Uli & die Demenz: Das wünsche ich mir fürs Alter

0
278
Eine Lebensverfügung ist eine tolle Sache
Eine Lebensverfügung kann man nicht früh genug schreiben (Bild: pixabay.com)

Frau Förster kann nichts mehr sagen. Keiner weiß: Trinkt die Bewohnerin ihren Kaffee eigentlich lieber mit oder ohne Milch? Denn – äußern kann sie es nicht mehr. Diese Zeiten sind vorbei. Eine geniale Idee in diesem Fall wäre eine „Lebensverfügung“. Darin kann jeder seine Wünsche und Träume fürs Alter festhalten. So wird er sich darüber klar, was er gerne will. Und wenn er alt ist, besteht die Chance, dass die Pflegekräfte diese Wünsche berücksichtigen können. Die Chance ist jedenfalls höher, wie wenn die Wünsche niemals ausgesprochen worden wären…

Ich kann jeden Tag entscheiden, was ich (nicht) tun will. Wenn ich einmal alt bin, kann ich das vielleicht nicht mehr. Darum macht es Sinn, dass ich mir mal überlege und formuliere, was ich eigentlich gerne habe. Dies tue ich einmal – vielleicht findet es später ja mal einer von denen, die mich pflegen, im Internet.

Ich bin ein Sammler

Im Regal meines Kinderzimmers haben sie sich angesammelt: Die spannenden Jugendbücher von „TKKG“, die ich als Kind verschlungen habe. In meiner Jugend waren es dann Comichefte von „Clever und Smart“. Und zu den Fußball-Meisterschaften habe ich Sticker von den Spielern in ein Album oder auf ein Plakat geklebt. Mir hat es immer Spaß gemacht, etwas zu sammeln.

Ich bin ein Kaffeetrinker

Als Erwachsener hat meine Sammel-Leidenschaft nachgelassen. Aber ich sammle immer noch: Stempel vom Bäcker. Bei vielen Bäckern gib es ja solche Karten, auf die die Verkäuferin einen Stempel macht, wenn man dort einen Kaffee trinkt – und dann gibt’s den zehnten Kaffee gratis. Bei meinen Bankkarten trage ich auch immer einige solcher Bäcker-Karten mit mir herum. Und wenn ich dann wieder mal irgendwo einen Kaffee umsonst bekomme, kann ich mich darüber freuen wie ein kleines Kind über eine Tafel Schokolade.

Liebe Pflegekräfte,

wenn ihr mich einmal pflegt, bastelt mir bitte eine Stempelkarte. Jedesmal, wenn ihr mir einen Kaffee ausschenkt – zückt einen Stempel und drückt ihn auf die Karte. Und alle paar Tage sagt ihr dann mal: „Heute ist der Kaffe gratis, Herr Zeller.“ Es wird mir wohl ziemlich gleichgültig sein, ob er gratis ist oder nicht. Wichtig ist das Gefühl, erfolgreich gesammelt zu haben – und etwas dafür zu bekommen. Und bitte – nehmt es mir nicht übel, wenn ich – in Anlehnung an meine Kindheit – Bücher oder sonst etwas sammle.