Uli und die Demenz: Redensarten klingen – und erinnern

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Bekannte Sprüche sind oft noch lange abrufbar

Bild: pixabay.com

Der Klang eines Satzes kann Erinnerungen wecken. Für eine Aktivierungsrunde im Altenheim habe ich bekannte Sprüche verfremdet – mit anderen Worten. So klingen sie ähnlich, aber bedeuten etwas anderes. Und: Ich war überrascht. Die Bewohner waren aufmerksam, hörten zu – und errieten oft die richtigen Redensarten. Das hätte ich nie geglaubt. Damit Sie es auch mal ausprobieren können, hier ein paar Beispiele.

Dieses Rätsel ist für manche Zuhörer zu schwer. Aber Sie können es leicht vereinfachen. Indem Sie zum Beispiel nur den Anfang der richtigen Redensart vorsagen.

Karteikarten als Hilfsmittel

Hier soll eine Redensart erraten werden. Sie klingt wie ein vorgegebener Satz. Sie können
Ihren Zuhörern das Raten erleichtern. Nehmen Sie dazu einige Karteikarten. Schreiben Sie auf jede Karteikarte ein Wort der Redensart. Auf die Rückseite die entsprechenden Worte und Silben des ähnlich klingenden Satzes. Legen Sie die Karten mit dem falschen Satz nach oben auf den Tisch. Drehen Sie während des Ratens nach und nach die Karteikarten um.

Die Punkte in der jeweiligen Auflösung sollen daran erinnern, einen Augenblick inne zu halten … und dem Zuhörer Zeit zum Raten zu geben.

Frau Faden winkt am Zug

Eine Redensart klingt so ähnlich wie: Frau Faden winkt am Zug. Sie besagt: Wenn uns etwas zustößt, können wir etwas daraus lernen. Passiert etwas, haben wir zwar einen Schaden. Aber wir werden schlauer daraus. Fürs nächste Mal. Die Redensart klingt so ähnlich wie: Frau Faden winkt am Zug. Die Redensart heißt: Aus Schaden … wird man … klug.

Wer nicht stören will, muss wühlen

Es gibt eine Redensart, die so ähnlich klingt wie: „Wer nicht stören will, muss wühlen.“ Darin geht es um einen Menschen, der den Rat anderer nicht ernst nimmt. Deshalb erleidet er einen Schaden. Diese Redensart heisst aber nicht: „Wer nicht stören will, muss wühlen“. Sondern: Wer nicht … hören will, muss … fühlen.

Und zum Abschluss noch eine Geschichte mit einer reimenden Redensart:

Ein Blatt bei dem nassen Zimmer

Knut und Waldemar streichen die Wohnung. Knut zieht gerade den Pinsel durch den weißen Farbkübel. Er streicht damit die Ecken im Zimmer nach. Da ruft Waldemar: „Du, Knut. Wo ist die Folie, mit der ich die Möbel abdecken kann?“ Knut ruft etwas zurück. Waldemar zuckt die Achseln und murmelt: „Das hat sich angehört, wie wenn er gesagt hätte: Ein Blatt bei dem nassen Zimmer.“ Knut kratzt sich am Kinn: „Hmmm. Wahrscheinlich meint er mit dem Blatt die Folie. Aber wo ist das nasse Zimmer? Wahrscheinlich das Badezimmer.“ Waldemar geht ins Bad. Er sucht und sucht. Aber: Er findet keine Folie. Also geht er zu Knut und fragt: „Entschuldige, wo ist die Folie?“ Knut verdreht die Augen: „Ich sagte doch grad: Ich hab keinen blassen Schimmer. Das bedeutet: Ich habe keine Ahnung.“ „Ach so.“ Waldemar lacht. „Keinen blassen Schimmer. Und ich habe verstanden: Ein Blatt bei dem nassen Zimmer.“

Wenn Sie weitere Ideen haben, etwa „Ihm gefällt das Land mit Teer – Er hat Geld wie Sand am Meer“ können Sie das gerne unten kommentieren. Einfache Redewendungen finden Sie im Duden oder in meinen unten genannten Vorlesebüchern.

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