Uli & die Demenz: Dankbarkeit verringert Demenz-Risiko

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Einfache Mittel sorgen nachweislich für mehr Gesundheit und Wohlbefinden

Glück, Dankbarkeit und Gesundheit gehören zusammen. Das beweist eine Studie des Mind-Body-Instituts Potsdam (Foto: Fotolia)

„Wofür sind Sie dankbar?“ Zum Zusammenhang zwischen Dankbarkeit und Gesundheit  wurden Menschen befragt und untersucht. Ermutigend ist: Dankbare Menschen sind gesünder, leiden weniger an Herzerkrankungen – und werden demzufolge auch seltener dement.

Hobbys, die glücklich machen

40 Prozent des Glücksempfindens liegen in unserer eignen Hand. Tobias Esch, Mitarbeiter des Mind-Body-Instituts Potsdam, schließt daraus: “Positive Gedanken haben durchaus das Potenzial zu heilen.” Glücksbotenstoffe werden durch den Körper gepumpt. Weniger Stresshormone werden ausgeschüttet und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt. Damit auch die Wahrscheinlichkeit, durch eine Erkrankung der Blutgefäße dement zu werden. Positiven Gedanken auf die Sprünge helfen können  kreative Hobbys – oder, wenn man über sich selber hinaus wächst. Wie wäre es mit Ausdauersport: Radfahren, Bergsteigen, Walking oder Schwimmen. Oder kreativ sein. Zum Beispiel bei einem Mal- oder Töpferkurs.

Dankbar werden

In der oben erwähnten Studie wurden Patienten mit Herzerkrankungen untersucht. Ergebnis: Sie sind gesünder, je dankbarer sie waren. Ein Zusammenhang zwischen Dankbarkeit und geistigem Wohlbefinden wurde festgestellt. Wer dankbar ist, ist auch besser gelaunt. Der Schlaf dankbarer Menschen ist erholsamer. Dankbare Menschen haben mehr Selbstvertrauen. Gleichzeitig haben sie geringere Entzündungswerte und dadurch weniger Herzschäden. Mit einher geht ein geringeres Risiko, an einer Demenz zu erkranken.

Eine einfache Faustregel

Es lässt sich also die einfache Faustregel aufstellen: Wer dankbar ist, ist auch gesünder.

Dankbarkeitstagebuch

In der Studie spielte ein Danbarkeitstagebuch eine Rolle. Wer täglich drei Dinge notierte, für die er dankbar war, bei dem senkte sich das Herzinfarktrisiko. Und, um es anzufügen: Wer weniger herzinfarktgefährdet ist, ist auch weniger gefährdet, eine (vaskuläre) Demenz zu bekommen. Ich selber führe von Zeit zu Zeit auch immer wieder einmal ein Dankbarkeitstagebuch. Und merke, wie gut mir das tut. Das kann ich nur weiter empfehlen. Auch unter dieser Kolumne können Sie Dinge kommentieren, für die Sie dankbar sind.

Über Uli Zeller
Uli Zellers aktuelles Buch heißt „Frau Franke sagt Danke. Mutmachgeschichten für Menschen mit Demenz“. Bekannt wurde der Krankenpfleger, Journalist und Theologe durch seine Vorlesebücher für Menschen mit Demenz und einen Ratgeber für Angehörige aus christlicher Sicht. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion.

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Uli Zeller (Jahrgang 1976) arbeitete mehrere Jahre als Krankenpfleger im Bereich der ambulanten und stationären Altenhilfe. Sein Theologiestudium schloss er mit einer Masterarbeit zum Thema “Demenz und Seelsorge” ab. Seit 2008 ist er als Betreuer und Seelsorger in einem Altenheim in Singen tätig. Menschen mit Demenz lieben seine humorvollen Geschichten, Andachten, Rätsel und Gedichte.

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