Uli & Demenz: Drei Ideen rund ums Essen

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Essen hält Leib und Seele zusammen (Bild: pixabay.com)

Das Essen nimmt einen großen Raum im Pflegealltag ein. Der Tag im Heim ist um die Mahlzeiten strukturiert. Aus diesem Grund will ich Ihnen hier einmal einige Betreuungsideen rund ums Essen liefern…

1. Gebetswürfel

Das Tischgebet hat früher oft ganz natürlich dazu gehört. Um es etwas spielerisch zu gestalten, haben wir zuhause einen „Gebetswürfel“ gebastelt: Ein Würfel mit sechs Seiten – und auf jeder Seite eine andere Farbe. Vor dem Essen wird gewürfelt. Und je nach Farbe gibt es ein anderes Gebet, das alle zusammen sprechen. Mein Lieblingsgebet ist zur Zeit:
„Wir haben hier den Tisch gedeckt,
doch nicht mit unsern Gaben. Vom Schöpfer, der das Leben weckt kommt alles was wir haben.“

Die Idee mit dem Gebetswürfel lässt sich leicht auf die Situation im Altenheim übertragen: Basteln Sie einmal gemeinsam einen Gebetswürfel – und verwenden Sie Gebete, die Ihre Zuhörer gut kennen. Einige habe ich in meinem Buch „Frau Krause macht Pause“ aufgeschrieben.

2. Geschichte

Vor dem Essen können Sie auch einmal eine Geschichte vorlesen. Hier liefere ich Ihnen einen Beispielgeschichte. Sie trägt den Titel

„Viel Brei verdirbt den Koch“

Ludwig ist ein begeisterter Koch. Er arbeitet im Fünf-Sterne-Hotel „Zur goldenen Wildsau“. Und Ludwig kann alles, was die Küche hergibt: Krautsalat, Kalbsbraten und Kaiserschmarren. Kürbiscremesuppe, Kartoffelsalat und Königsberger Klopse. Ludwig bekommt alles hin. Die Gäste, die in der „Goldenen Wildsau“ essen, sagen immer: „Oh, wie war das lecker. Hier kommen wir wieder her.“
Eines isst Ludwig aber besonders gerne: Brei.

Ludwig mag alle Sorten Brei: Griesbrei, Haferbrei, Maisbrei. „Brei schmeckt lecker“, sagt Ludwig. Ihm läuft das Wasser im Mund zusammen. „Ich könnte den ganzen Tag Brei naschen.“ Für Brei läßt Ludwig selbst ein Festessen stehen. Nicht mal Rindersteak, Rouladen oder Rehrücken haben dagegen eine Chance. „Oh mei, oh mei – ich liebe Brei“, reimt Ludwig. Und manchmal verliert er die Beherrschung. Dann haut Ludwig so richtig rein. Er isst einen Löffel Brei, dann nochmal einen – und nochmal einen. Bis er sagt: „Ich bin so satt – ich mag kein Blatt.“

Die Frau von Ludwig sagte neulich zu ihm: „Vorsicht. Beherrsche dich. Denke an die Redensart: Viel Brei verdirbt den Koch!“
Da hat Ludwigs Frau aber wohl etwas verwechselt. Eigentlich heißt die Redensart ja: „Viele Köche verderben den Brei.“ Aber Ludwig ist wohl ein Sonderfall. Ein besonderer Koch. Darum darf seine Frau schon einmal eine Redensart umdrehen – und sagen: „Viel Brei verdirbt den Koch.“

3. Redensarten

Es gibt viele weitere Redensarten rund ums Essen. Raten Sie doch einmal gemeinsam das Ende:

  • Besser den Magen verrenken als dem Wirt etwas … schenken.
  • Hunger ist der beste … Koch.
  • Voller Bauch studiert nicht … gern.

Weitere Redensarten rund ums Essen finden Sie in meinem Buch „Frau Franke sagt Danke“.