Pflege-TÜV: Einrichtungen warten auf faire Bewertungen

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Nicht aussagekräftige Note 1,0 vom MDK bisher keine Seltenheit

Für eine gute Note beim MDK-Check haben Einrichtungen und Pflegekräfte in der letzten Zeit bloß ein müdes Lächeln übrig. Dass die Bewertung kaum etwas aussagt, hat sich inzwischen bis zum letzten Angehörigen herumgesprochen. Auf den aussagekräftigen Pflege-TÜV müssen wir aber noch bis 2019 warten.

Viele wichtige Bereiche werden vom bisherigen Pflege-TÜV nicht berücksichtigt

Viele Bereiche, die Aussagen über die Lebensqualität von Bewohnern und Pflegebedürftigen treffen, werden beim MDK-Check bisher nicht berücksichtigt: Wie steht es um die individuell erlebte Lebensqualität und Zufriedenheit?, wie ist die ärztliche Versorgung gesichert?, gibt es freiheitsentziehende Maßnahmen?, Wie wird die soziale Teilhabe gesichert? In all diesen Bereichen gibt es sowohl im ambulanten als auch im stationären Pflege-Bereich Probleme, von denen die Pflegenoten ablenken.

Pflegenoten 1,0 und so weiter sind unbrauchbar

Die bisherigen Pflegenoten sind also unbrauchbar, weil sich Missstände damit kaum erkennen lassen. Beim Pflege-TÜV werden Heime und Pflegedienste vom Medizinischen Dienst der Kassen geprüft und benotet. Dabei erhalten Heime und Dienste bisher oft Bestnoten. Um die Aussagekraft zu verbessern, soll das System reformiert werden.

Der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDS), Peter Pick, sagte der Frankfurter Rundschau, der gesetzlich vorgegebene Zeitplan sei nicht zu halten, da die Erarbeitung des neuen Systems länger dauere als vorgesehen. Nach seinen Angaben kommt der neue Pflege-TÜV für Pflegeheime voraussichtlich 2019 und für die ambulanten Dienste 2020 – und damit jeweils ein Jahr später als geplant.

System wird komplexer

Pick sagte, künftig werde es voraussichtlich keine Gesamtbewertung der Einrichtungen mit Noten mehr geben. «Das wird der Komplexität nicht gerecht», betonte er. Es laufe darauf hinaus, in dem offiziellen Internetportal für den Pflege-TÜV die Informationen übersichtlich darzustellen.


Leila Haidar ist freie Wirtschaftsjournalistin aus Stuttgart. Sie ist für verschiedene überregionale Tageszeitungen tätig, schreibt für Fachmagazine und beschäftigt sich mit den verschiedensten Themen, darunter Personal, Industrie und Logistik.

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