Uli & die Demenz: Sachen zum Lachen

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Mit lustigen Geschichten aktivieren

Kaffee und Kekse
Kaffee und Kekse (Bild: pixabay.com)

Herr Perlmann ist ins Altenheim gezogen. Er sitzt beim Frühstück. Vor sich eine Kaffeetasse. Daneben ein Keks. Herr Perlmann schielt nach links, dann nach rechts. Aha! Keiner schaut zu. Also greift Herr Perlmann nach dem Keks, tunkt ihn in den Kaffee, kaut, schluckt – und grinst.

Manche Verhaltensweisen von dementen Menschen können an Geschichten aus deren Leben erinnern. Wer auf die kleinen und großen Episoden achtet, findet manchen Schlüssel für die Schatzkiste der Erinnerungen.

Geschichten aus dem Leben

Stunden später besuchte ich Herrn Perlmann in seinem Zimmer. Da dachte ich: Vielleicht kann ich mit dem Thema „Kekse tunken“ Erinnerungen bei ihm anstoßen. Also erfand ich eine Geschichte, die ich gleich erzählte.

Von Kaffee und Keksen

In dieser Geschichte ging es um Silvia und Josef, ein altes Ehepaar. Als Kind haben beide ihren Kuchen und Kekse in den Kaffee getunkt. Und obwohl sie natürlich in zwei verschiedenen Familien aufwuchsen, sagte zu beiden die Mama: „Sei anständig.“ Also wurden beide anständig. Über 40 Jahre waren Silvia und Josef inzwischen verheiratet. Doch nie hat einer in Gegenwart des anderen einen Keks in den Kaffee getunkt. Aber jetzt, im Alter, probierte Josef es: Er tunkte einen Keks in den Kaffee. Mit überraschenden Folgen.

Erinnerungen anstoßen

Herr Perlmann hatte sichtlich Freude an dieser Geschichte. Er grinste schelmisch. Und er schaute mich an – mit einem Blick, der alles sagte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er sich in dieser Episode erkannt hat.

Einmal tunken, bitte

Die Geschichte von Silvia und Josef habe ich unter dem Titel „Einmal tunken, bitte“ aufgeschrieben. Neben anderen lustigen Geschichten finden Sie diese in meinem Buch „Lachen ist die beste Medizin. Humorvolle Geschichten zum Vorlesen bei Demenz“. Die Kaffeetasse und ein lächelnder Keks haben es sogar bis aufs Titelblatt des Buches geschafft.

Mut zum Alltag

Im Umgang mit Menschen mit Demenz wünsche ich mir Mut zum Alltag. Den Mut dazu, das Normale und Kleine zu sehen. Einen Blick auf die Details zu bekommen, die das Leben der Betroffenen reich und einzigartig machen.

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