Uli & die Demenz: Drei Tipps für Sterbebegleiter

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Mit sanften Berührungen und innerer Ruhe können Sterbebegleiter Sterbende unterstützen (Bild: pixabay.com)

Seit zwei Stunden sitze ich bei Frau Klebowsky. Sie liegt im Sterben. Ich sitze an ihrem Bett und halte ihr die Hand. Die Atempausen werden langsam länger. Gerade war die Krankenschwester nochmal bei Frau Klebowsky und hat ihr eine Spritze gegen die Schmerzen gegeben.

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Was kann ich beachten, während ich bei einem Sterbenden am Bett sitze?

Tipp 1: Berühren Sie den Sterbenden sanft

Gut ist es, die Hand zu halten, allerdings ohne sie zu umklammern. Oft reicht es, die eigene Hand leicht auf die Hand des Gegenübers zu legen. Wenn der Betroffene sich nicht mehr so gut spürt, können sie Ihre Hand auch vorsichtig auf den Oberarm des Sterbenden legen. Achten Sie immer darauf, ob er dabei zufrieden wirkt, ober ob ihm die Berührung zu persönlich ist.

Tipp 2: Bewahren Sie Ruhe

Was auch immer passiert: wenn Sie unruhig werden, schaden Sie dem Betroffenen und den Angehörigen womöglich mehr, als ihnen zu helfen. Haben Sie den Eindruck, dass Sie nervös und unbeholfen sind? Dann gehen Sie lieber einmal einige Minuten aus dem Zimmer. Wenn Sie dann die Ruhe wiedergefunden haben, kommen Sie mit
frischer Kraft zurück an die Seite des Sterbenden

Tipp 3: Bedenken Sie, dass auch Sie sterben müssen

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Das Wichtigste in solchen Situationen ist mir: Ich will mir immer wieder bewusst machen, dass ich eines Tages auch sterben werde. Denn wie man einen Sterbenden gut begleitet, kann man eigentlich nicht ansatzweise in einer Kolumne mit drei Tipps erklären. Da gehört Gespür für die Situation und Einfühlungsvermögen für das Gegenüber dazu. Um Beides zu bekommen, hilft es mir sicherlich, wenn ich mich frage: Wie wünsche ich mir das Sterben? Wie möchte ich, dass es mir dabei ergeht? Was wünsche ich mir von denen, die mich begleiten? Und was sollten meine Begleiter auf keinen Fall tun? Solche Fragen können eine gute Hilfe sein, um die Bedürfnisse des mir anbefohlenen Menschen besser erahnen zu können und einfühlsam auf die Situation einzugehen.

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