Uli & die Demenz: Fünf Tipps, um den Kopf frei zu bekommen

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Wie Pflegende Abstand von ihrem Alltag bekommen

Strand Urlaub Insel
Bild: pixabay.com

„Manchmal habe ich das Gefühl, die Welt besteht nur noch aus dementen Menschen“, klagte Altenpflegerin Angelika. Und Frau Braunhals fügte an: „Ich bekomme immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich auf etwas anderes konzentriere, als auf meinen dementen Ehemann.“ Dass Abstand gut tut, weiß jeder. Aber wie bekommt man den Kopf frei? Hier einige einfache Übungen, die Sie immer wieder mal ausprobieren können.

Erstens: Mit allen Sinnen träumen

Setzen oder legen Sie sich hin. Schließen Sie die Augen. Gönnen Sie sich fünf Minuten Ruhe. Stellen Sie sich einen Meeresstrand vor. Beziehen Sie alle Sinne ein. Stellen Sie sich vor, Sie hören Vögel kreischen. Der Sand kratzt zwischen Ihren Zehen. Die Luft riecht nach Salz. Der Himmel verfärbt sich in der untergehenden Sonne. Ein Boot tuckert auf dem Meer vorbei. Ziel dieser Übung ist, die Konzentrationsfähigkeit zu steigern und sich auf eine Sache – und eben nur auf diese eine Sache – zu konzentrieren.

Zweitens: Seien Sie unbescheiden

Machen Sie eine Liste mit Situationen, die Sie erfolgreich gemeistert haben. Was war Ihr größter Erfolg? Schließen Sie die Augen und malen Sie sich diesen größten Erfolg mit allen fünf Sinnen aus. Dies soll die Motivation und Willenskraft steigern. Um mit „good vibrations“ der Vergangenheit Kraft für die Zukunft zu bekommen.

Drittens: Nutzen Sie Ihre Vorstellungskraft

Legen Sie sich hin. Schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich ein Kino vor. Eine schwarze Wand. Nun malen Sie sich aus, auf der Wand taucht die Zahl eins auf. Sie ist scharf umrissen. Sie leuchtet. Stellen Sie sich eine Farbe vor, die Ihnen gefällt. Die Farbschattierungen können sich auch verändern. Danach stellen Sie sich die Zahl zwei vor. Setzen Sie die Übung mit allen Zahlen bis zehn fort. Ziel ist, dabei einige Augenblicke den Kopf frei zu bekommen. Denn während das Gehirn beschäftigt ist, kann es kaum um Probleme kreisen.

Viertens: Verknüpfen Sie Begriffe

Stellen Sie sich zwei Gegenstände vor, zum Beispiel ein Würfel und eine Tür. Versuchen Sie nun, sich verschiedene Verknüpfungsvarianten vorzustellen: Eine Tür, deren Klinke aus Würfeln besteht. Ein Würfel, der an jedem Punkt eine Tür hat. Eine offene Tür, durch die einige Würfel geworfen werden.

Übertreiben Sie bezüglich Größe und Form, Anzahl und Menge. Bringen Sie Bewegung hinein. Finden Sie immer mehr Bilder. Die Übung soll die Kreativität fördern und langfristig dazu verhelfen, auch auf anderen Gebieten – zum Beispiel in der Pflege – kreative Lösungen zu finden.

Fünftens: Innere Einkehr und Gebet

Mir persönlich hilft der Glaube an Gott. Das Wissen, dass einer sich immer für mich interessiert – und mich durch den Alltag trägt. Mir hilft es, wenn ich bei Spaziergängen im Rhythmus der Schritte und der Atmung bete. Zum Beispiel beim Einatmen: „Herr Jesus Christus…“ und beim Ausatmen „…erbarme dich meiner.“ Man kann das auch mit anderen Gebeten, Bibelversen oder Kraftsätzen tun. Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus wurde das so von Christen praktiziert. Mein Ziel dabei ist, mir bewusst zu machen: „Ich bin nicht auf mich allein gestellt. Nein, Gott ist da.“ Das erweitert meine Perspektive.

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