Uli & die Demenz: Zeitzeugen der 50er-Jahre

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Für heutige Senioren sind die 1950er Jahre voller Ereignisse. Es gibt viel zu erzählen (Foto:Pexels)

In den 50er-Jahren gab es die Freßwelle, die Einrichtungswelle und die Reisewelle. Demente Menschen können sich häufig noch gut an die Extraportion Sahnetorte erinnern – aber auch an den Nierentisch. Und die Reise nach Italien. Diese natürlich im VW Käfer.

Aus diesem Grund schreibt Pflegebibel-Kolumnist nun ein Buch über die 50er-Jahre. Darin sollen Zeitzeugen zu Wort kommen, die von diesem Jahrzehnt erzählen. Wer kleine und große, lustige und nachdenkliche Geschichten hat, kann sich bei unserem Pflegebibel-Kolumnisten melden.

Kleine Checkliste: Was war in den 50ern?

Hier gebe ich einige Stichworte zu den 50ern. Einerseits, weil ich damit Zeitzeugen unter meinen Kolumnen-Lesern dazu ermutigen möchte, mir ihre Erinnerungen an diese Zeit weiterzugeben. Andererseits ist das Thema 50er ein tolles Sprungbrett für die Aktivierung im Altenheim. Wer einige dieser Stichpunkte in seine Gespräche mit dementen Menschen einbaut, erlebt manchmal ein aufmerksames Hinhören.

Ein Punkt in Flensburg

Die Verkehrssünderkartei in Flensburg wurde eingeführt. Wann haben Sie zum ersten Mal einen Strafzettel bekommen? Wofür gabs für Sie den ersten Punkt?

Ab ins Kino

Im Kino lief „Manche mögen`s heiß“ mit Marilyn Monroe – aber auch Walt Disney`s „Die Wüste lebt“. Andere Filme hießen: „Wir Wunderkinder“, „Sissi“ oder „Wenn der weiße Flieder wieder blüht.“ Welchen Film haben Sie als Ersten im Kino gesehen? Mit wem waren Sie im Kino? Haben Sie noch Erinnerungen daran?

Weitere Erlebnisse

Vielleicht erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Hula-Hoop-Reifen. Oder Sie haben einen Heiratsantrag im VW Käfer bekommen? Vielleicht haben Sie auch Ihre Musikbox mit einem Ratenkredit bezahlt. Möglicherweise erinnern Sie sich an Schlager von Catherina Valente und Peter Alexander – und können erzählen, was diese mit Ihrer persönlichen Biographie zu tun haben. Dann melden Sie sich gerne bei Uli Zeller. Er freut sich über persönliche Erlebnisse aus den 50ern. In anonymisierter Form werden diese dann verwendet, um demente Menschen an die Zeit von damals zu erinnern.

Daran erinnere ich mich gerne

Wenn ich Menschen mit Demenz auf ihre Kindheit und Jugend ansprechen möchte, verwende ich gerne das Bilderbuch und die Bild-Karten „Daran erinnere ich mich gerne“. Gerade für mich als eher schüchternen und zurückhaltenden Menschen eine große Hilfe. Die Bildkarten und das Bilderbuch wecken Erinnerungen. Und sie enthalten Fragen, auf die ich selber nicht gekommen wäre. Zum Beispiel:

– Bereich Schule: Können Sie ein Musikinstrument spielen?

– Bereich Freizeit: Fallen Ihnen noch Schlager von damals ein?

– Bereich Kind: Haben Sie die Sachen für Ihr Baby selbst gemacht?

– Bereich Haushalt: Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Waschmaschine?


Über Uli Zeller
Uli Zellers aktuelles Buch heißt „Frau Franke sagt Danke. Mutmachgeschichten für Menschen mit Demenz“. Bekannt wurde der Krankenpfleger, Journalist und Theologe durch seine Vorlesebücher für Menschen mit Demenz und einen Ratgeber für Angehörige aus christlicher Sicht. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion.


2 KOMMENTARE

  1. Eine Ergänzung zur “Verkehrssünder-Kartei” in Flensburg: In den 1950er-Jahren gab es noch keine Punkte. Sondern erst später. Der erste Strafzettel wäre aber dennoch ein spannender Gesprächseinstieg…

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