Uli & die Demenz: Tanzen gegen das Vergessen

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Mit Tanzen Körpergefühl, Denkvermögen und Kreativität verbessern

Tanzen verbessert Durchblutung und Körpergefühl. Es hält fit und beugt einer Demenz vor. (Foto: Pexels)

Endlich ist es so weit. Die Schritte sitzen. Ich muss nicht mehr dauernd auf meine Füße achten. Sondern kann die Grundschritte der Rumba tanzen – und dabei meiner Frau in die Augen schauen. Unbeschwert. Wenn ich den Tanz beherrsche, beherrscht er nicht mich. Und obendrein tue ich meinem Gedächtnis etwas Gutes.

Vom Trampelpfad zur Autobahn

Mein Gehirn besteht aus verschiedenen Regionen. Sie haben unterschiedliche Aufgaben. Da haben im einen Gebiet eher Logik und Zahlen ihren Platz. Im anderen Bereich mehr die Emotionen. Super ist, wenn die Hirnareale miteinander in Beziehung kommen. Das geschieht zum Beispiel beim Tanzen. Je öfter ich einen Tanz übe, umso tiefer graben sich die Bewegungsabläufe ins Hirn ein. Zunächst wie ein Trampelpfad. Dann wird der Pfad langsam zu einem Feldweg. Irgendwann zu einer Landstraße. Und – mit ganz viel Übung zu einer Autobahn.

Boogie, Disco Fox, Fox Trott

Je mehr Tänze ich in meinem Fundus haben, umso mehr werden die verschiedenen Hirnareale zueinander in Beziehung gebracht. Ich wirble also nicht nur meine Frau zu mir. Nein: Ich drehe auch die Demenz weg. Auch wenn ich es mit meinen Tanzkünsten bis jetzt wohl noch nicht einmal bis zum Feldweg geschafft habe…

In jedem Alter möglich

Meine Frau und ich haben schon öfter über die vielfältigen Angebote der Tanzschule vor Ort gestaunt. Da gibt’s schon den „Windeltanz“ für die ganz Kleinen. In den Tanzkreisen drehen sich Tänzer vom Schul- bis hin zum Rentenalter. Und: Wer nicht mehr so gut zu Fuß oder mit dem Rollator unterwegs ist, für den gibt es auch eigene Angebote. In dem Altenheim, in dem ich angestellt bin, finden immer mal wieder Rollatortanz und andere Tanzveranstaltungen statt. Und wer nicht mehr stehen kann, kann auch zu einem Sitztanz schunkeln. Um einen Sitztanz geht es auch in der Titelgeschichte meines Buches „Frau Janzen geht tanzen. Fröhliche Geschichten zum Vorlesen für Menschen mit Demenz“.

Ein Tipp für Tanz-Muffel

Wer keine Lust zum Tanzen hat, kann sein Gehirn auch anderweitig motivieren – und einer Demenz vorbeugen. Jonglieren ist eine gute Methode. Einige Bälle kann man jederzeit griffbereit liegen haben. Anleitungen zum Jonglieren findet man im Internet. Wenn ich längere Zeit sitze, lese oder schreibe und eine Abwechslung brauche, dann greife ich gelegentlich zu meinen Jonglierbällen und lasse diese einfach mal eine halbe Minute kreisen. Das tut Rücken und Hirn gut.

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