Uli und die Demenz: Was ausgebrannte Pflegekräfte tun können

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Love it, leave it or change it!

Entscheidung
Bild: pixabay.com

„Sich Zeit lassen für Menschen mit Demenz? Seltsame Tipps, die Sie geben. Ich muss in meinem Heim 15 Leute in zwei Stunden waschen. Wie soll ich mir da Zeit lassen?“ Solche Zuschriften bekomme ich immer wieder auf meine Kolumnen. Darauf möchte ich antworten…

Liebe Pflegekräfte,

es tut mir leid, dass Sie frustriert sind. An dieser Stelle kann ich nur mal etwas aus dem eigenen Nähkästchen plaudern. Ich habe nämlich einmal einen Spruch gehört, den man uns Pflegekräften hinter die Ohren schreiben sollte: „Love it, leave it or change it.“ Wir haben genau diese drei Möglichkeiten, wenn wir zufrieden mit unserem Beruf sein möchten:

„Love it.“

Also: Lieben Sie Ihren Beruf.

Ich hatte Zeiten, in denen ich das tat. Da hab ich mich drauf gefreut, morgens um 6 Uhr als Pfleger auf Station zu sein. Zupacken. Praktisch arbeiten. Menschen helfen. Ich denke, dass ich zu diesen Zeiten meinen Job gut gemacht habe. Weil ich es gern gemacht habe. Und allem Zeitdruck zum Trotz dennoch versucht habe, den Bewohnern im Rahmen des Möglichen gerecht zu werden.

„Leave it.“

Also: Nichts wie weg.

Ich habe auch Zeiten erlebt, in denen ich frustriert und überfordert war. Leider leiden unter solchen Zeiten die Schwächsten im System. Die Bewohner und Patienten. Ich möchte, wenn ich alt bin, nicht von einer ausgebrannten Pflegekraft „versorgt“ werden. Darum habe ich mir immer gewünscht: Ich möchte es merken, bevor ich ausbrenne. Bevor jemand unter meiner Arbeit leidet, ist es Zeit, aus der Pflege raus zu gehen. Wenigstens einmal für eine Zeit lang. Und dann die Prioritäten für mein Leben wieder neu zu ordnen.

Und die dritte Möglichkeit: „Change it.“

Also: Die Situation verändern.

Hier denke ich nicht mal an so „große“ Veränderungen, wie „in eine Gewerkschaft eintreten“ oder „die Missstände in der Pflege publik machen“ oder „dafür auf die Straße gehen“.

Natürlich kann man das auch tun. Warum nicht?
Aber viel mehr denke ich daran, mich selber zu verändern: Teilzeit statt Vollzeit. Sich nebenher um die wirklich wichtigen Dinge im Leben kümmern. Gelassen werden statt perfekt sein müssen.

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