Uli & die Demenz: Ulis Adventskalender 2018 – Teil 3

0
429

24 Dinge, an die es sich lohnt, sich zu erinnern (3/4)

(Bild. pixabay.com)

24 Tage – 24 Gedankenanstöße. Das soll dieser Adventskalender bieten. Und dieses Jahr
steht er unter dem Motto: „Daran lohnt es sich zu erinnern.“ Beim Thema Demenz ist oft
die Vergesslichkeit immer präsent. Mit diesem Kalender möchte ich den Spieß einmal umdrehen – und auf Dinge aufmerksam machen, an die es sich zu erinnern lohnt…

Werbung


13. Dezember: Die Mutter

Die Mutter ist die erste Bezugsperson im Leben. Und wer positive Erfahrungen an sie hat,
ist beschenkt fürs ganze Leben. Fragen Sie Ihr Gegenüber einmal: Was haben Sie gerne mit Ihrer Mutter gemacht? Haben Sie gerne zusammen gekocht und gegessen? Haben
Sie gerne zusammen gesungen? Hat Sie Ihnen öfters eine Geschichte vorgelesen?

14. Dezember: Auf Reisen

War Ihr Gegenüber gern auf Reisen? Hat er Erinnerungen an schöne Erlebnisse unterwegs? Lassen Sie sich diese von ihm erzählen. Häufig wecken Reisen schöne Erinnerungen. Gerne können Sie auch mir von Ihren Reiseerlebnissen schreiben. Ich schreibe zur Zeit ein Buch mit Geschichten rund ums Thema Urlaub. Gute Ideen sind jederzeit willkommen. Benutzen Sie dazu unten die Kommentarfunktion oder schreiben Sie mir: BestZeller@gmx.net

15. Dezember: Tanzen

Werbung


Uli Zeller: Frau Janzen geht tanzen (Bild: Brunnen Verlag)

Rock`n Roll, Twist oder Fox trott. Früher haben die Menschen mehr getanzt als heute. Und häufig haben alte Menschen noch ganze Schrittfolgen von Walzer, Tango oder Blues im Hinterkopf abgespeichert. Tanzen Sie doch mal eine Runde zusammen. Lassen Sie sich einen Tanzschritt zeigen. In meinem Buch „Frau Janzen geht tanzen“ finden Sie einen Sitztanz und eine Geschichte dazu. Eine Kolumne übers Tanzen finden Sie hier:

Tanzen gegen das vergessen

 

16. Dezember: Die Arbeitsstelle

Wo hat Ihr Gegenüber früher gearbeitet? Handelt es sich um eine Frau, die im Haushalt
tätig war? Oder ist es ein Mann, der in die Fabrik ging? Fragen Sie doch einmal nach
schönen Erfahrungen aus dem Arbeitsleben.

17. Dezember: Am Lagerfeuer

Werbung

Oft prägen sich Erinnerungen gut ein, wenn sie mit einem Geruch verbunden sind. Beim
Lagerfeuer ist dies der Fall: Der Geruch nach Rauch. Gegrillte Wurst, Speck – oder frisches Stockbrot. Machen Sie doch einmal ein Lagerfeuer und lassen Sie sich von früher erzählen…

18. Dezember: Eine neue Wohnung

In diesen Wochen sind meine Familie und ich mit Umziehen beschäftigt. Es ist ganz schön
anstrengend, sich ein neues Haus oder eine neue Wohnung zu eigen zu machen. Dort anzukommen, seine Spuren einzugraben und zuhause zu sein. Wenn es aber gelungen
ist, ist so eine Bleibe mit vielen Erinnerungen verbunden. Vielleicht finden Sie Fotos von
der Wohnung Ihres Gegenübers – oder einen typischen Gegenstand daraus. Es kann gut
sein, dass dies Erinnerungen weckt.

19. Dezember: Ihre Hobbys

Uli Zeller: Menschen mit Demenz begleiten ohne sich zu überfordern (Bild: Brunnen Verlag)

Nicht nur der Mensch, den Sie betreuen, tut Dinge gern. Sie sind auch jemand! Auch Sie machen Dinge gern! Erinnern Sie sich als betreuende Person doch einmal an Ihre Leidenschaften. Wofür schlägt Ihr Herz? Was machen Sie gerne? Gehen Sie nicht unter in Ihrer Welt als pflegender Angehöriger oder als Pflegekraft. Lassen Sie es nicht zu, dass sich alles um die Demenz dreht. Drehen Sie sich ruhig auch mal um sich. Und tun Sie das, was Ihnen Spaß macht. Sei es auch nur, einmal eine Tasse Kaffee in Ihrem Wintergarten zu genießen, dabei zehn Minuten ungestört zu sein und die Vögel zu beobachten, die sich um einen Meisenknödel streiten. In meinem Buch „Menschen mit Demenz begleiten, ohne sich zu überfordern“ erinnere ich immer wieder daran: „Sie sind doch auch wer. Kümmern sie sich auch mal um sich.“

Fortsetzung folgt…

Werbung