Uli & die Demenz: Drei Ideen mit Z für mehr Gelassenheit

0
653

„Zeit“, „Zeitung“ und „Zug fahren“

Frühstück und Zeitung
Für viele Menschen gehört die Zeitung zum Frühstück dazu. (Bild: pixabay.com)

Menschen mit Demenz können anstrengend sein. Arbeitskollegen, Vorgesetzte und Angehörige ebenfalls. Und dann gibts manchmal noch dicke Luft in der Familie oder bei Freunden. Wie um alles in der Welt soll man da überleben?

Der Kolumnist von „Uli & die Demenz“ heißt mit Nachnamen Zeller. Zeller mit Z. Darum erzählt er heute über drei Dinge mit Z, die ihn ausgeglichen machen. Nachahmung möglich. Aber vielleicht fallen Ihnen auch noch bessere Ideen ein. Angeregt zu dieser Kolumne hat ihn das Buch „Wer pflegt, muss sich pflegen“.

Das erste Z steht für „Zeit“

Mir ist es wichtig, Zeit zu haben. Darum arbeite ich nur Teil-Zeit. Und darum halte ich meine ehrenamtlichen Tätigkeiten in Grenzen. Das heißt: Ich arbeite nur so viel, dass ich überleben kann. Und ich bin auch kein Arbeitstier, das seine Bestätigung in dem findet, was er tut. Als Christ weiß ich mich von Gott geliebt – völlig unabhängig von meiner Leistung. Das gibt mir Gelassenheit. Zum Glück habe ich eine Frau geheiratet, die das auch so sieht – und der es wichtiger ist, dass ich Zeit für sie habe, als dass ich viel Geld verdiene.

Das zweite Z steht für die „Zeitung“

Zeitung lesen ist für mich ein Ritual. Es ist spannend zu erfahren, welche Kandidaten im Nachbarort fürs Bürgermeisteramt kandidieren. Über Meldungen in der lustigen Ecke zu lachen – und zu erfahren, welche Politiker wiedermal Knatsch miteinander haben. Zeitung zerstreut, erweitert den Horizont, berührt mich und bringt mich zum Lachen. Ich mag meine Lokalzeitung, den Südkurier. Jeden Morgen bei einer Tasse Kaffee genieße ich ihn.

Das dritte Z steht für „Zug fahren“

Mein Papa war Zugbegleiter bei der Bahn. Als Kind hat er Fahrkarten mit nach hause gebracht und ich habe damit gespielt. Und er hat „Zug-Papier“ mitgebracht. Das waren alte Fahrpläne, auf deren Rückseite ich gemalt habe. Wochenendausfahrten und Ferien sind in meinem Kopf eng mit Zugfahren verbunden. Kein Wunder: als Eisenbahner-Kind hatte ich ja auch jedes Jahr ein paar Freifahrten. Aus diesem Grund liebe ich den Geruch nach schwerem Metall und Diesel, die Hektik am Bahnhof und das gleichmäßige Rattern des Zuges, wenn er über die Gleise fährt. Wahrscheinlich habe ich darum auch kein Problem, wenn sich mal jemand verspätet – weil ich das ja von der Bahn gewöhnt bin. Zug fahren beruhigt mich heute noch und weckt schöne Kindheitserinnerungen. Wenn es mir schlecht geht, setze ich mich in einen Zug – und dann geht es mir gut.

„Zeit“, „Zeitung“ und „Zug fahren“ sind meine drei Ideen zur Entschleunigung für heute. Wie entschleunigen Sie? Gerne können Sie Ihre Ideen kommentieren.