Drei Tipps, um richtig zu fragen

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Menschen mit Demenz so abholen, wie sie es verstehen können

Fragen zu stellen, die mit Ja oder Nein zu beantworten sind, helfen bei der Kommunikation mit Dementen. (Foto: Pexels)

Komplexe Fragen überfordern Menschen mit Demenz. Und auch Fragen, die sie nicht einordnen können. Kann ein dementer Mensch nicht antworten, ist das peinlich für ihn. Wie kann ich nun richtig fragen?

„Wann haben Sie Geburtstag, Herr Schuster?“, fragt eine Besucherin den dementen Herrn im Altenheim. „Am 9.9.“, antwortet Herr Schuster. „Und? Wie alt sind Sie denn jetzt?“ Herr Schuster bekommt große Augen – und weiß die Antwort nicht. Schwester Britta hilft. Sie fragt: „In welchem Jahr sind Sie auf die Welt gekommen, Herr Schuster? Neunzehnhundert…“ Sofort weiß es Herr Schuster: „1931.“ Er strahlt bis zu den Ohren. „Aha“, sagt die Besucherin. „Dann sind Sie also 86 Jahre alt.“ „Genau.“ Herr Schuster lächelt.

Tipp 1: Stellen Sie einfache Fragen

„Möchten Sie Ihren Kaffee mit Milch und Zucker, warm oder kalt, im Kännchen oder in der Tasse?“ So viele Fragen auf einmal sind schon für Menschen kompliziert, die nicht dement sind. Umso einfacher sollten Fragen für demente Menschen gestrickt sein. Bei der Frage um den Kaffee wäre es zum Beispiel einfacher, die Frage in drei Einzelfragen aufzulösen, die Sie nacheinander stellen.

Frage 1: „Trinken Sie Ihren Kaffee mit Milch?“
Frage 2: „Trinken Sie Ihren Kaffee mit Zucker?“
Frage 3: „Möchten Sie Ihren Kaffee in der Tasse oder im Kännchen?“

Tipp 2: Stellen Sie geschlossene Fragen

„Was möchten Sie trinken?“ Diese Frage kann überfordern, weil sie zu viele Antwortmöglichkeiten bietet. Versuchen Sie es doch einmal mit der Frage: „Möchten Sie eine Tasse Tee?“ Hier gibt es nur zwei Möglichkeiten: Ja oder nein. Wenn die Worte fehlen, gehört es dennoch zu den Grundfreiheiten des Menschen, ja oder nein sagen zu können – und die Folgen dieser Wahl zu erleben. Dies gehört zur Kunst, richtig mit dementen Menschen zu sprechen.

Tipp 3: Fragen Sie nach biographisch verankerten Daten

Wie im Eingangsbeispiel gesehen kann es ungeschickt sein, Fragen zu stellen, die zu sehr aufs Jetzt zielen, etwa: „Wie alt sind Sie?“ Fragen Sie besser nach fest im Lebenslauf verankterten Daten, wie: „In welchem Jahr wurden Sie geboren?“

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