Kindergarten zu Besuch: Ein Gewinn für Jung und Alt

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Kooperation des Senioren Wohnen Ludwigsfeld mit dem evangelischen Kindergarten

Das gemeinsame Basteln ist für beide Generationen ein Plus. (Foto: Gysin)

Einmal im Monat verbringen die Schützlinge des evangelischen Kindergartens Arche Zeit mit ihren geliebten Senioren. Gemeinsam wird gespielt, gesungen, gebastelt und gelacht – und dies nun seit fast 15 Jahren.

Am ersten Dienstag im Monat besuchen die Drei- bis Sechsjährigen das Senioren Wohnen im Hasenweg. Zwei oder drei Betreuer begleiten die rund 15 Kinder dabei. Ziel der kleinen Abenteurer ist abwechselnd einer der insgesamt sechs Bereiche des Altenheims. Selbst der Wohnbereich B, welcher hauptsächlich dementiell Erkrankte betreut, wird von den Kleinen nicht ausgelassen. „Zu danken haben wir diese tolle Kooperation Frau Fink. Die Besuchsdienstdame unseres Heims war einst Kindergärtnerin“, erklärt Christine Hirschberger, Hausdame des Senioren Wohnen Ludwigsfeld.

Kindergartenbetreuer und Kinder arbeiten für jeden Besuch eine neue Unterhaltung aus: Lieder, die gemeinsam geträllert werden können. Schneeflocken, die Jung und Alt zusammen ausschneiden und anschließend die Fenster zieren. Oder gar Gedächtnisspiele, die beide Generationen rausfordern und fördern. Jedes Kind darf sich hierbei einen Senior aussuchen, mit dem es den ein-bis zweistündigen Aufenthalt verbringt. Auch vereinzelte Feste feiern Kinder und Senioren miteinander. So gibt es beispielsweise in der Weihnachtszeit ein kleines Konzert voller Weihnachtsklassiker für die Senioren und im Gegenzug Schoko-Nikoläuse für die Kinder. „Die Kleinen könnten die Urenkel mancher unserer Bewohner sein. Trotzdem gibt es keinerlei Konflikte“, erklärt die 53-Jährige.

Edyta Klasik ist zuständig für die allgemeine soziale Betreuung des Senioren Wohnens. Somit fällt auch der monatliche Besuch des Kindergartens in ihren Bereich. „Ich kann glücklicherweise sagen, dass die beiden Generationen sich hervorragend verstehen“, so Klasik. Die älteren Leute freuen sich immer besonders und die voller Leben steckenden Kinder seien eine Art „Rettung“ aus dem routinierten Heimalltag. Genervt oder überanstrengt seien die Senioren dabei nie. Selbst, wenn es zu direkten Fragen über gesundheitliche Defizite der Älteren kommt. „Meist beantworten die Senioren Fragen, wie „Wieso kannst du nicht laufen?“ oder „Wieso brauchst du einen Rollstuhl?“, selbst. Manchmal kommt es jedoch vor, dass sie hilfesuchend zu mir schauen. Dann versuche ich es den Kindern zu erklären“, so die 40-Jährige. Krankheiten machen den Kindern laut der sozialen Betreuerin nichts. Genau so wenig interessiert die Sprösslinge das Wort Demenz.

Vielleicht ist es genau das, was Alt und Jung so gut miteinander auskommen lässt: Kinder nehmen Defizite oder kleine Fehler nicht wahr. Oder sie nehmen die Defizite an, ohne Betroffene auszuschließen und zu verurteilen. Senioren merken, dass sie vor den Kleinen nicht perfekt sein müssen – können ihren Defiziten offen gegenüberstehen und sich nicht dafür verstecken. Die Freude und Gelassenheit der Welt gegenüber steckt die Älteren an: Lachen ist daher jeden ersten Dienstag des Monats im Senioren Wohnen Plichtprogramm.


Ronja Gysin
Jahrgang 1989, „Die Pflegebiblerin“
hat Medienwirtschaft in Stuttgart studiert, langjährige Jugendleiterin, lernte den Online-Journalismus bei ProSiebenSat.1 Digital kennen, arbeitete in einer Londoner Nachrichtenagentur, hat die besten Ideen beim Wandern und ist begeisterte Köchin. Ihr Lebensmotto: Wenn Plan A nicht funktioniert, bleiben noch 25 andere Buchstaben.

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Jahrgang 1989, „Die Pflegebiblerin“
hat Medienwirtschaft in Stuttgart studiert, langjährige Jugendleiterin, lernte den Online-Journalismus bei ProSiebenSat.1 Digital kennen, arbeitete in einer Londoner Nachrichtenagentur, hat die besten Ideen beim Wandern und ist begeisterte Köchin. Ihr Lebensmotto: Wenn Plan A nicht funktioniert, bleiben noch 25 andere Buchstaben.

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