Uli & die Demenz: Hol mal den Pfarrer!

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Menschen mit Demenz seelsorgerlich begleiten

Gesang
Bild: pixabay.com

Alte Menschen sind oft christlich geprägt. Viel mehr, als die Generation, die sie pflegt. Oft hört man, wenn jemand im Sterben liegt, den Satz: „Hol mal den Pfarrer!“ Aber auch Betreuende und Pflegende können selber viel tun. Hier drei Tipps.

Sabine sitzt am Bett einer dementen Frau. Sie weiß, dass sie früher gern in die Kirche ging und Kirchenlieder sang. Was kann Sabine dieser Frau Gutes tun? Natürlich kann sie einen Geistlichen holen. Aber auch als Laie kann man in diesem Bereich viel tun.

Tipp 1: Singen

Alte Kirchenlieder sind dementen Menschen häufig noch gut bekannt. Sie sind in ihrem Altgedächtnis tief verwurzelt. Ich kann hier zwei CD`s empfehlen, die ich gerne benutze:

Man kann nur einzelne Strophen vorspielen oder auch Lieder vorsingen. In der Winterzeit kann man natürlich auch auf viele bekannte Advents- und Weihnachtslieder zurückgreifen. Keine Angst, wenn Sie nicht gut singen können. Menschen mit Demenz – das erlebe ich immer wieder – sehen viel tiefer und merken vor allem, ob Sie es ehrlich meinen.

Tipp 2: Vorlesen

Uli Zeller: "Frau Krause macht Pause - Andachten zum Vorlesen für Menschen Demenz"
Frau Krause macht Pause – Andachten zum Vorlesen für Menschen Demenz (Bild: Uli Zeller)

Wer demente Menschen betreut und nicht so sehr in der christlichen Glaubenstradition verwurzelt ist, ist vielleicht froh um „Sprachhilfe“. Ich habe darum ein Buch geschrieben, das fertig formulierte Andachten und Geschichten enthält. Man muss es nur noch aufschlagen und kann vorlesen. Das Buch trägt den Titel „Frau Krause macht Pause: Andachten zum Vorlesen für Menschen mit Demenz”.

Tipp 3: Beten

Das wohl bekannteste christliche Gebet ist das Vaterunser. Für Gebete empfehle ich darüber hinaus das katholische Gotteslob und das Evangelische Kirchengesangbuch. Vielleicht haben die Ihnen anbefohlenen Menschen auch ein eigenes Gesangbuch. Dann können Sie die Gebete beten, die Ihr Zuhörer kennt – oder mit denen er sich zumindest einigermaßen identifizieren kann. Außerdem finden Sie in kirchlichen Gesangbüchern auch jede Menge Lieder und Texte zum Vorlesen. Eine wahre Schatzgrube für kirchlich geprägte Menschen.

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