Uli & die Demenz: Aktivierung zum Thema „Waschtag“

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Themen aus dem täglichen Alltag lösen Erinnerungen aus

(Bild: pixabay.com)

Früher gabs noch keine Waschmaschinen. Da lief ein Waschtag noch anders ab. Waschen ist eine Aktivität, die sich durch tausendfache Wiederholung im Alltag tief eingeprägt hat. Mit solchen Alltagsthemen können Menschen mit Demenz gut abgeholt werden.

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Hier habe ich einmal einige Bausteine zusammengestellt, mit denen man eine Aktivierung zum Thema „Waschtag“ anbieten kann. Viel Spaß dabei.

Baustein 1: Eine Geschichte

Der Hausmann

„Pass auf“, erklärt Sabine ihrem Mann Heinrich. „Damit nichts schief geht, schreibe ich dir genau auf, was du morgen machen musst. Denn morgen solltest du für mich eine Maschine voller Wäsche laufen lassen.“
Heinrich denkt sich: „Das ist doch kein Problem. Eine Waschmaschine laufen zu lassen. Waschmaschinen sind doch mein Spezialgebiet. Da kenn ich mich aus…“
Aber am nächsten Tag steht Heinrich doch vor der Maschine. Er ist ratlos. Welche Flüssigkeit muss jetzt da in welche Kammer? Und wo muss das Pulver rein? Aber – zum Glück hat seine Frau Sabine ihm einen Zettel geschrieben:
„Leere in das linke Fach
Weichspüler nach und nach.
Rechts kommt Pulver noch dazu.
Und die Maschine schenkt dir Ruh.
Während sich die Wäsche dreht,
die Arbeit dann von selber geht.“
Und die Waschmaschine dreht sich und dreht sich. Und nach einer Stunde ist sie fertig. Heinrich öffnet den Deckel der Maschine. Er ist überrascht – denn er stellt fest: Die Maschine ist leer.
„Ups“, ruft er. „Ich habe ganz vergessen, die Wäsche in die Maschine zu stecken.“ Aber das macht ja nichts, denkt er sich. Sabine ist ja noch ein paar Stunden unterwegs. Dann stecke ich eben die Wäsche jetzt in die Maschine – und lasse sie nochmal laufen.

Baustein 2: Gesprächsimpulse zum Waschtag

Wie war das früher am großen Waschtag? Haben Sie als Familie alles zusammen gewaschen? Erinnern Sie sich noch an das Waschbrett? Hatten Sie einen eingemauerten Waschtrog im Haus? Was war Ihre Aufgabe am Waschtag? Wer hat alles mitgeholfen? War Waschen reine Frauenarbeit? Oder haben die Männer mit angepackt?

Baustein 3: Erinnerungen eines Zeitzeugen

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Der Waschtag – früher und heute. Ein Zeitzeuge berichtet:

Oft hat meine Mutter die Wäsche am Vortag in einem Kessel mit kalter Lauge eingeweicht. Sie hat die Wäsche zunächst mehrmals mit heißer Aschenlauge übergossen. Aschenlauge – das war ein Reinigungsmittel auf Basis von Wasser und Asche. Zum Waschen machte meine Mutter eine heiße Lauge mit Seifenflocken. Damit der Schmutz heraus geht, mussten wir die Wäsche darin kräftig umrühren. Aber dann wurde es noch anstrengender: Mit einem „Wäschpracker“, „Bleu“ oder „Bleuel“ haben wir den Schmutz aus der Wäsche herausgeschlagen. Heute sagt man noch: Das muss er ihm einbleuen. Der Begriff „einbleuen“ stammt aus der Waschküche. Dann gab es noch eine „Waschrumpel“ im Waschtrog. Darüber haben wir die Wäsche gerumpelt. Die Klamotten mussten ganz schön robust sein, wenn sie das mehrmals überstehen wollten. Aber wenn man den Dreck auf der Waschrumpel aus den Klamotten gedrückt hat, waren sie danach sauber. Zusätzlich hat man besonders schmutzige Stellen danach noch gebürstet. Anschließend wurde die Wäsche geschwemmt. Am einfachsten war das am Bach, weil es da viel Wasser gab. Wenn der Bach aber wenig Wasser führte, haben wir den Waschtrog dreimal mit klarem Wasser gefüllt – und damit die Wäsche geschwemmt. Es war ganz schön anstrengend, die Lauge aus der Wäsche heraus zu winden.“

Baustein 4: Bewegungsübung

Lassen Sie sich von Ihrem Zuhörer die Bewegungen zeigen, die man früher am Waschtag gemacht hat. Wie hat man eingeweicht, übergossen, umgerührt, gebleut, gerumpelt und geschwemmt? Wie musste man sich dabei bewegen? Was war besonders anstrengend?

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