Nicht meine Gewerkschaft

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Ein Kommentar von Christian Hübner

Bild: pixabay.com

Ich habe mich entschlossen, meine Mitgliedschaft bei Verdi zu kündigen. Diese Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht, denn in meinen Augen ist Gewerkschaftsarbeit unverzichtbar. Aus berufspolitischer Sicht ist dieser Schritt, nach den jüngsten Äußerungen zur Akademisierung, für mich nur konsequent.

Den Dialog verweigert

Verdi bezeichnet sich selbst als Pflegegewerkschaft. Gleichzeitig verweigert Fachbereichsleiterin Sylvia Bühler Pflegenden den Dialog. So geschehen nach ihrem Vortrag auf dem Deutschen Pflegetag 2017. Auch den Knopf der bundesweiten Gefährdungsanzeige wollte sie nicht drücken. Sie war überzeugt, es könne „komisch aussehen“. Andere Funktionsträger wie Andreas Westerfellhaus (damals Prasident des DPR, heute Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung) oder Markus Mai (Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz) teilten diese Bedenken nicht. In diesem Jahr ist Frau Bühler dem Deutschen Pflegetag gleich ganz ferngeblieben. Von Verdi war weit und breit nichts zu sehen und zu hören.

Tendenz zum Separatismus

Einerseits ein echtes Armutszeugnis für eine selbsternannte Pflegegewerkschaft, nicht an der größten zentralen Veranstaltung für Pflegende in Deutschland teilzunehmen. Andererseits nicht verwunderlich, denn bei Verdi ist schon lange eine Tendenz zum Separatismus spürbar. Andere berufspolitische Akteure suchen den Dialog und streben gemeinsam danach, die Situation der Pflege zu verbessern. Verdi hingegen zieht sich regelmäßig wie ein trotziges Kind in die Schmollecke zurück. Wer Kritik äußert, dem wird „Gewerkschaftsbashing“ vorgeworfen.

Fehlende Fach- und Sachkompetenz

Dabei ist Kritik durchaus angebracht. Zum einen an der Person Sylvia Bühler. Eine studierte Sozialarbeiterin ohne jegliche Fach- und Sachkompetenz ist sicher nicht die geeignete Person, die Interessen Pflegender angemessen zu vertreten. Zum anderen an der konsequenten Anti-Haltung der Gewerkschaft. Ob Generalistik, Pflegekammer oder Akademisierung, Verdi ist grundsätzlich dagegen. Wenigstens aber anderer Meinung.

Machterhalt im Fokus

Aus Sicht von Verdi ist das alles nachvollziehbar, denn es geht um Machterhalt. Besser gebildete Pflegekräfte sind kritisch. Sie stellen Strukturen in Frage. Sie sind unangenehm und lassen sich nicht an der Nase herumführen. Deshalb werden sie Verdi in der aktuellen Verfassung auch nicht beitreten. Sie haben längst erkannt, dass sie keinen Vorteil zu erwarten haben, der über ein paar Versicherungen hinausgeht. Tariflohn gibt es auch ohne Mitgliedschaft. Und dort, wo kein Tarifvertrag gilt, kann sich Pflege ohnehin nur selbst helfen.

Seite an Seite mit den Arbeitgebern

Angst vor Machtverlust erklärt auch den Schulterschluss mit Arbeitgeberverbänden. Deswegen steht Verdi etwa Seite an Seite mit dem bpa, wenn es darum geht, die Pflegekammer zu bekämpfen. Dort, wo Pflegekammern existieren, will Verdi aber doch plötzlich wieder „mitspielen“. Paradox? Nein, unter dem Aspekt des Machterhalts gut nachvollziehbar.

Keine Freunde gemacht

Auch in Sachen Tarifverhandlung hat sich Verdi zum wiederholten Mal keine Freunde in der Pflege gemacht. Was in der vergangenen Tarifrunde für die Pflege verhandelt wurde ist marginal. Überhaupt stellt sich die Frage, warum Pflege gemeinsam mit anderen Berufsgruppen verhandelt wird. Eine selbsternannte Pflegegewerkschaft sollte andere Prioritäten setzen. Wer Pflegende für sich gewinnen will, sollte sich auch gezielt für Pflegende einsetzen und diese nicht „unter ferner liefen“ mitverhandeln.

Funktionärsposten sichern

Verdi ist zu einem Machtapparat um seiner Selbstwillen verkommen. In den hauptamtlichen Strukturen geht es längst nur noch darum, die eigenen Schäfchen ins trockene zu bringen. Man will seinen Funktionärsposten und die damit verbundenen Annehmlichkeiten sichern. Dafür opfert man auch gerne eine ganze Berufsgruppe dem natürlichen Gegner, der auf der Arbeitgeberseite zu finden ist.

Echte Pflegegewerkschaft

Bleibt zu hoffen, dass über kurz oder lang eine echte Alternative entsteht. Eine Gewerkschaft, die endlich wieder auf der Seite der Arbeitnehmer kämpft. Eine echte Pflegegewerkschaft, die mit Fach- und Sachverstand die Interessen Pflegender vertritt und nicht durch berufsfremde Funktionäre wie Sylvia Bühler verraten und verkauft wird. Vielleicht bekommt Verdi aber auch die Kurve und besinnt sich auf die Wurzeln des Gewerkschaftsgedankens. Dann werde ich meine Entscheidung vielleicht noch einmal revidieren und einer neuerlichen Mitgliedschaft steht nichts im Weg. Bis dahin ist Verdi nicht meine Gewerkschaft.

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Christian Hübner hat die integrative Pflegeausbildung nach dem Stuttgarter Modell© absolviert. Er ist Gesundheits- und Krankenpfleger und Altenpfleger, arbeitet aktuell in der Behindertenhilfe und studiert berufsbegleitend Pflegewissenschaft an der Universität Witten-Herdecke.

3 KOMMENTARE

  1. Nachdem sich die ÖTV in Verdi Gewrkschaft geändert hat , wurde die Gewerkschaft einfach zu groß um noch auch verschiedene Berufsgruppen zuzugehen . Da bin ich scho 1990 nach 20Jahren Mitglieschaft ausgetreten

  2. VERDI ist immer noch meine Gewerkschaft.
    Christian Hübner hat es sich nicht leicht gemacht, sagt er, und dann hat er sich entschieden sich von seiner VERDI-Mitgliedschaft zu trennen. Macht eigentlich nichts, durch seine Mitgliedschaften bei der SPD, der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen, dem DBfK und seinem Engagement in der BAG Pflege im Krankenhaus/DBfK, dem Studium der Pflegewissenschaft an der Universität Witten-Herdecke kann er sich wohl beschäftigen.

    Eigentlich, sagt er, ist Gewerkschaftsarbeit unverzichtbar. Das ist gut, dass er das sagt, sonst könnte er sich im SPD-Kreisverband Ortenaukreis nicht mehr sehen lassen. Und auch richtig, weil Gewerkschaften unsere Arbeitnehmerrechte erkämpft haben, Personal- und Betriebsräte schulen, Tarifverträge aushandeln und – obwohl bundesweit im Niedergang – sich noch gegen Neoliberalismus und entfesselten Kapitalismus stellen. Da hätten sie und ihre Gewerkschaftssekretäre zwar manchmal ein Update nötig, aber Bewahrer sind nun mal in der Regel konservativ.

    Sylvia Bühler verweigert den Dialog? Ich kenne Sylvia Bühler nicht persönlich, aber Sylvias Bühler ist nur ein Aspekt von VERDI. Es gibt viele andere Aspekte. Es gibt sogar VERDIaner, die in der Pflegekammer mitarbeiten, statt sich “in die Schmollecke” zurückzuziehen. Warum würde es Christian Hübner besser gefallen, wenn sie schmollen würden? Weil sie dann ihm und den innovativen progressiven Pflegevorkämpfern das Feld überließen?

    Ich bin übrigens für die Akademisierung des Pflegeberufs. Allerdings habe ich beim Übergang von den “Lehrern für Pflegeberufe” zu den Pflegepädagogen gesehen, was Innovation nach Gutsherrenart bewirken kann: Der Wechsel fand statt, ohne eine angemessene Übergangsregelung. Lebensleistungen erfahrener Berufspädagogen wurden abgewertet, ohne dass diese sich dagegen wehren konnten. Wer seinen Arbeitgeber wechseln will, gefährdet seine Stellung als Lehrer. Gäbe es keinen Mangel, wäre ein Arbeitgeberwechsel unmöglich.

    Akademisierung bewirkt Abwertung konventioneller Aus- und Weiterbildung. Das ist sicher kein Problem für Menschen, die in Witten-Herdecke studieren und sich auf der Höhe der Zeit fühlen. Aber es ist ein Problem für Menschen, die zwischen A wie Angehörigenpflege und Z wie Zeitmangel viele Gründe haben, sich nicht auf “die Höhe der Zeit” zu bringen. Für die ist es wichtig, dass der Übergang ihre Interessen angemessen berücksichtigt. Sie sind auch die Masse, die Pflegebasis, der Grundstock der Pflege. Ihre Mitglieder bestehen aus “das haben wir schon immer so gemacht” und hoch motivierten, engagierten, sich fortbildenden, keinen Akademisierungsdrang verspürenden Pflegekräften und ganz vielen, die sich zwischen diesen Polen bewegen.

    Natürlich kann man deren Ansprüche dadurch abwehren, indem man sagt “die könnten ja auch studieren”, “die könnten sich ja auch engagieren”, “die müssen sich halt selbst für ihre Interessen einsetzen”. Die “wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht”-Bewegung des neoliberalen Hedonismus wirkt auch in unsere Berufsgruppe hinein. Hier ist die Gewerkschaft als hemmende Kraft für überschießende innovative “Vorwärts, ich weiß wo es langgeht”-Bewegungen wichtig, weil die zu allererst mal glauben, ihre Überzeugungen wären die richtigen, guten und allgemeingültig.

    Ja, es fühlt sich sicher richtig an, wenn auf dem Kirchentag der Pflege, dem Pflegetag, alle sich gegenseitig ihre Bedeutung versichern und sich in der Richtung einig sind, sich gegenseitig euphorisieren. Aber der Pflegetag gibt nur einen Ausschnitt wieder. Pflegerat, DBfK etc. vertreten nur einen Bruchteil der Pflege. VERDI mit seinen 5 – 18 Prozent Organisationsgrad in öffentlichen Einrichtungen hat zwar auch keinen Alleinvertretungsanspruch, aber der DBfK mit seinen 20.000 Mitgliedern gegen 1,9 Millionen im VERDI-Gemischtwarenladen? Trotzdem gelingt es dem Schwanz mit dem Hund zu wedeln und Generalistik, Pflegekammer oder Akademisierung durchzusetzen ohne sich nennenswert mit VERDI auseinanderzusetzen. Wer sich im Besitz der Wahrheit glaubt, meint oft, keine Rücksicht nehmen zu müssen. Allerdings Separatismus der Gewerkschaft ist das nicht!

    Die steile These des Chr. H., dass es VERDI vor allem um Machterhalt geht, damit zu kontern, dass es der Minderheit der Jünger des “ich weiß, wo es lang geht” um Machtergreifung geht, ist verführerisch. Der ganze Absatz in dem Artikel ist eigentlich ziemlich daneben. VERDI schult Mitglieder, damit sie gebildet und kritisch sind. Die Forderung nach Akademisierung, Professionalisierung, Aufwertung der Pflege wurde von Gewerkschaftsmitgliedern propagiert. Vielleicht erinnert sich jemand noch an Hilde Steppe, 1998 eine der ersten Professorinnen für Pflegewissenschaft, die jahrelang für diesen Studiengang gekämpft hatte, wie übrigens etliche andere Gewerkschaftsmitglieder auch. Sie vertrat allerdings die Ansicht, dass Akademisierung der Pflege in ihrer Gesamtheit dienen solle und damit meinte sie auch die einfache Pflegekraft.

    Tariflohn gibt es übrigens nicht ohne Mitgliedschaft bei VERDI, aber halt auch für Nichtmitglieder von VERDI. Weil: irgendwer muss Tarife aushandeln. Früher sprach man von Trittbrettfahrern bei Menschen, die Leistungen mitnehmen, ohne dafür einen Beitrag zu liefern. Die Bezeichnung finde ich immer noch passend. Nicht dass ich Trittbrettfahrern dieses Privileg nehmen möchte, ich wäre nur froh, es wären weniger. Die kirchlichen Arbeitgeber orientieren sich dann übrigens am von VERDI ausgehandelten TVÖD. Daraus leiten sich Pflegekosten ab, die private Anbieter in ihre Verhandlungen einfließen lassen, ohne direkt davon betroffen zu sein.
    Somit beeinflusst VERDI auch Bereiche der Pflege, wo es keinen Tarifvertrag gibt. Dementsprechend regen sich auch private Arbeitgeber wie Marcus Jogerst auf, wenn VERDI in ihren Augen mal wieder versagt hat. 25 Prozent Lohnerhöhung als Ergebnis einer Tarifverhandlung kann man, wie Markus Mai, der große Vorsitzende der Pflegekammer RLP, auch besonders gut verlangen, wenn man nicht selbst dafür einstehen muss.

    Zum nächsten Thema: Die Spartengewerkschaft, die die Pflegekammer unterstützt. Unterstützt von allem was Rang und Namen hat in der Pflegekammer-Pflegerat-DBfK-Szene. Mal ist es der Traum, sich an den Marburger Bund anhängen zu können, dann Komba zu okkupieren, dann der Bochumer Bund, die sich gerne als pflegerische kammerfreundliche Version des Marburger Bunds sehen und vielleicht in ein paar Jahren den Weg der Gewerkschaftsinitiative von Robert Gruber aus München, der BiG Gewerkschaft für Beschäftigte im Gesundheitswesen aus Radolfzell, der Gewerkschaft Pflege ebenfalls aus München und anderer Gewerkschaftsinitiativen gehen.

    VERDI ist die real existierende Pflegegewerkschaft. Wie immer ist das real existierende nicht so strahlend wie die idealen Vorstellungen, in denen man schwelgen kann. Natürlich gibt es da auch doofe Gewerkschaftssekretäre und unfreundliche Betriebsräte, in der Regel sind das aber unperfekte aber engagierte aktive Betrtiebs-/Personalräte, unperfekte aber engagierte Gewerkschaftssekretäre und unperfekte und manchmal engagierte Mitglieder.

    VERDI macht Tarifabschlüsse, mit denen die Berufsgruppe nicht zufrieden ist? Solange der gewerkschaftliche Organisationsgrad so ist wie er ist, kirchliche Arbeitgeber vom Streikrecht verschont bleiben, Gewerkschaftsmitgliedschaft als doof, veraltet, komisch oder überflüssig etikettiert wird (insbesondere von denen, die Tarifergebnisse kritisieren), wird das nichts mit besseren Tarifergebnissen.

    Manchmal kommt man bei einem Streik, eigentlich ja eher der Demo vor der Tür seines Krankenhauses stehend und Erbsensuppe löffelnd, langweilige Reden und Pfeifkonzerte ignorierend zum Denken. Zum Beispiel an die vorher festgelegte Streikmindestbesetzung, die die Gesundheit der Patienten während des Streiks sichern soll und oft über der Normalbesetzung liegt. Da gibt es noch die Kollegen, die engagiert ihre Freizeit opfern, um bei diesem “Streik” teilzunehmen. Und dann kommen die Abgeordneten der Stadtwerke, der Busfahrer, der Müllwerker, der Erzieher, dieser ganze VERDi-Gemischtwarenladen, schwingt ebenfalls langweilige Reden und Grußworte, aber deren Streik bewegt was, tut weh und die Pflege profitiert davon. Und das ist schlecht? Warum? Weil es der Reinheit des Berufsstandes entgegensteht?
    Wer sehen will, was eine Spartengewerkschaft kann, schaut sich die Ergebnisse der Tarifverhandlungen privater Arbeitgeber an. Hier gibt es keinen Druck anderer Berufsgruppen. Die 5 – 20 Prozent geringeren Löhne finde ich persönlich nicht überzeugend.
    Wer andere Gewerkschaften möchte, die nur die Pflege vertreten, muss die Art der Streiks im Gesundheitswesen ändern. Ohne die Bereitschaft Patienten, Bewohner, Klienten alleine zu lassen, ist es nun mal kein richtiger Streik. Und Arbeitgeber parlieren immer gerne über ihre Schmerzgrenzen und visieren an, tarfiflich die Schmerzgrenze der Pflegekräfte zu treffen, die, bevor sie kündigen.

    Und warum ist VERDI so Kacke? Weil sie die Pflegekammer nicht breit unterstützt! Die Pflegekammer als heilbringende Allzweckwaffe war ein Narrativ, dass unkorrigiert in die sozialen Medien jubiliert werden durfte. Eine völlig überzogene Aufladung eines Verwaltungsinstruments. Es ist nicht so, dass die Pflegekammern keine gute und wichtige Arbeit leisten können, aber sie sind kein Pflegeparlament, kein Gewerkschaftsersatz, sie sind noch nicht mal eine Garantie für eine vernünftige Gestaltung der Berufsordnung. Sie können etwas bewirken, aber nur vielleicht und auch nur dann, wenn sie ihren Auftrag als neutrale Institution erfüllen und nicht als erweiterter Arm einer “La Pflege, c’est nous”-Klicke.

  3. Zitat Michael Quetting:

    “Wenn ihr mal gestattet, ihr nervt.

    Wir Pflegekräfte in verdi sind eine Kraft, die sich durchaus sehen lassen kann. In meinem ver.di-Bezirk sind wir 9.500 Mitglieder im Fachbereich Gesundheitswesen , wie hoch die Zahl der Pfleger#fte davon ist, ist nicht genau festzustellen, wohl nicht ganz die Hälfte, aber beachtlich. In unserem 14köpfigen Vorstand sind zehn Pflegekräfte, von den hauptamtlichen Sekretären sind drei Pflegekräfte.

    Was haben wir gemacht? Ihr erinnert Euch an die 162.000-Aktion, an die Pflege-Tortour, die Nacht-Kundgebung der Altenpflege, die 120 Lichter in den Altenheimen, den Nachtdeinscheck, die Bewegung für die Personalbemessung, den Saarbrücker Aufschrei, den Homburger Aufstand, die Brückenaktion der Beschäftigten von 13 Krankenhäusern.

    Wir haben 21 Krankenhäuser zu Tarifverhandlungen für Entlastung aufgefordert, wir haben gestreikt, als andere sagten, das gehe gar nicht, sogar erstmalig in einem katholischen Krankenhaus. Wer hat denn die geile Demo im Oktober in Ottweiler organisiert, wer ist denn von Haus zu Haus und hat den ganzen Ort in der Welt bekannt gemacht?

    Wir haben zum Zwecke des Aufbaus eines Teamdelegiertensystems eine Vernetzungskampagne begonnen. Wir haben die Stimmung gedreht. Wir haben eine Demo mit 4.000 und eine mit 5.000 Kolleginnen und Kollegen organisiert und dafür sehr viel Geld der Organisation ausgegeben, nebenbei Mitgliedsbeiträge.

    Dann haben wir uns für gemeinsame Aktionen eingesetzt. Allein neun Ultimaten haben wir in diesem kleinen Saarland erfolgreich und siegreich geführt. und damit eine Kampfform erfunden, die überall nun versucht wird nachzumachen.

    Und nun bereiten wir einen Arbeitskampf an der Uniklinik in Homburg vor. Wisst ihr eigentlich was das für Arbeit macht, versucht es doch noch wo. Warum nicht in Deinem Krankenhaus oder in Deinem Altenheim. ver.di hilft Dir sicher.

    Wir haben halt nicht nur geschwätzt, sondern gehandelt, organisiert und vernetzt. Das mag noch zu wenig sein. Aber ich kenne keine Organisation, die mehr Pflegekräfte vereint, ich kenne keine Organisation, die für die Pflege mehr kämpft. Ohne die gesamt ver.di hätten wir das Ganze nicht stemmen können, aber auch nicht die 350.000 Mitglieder bundesweit des Fachbereichs Gesundheitswesen, selbst die 2 Mio Mitglieder von ver.di reichen offensichtlich noch nicht aus.

    Das alles ist ein harter Kampf und dabei mögen wir auch Fehler machen und manches mag dem einen und der anderen nicht passen, aber verstecken brauchen wir uns nicht. Schade, wenn es nicht seine Gewerkschaft ist. Wir sind dabei die realen Kämpfe zu organisieren, die Auseinandersetzungen um Arbeitsrecht zu führen und echte Streiks in Gang zu setzen. Wir sind auch nur Menschen, wir mögen dabei versuchen immer alles gut zu machen, aber das wird uns nicht immer gelingen. Dafür schämen wir uns nicht. Wir lernen daraus.

    Leute das ist verdammt schwierig, weil unsere Organisationsgrad ist noch zu niedrig und viele stehen abseits. So bekommen wir es nicht hin. Wir laden Euch ein, kommt zu uns, macht mit, bringt Euch ein. Gemeinsam verändern wir das Land. Du hast uns gerade noch gefehlt.”

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