll, dass Bewerber nochmals betonen, dass sie sich dessen bewusst sind.

Ebenso verhält es sich mit dem liebevollen und von Verständnis geprägten Umgang. Natürlich kann man Sympathie und den Aufbau einer persönlichen Beziehung zwischen Pflegendem und anvertrautem Menschen nicht voraussetzen, allerdings sollte jede Pflegekraft ein Gespür für die Sorgen und Nöte mitbringen, die Menschen in der Situation der Pflege haben können – sowohl diejenigen, die pflegebedürftig sind als auch diejenigen, deren Angehörige gepflegt werden müssen.

Geduld im Umgang mit seinen Mitmenschen, Flexibilität und Organisationsgeschick in Bezug auf die Arbeit sowie eine ausgeprägte Teamfähigkeit sind absolut gefragt, wenn es um Soft Skills in der Pflege geht. Diese Punkte lesen Personaler natürlich gerne, doch kann man sich in den schriftlichen Bewerbungsunterlagen auch mit Skills hevortun, an die man nicht direkt denkt: Beispielsweise ist die psychische Belastbarkeit eine Eigenschaft, die extrem wichtig für die Pflege ist. Die Fachkräfte müssen nicht nur der physischen Belastung, die der Beruf mit sich bringt, standhalten, sondern auch in der Lage sein, mit Hektik, Stress und anderer psychischen Belastungen, die der Job mit sich bringt, umzugehen. Ein Hinweis darauf im Anschreiben der Bewerbung zeigt, dass man weiß, worauf man sich einlässt.

Ein wichtiger Tipp: Wer sich bei einer Einrichtung bewirbt, die einen kirchlichen Träger besitzt, sollte man vorher unbedingt einen Blick in die Leitlinien werfen. Meist finden sich dort Hinweise, welche Eigenschaften in der Institution hoch angesehen werden – und wer diese in der Bewerbung anspricht, zeigt zusätzliches Engagement und dass man sich tiefgehend informiert hat.


Über Christian Scherer
Christian Scherer ist Marketing Manager bei richtiggutbewerben.de, einem Online-Bewerbungsservice, der Jobsuchenden die Erstellung von Bewerbungsunterlagen abnimmt. Scherer ist Experte für Online-Bewerbungsverfahren und aktuelle Trends im Bereich Karriere und Bewerbung. Vor seinem Studium arbeitete er mehrere Jahre in der Verwaltung einer Altenpflege-Einrichtung und kann den Arbeitsalltag und die Probleme, vor die Pflegekräfte tagtäglich gestellt werden, sehr gut nachempfinden – auch im Hinblick auf die Suche nach neuen Stellen.

 

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