Dagobert Weiß: Zwischen Kunst und Pflegeversicherung

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Ein Musiker und Unternehmer mit Herz

Ein vielseitiger Musiker (Bild: Dagobert Weiß)

Mit drei Jahren machte er die Wohnung seiner Eltern mit Drumsticks unsicher, mit 13 Jahren schrieb er eigene Songs. Seine Schulzeit verbrachte er auf einem internationalen Internat in Dänemark mit den Schwerpunkten Theater und Musik. An der „Royal School of Music“ legte er das Examen für Drums und Percussion ab und lernte nebenbei Gitarre und Klavier. Heute lebt der Musiker und Unternehmer Dagobert Weiß in Berlin.

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Man spürt die Kreativität

Wegwerth & Weiß steht an der Tür zu dem Büro in Berlin Charlottenburg, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss. Dagobert Weiß erwartet mich bereits an der Tür und bittet mich herein. Auf dem Kopf trägt er wie immer einen markanten Hut. Ohne kennt ihn vermutlich nur seine Frau. Das Haus in dem er mich empfängt ist geschichtsträchtig. Bertolt Brecht schrieb hier zusammen mit Kurt Weill seine berühmte Dreigroschenoper. Dagobert lädt mich ein zu einem Rundgang durch seine Wirkungsstätte, einer einzigartigen Mischung aus Galerie, Probenraum und Büro. Überall sieht und spürt man die kreative Atmosphäre. Instrumente und Skulpturen stehen neben Fotokopierern, Schreibtischen und Computern. An den Wänden hängen Bilder, teilweise von seiner Frau Daniela Wegwerth-Weiß gemalt.

Versicherungskaufmann aus Vernunft

Das Herz trägt er am rechten Fleck (Bild: Dagobert Weiß)

Unser Rundgang endet in einer gemütlichen Wohnküche im hinteren Bereich der Agentur. Wir nehmen an einem Tresen Platz, es gibt Kaffee und Gebäck. Wir unterhalten uns ungezwungen über dies und das. Er erzählt mir, wie er seine Frau kennengelernt hat und von seinem Kindheitstraum Musiker zu werden. Den hat er sich mit einer soliden Ausbildung an der „Royal School of Music“ in Dänemark erfüllt. Aus Vernunftgründen und auf anraten seiner Frau lernt er schließlich noch einen bürgerlichen Beruf und wird Versicherungskaufmann. Gemeinsam betreiben sie heute eine erfolgreiche Versicherungsagentur spezialisiert auf die Bedürfnisse von Künstlern und mit einem weiteren Schwerpunkt im Bereich Kranken- und Pflegeversicherung.

Konzerteinnahmen spendet er

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Über diese Tätigkeit kam Dagobert Weiß schließlich zum Deutschen Pflegetag, auf dem die Agentur in den vergangenen Jahren mit einem eigenen Stand vertreten war. Im Jahr 2018 gab er dort eines seiner ausgewählten Live-Konzerte. Ich frage ihn, warum er nicht häufiger live spielt. „Die großartigen Musikerinnen und Musiker der Dagoband sind gefragt und deshalb in zahlreiche Projekte eingebunden,“ lobt er die Mitglieder seiner Band. Entsprechend schwierig sei es, die Termine zu koordinieren. Die Einnahmen seiner wenigen Konzerte spendet das Multitalent an den Allianz Kinderhilfsfonds für den er auch Botschafter ist.

Pflege muss bezahlbar sein

Pflege ist für ihn ein wichtiges Thema (Bild: Dagobert Weiß)

Während Dagobert meine Tasse zum wiederholten Mal mit Kaffee füllt, sind wir beim Thema Pflege angekommen. Er findet, dass Pflege für die Pflegebedürftigen zu teuer ist. „Es muss dringend etwas passieren, um gute Pflege für alle bezahlbar zu machen,“ sagt er. Ich frage ihn, ob er die Pflegevollversicherung für eine mögliche Lösung hält. Das könnte eine Chance sein, entgegnet Dagobert Weiß. Und obwohl er sein Geld auch mit Pflegezusatzversicherungen verdient, glaubt man ihm jedes Wort. „Außerdem brauchen wir endlich bessere Bedingungen in der Pflege, sowohl für die Pflegekräfte selbst, als auch für die Pflegebedürftigen,“ setzt er seine Ausführungen fort.

Eine Kontrollinstanz ist wichtig

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Ich frage ihn, ob er schon einmal von der Pflegekammer gehört hat. Er sei als berufsfremder zwar kein Experte, aber die Diskussion habe er mitbekommen. „Es ist wichtig, dass es eine Kontrollinstanz gibt,“ sagt Weiß. Wo mit Menschen gearbeitet wird, müsse es verpflichtende Fortbildungen geben. Bei Versicherungsvermittlern sei das schon lange der Fall. „Das Beste ist, wenn eine Berufsgruppe ihre Qualitätskriterien selbst festlegt und überprüft,“ fügt er hinzu. Die Pflegekammer hält er deswegen für eine wichtige Einrichtung. Ob sich die Situation in der Pflege dadurch verbessert? Das weiß er nicht, hält es aber durchaus für möglich.

Ein Wunder zum Abschied

Während wir zusammensitzen herrscht ein reges kommen und gehen in der Agentur. Ob Familienmitglied, Kunde oder ehemaliger Mitarbeiter, Dagobert Weiß begrüßt alle mit der gleichen Herzlichkeit. Man hat das Gefühl, hier gibt es keine Fremden, sondern nur Freunde. Oder zumindest gute Bekannte. Insgesamt sitzen wir gut und gerne drei Stunden zusammen, bis auch der letzte Keks gegessen ist. Bevor wir auseinandergehen, beschließen wir, unser Gespräch auf jeden Fall irgendwann fortzusetzen. Zum Abschied schenkt er mir ein signiertes Exemplar seiner aktuellen CD Wunder (*), dann gehe ich zur Bushaltestelle.

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