Uli & die Demenz: Aufs Duschen kann ich verzichten

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Lustiges und Skurriles aus dem Alltag mit Menschen mit Demenz

Gemeinsam über etwas zu lachen kann ein Ausdruck von Wertschätzung sein. (Bild: pixabay.com)

Jeder, der mit dementen Menschen zu tun hat, kennt sie. Die neuen Worte, die kreiert werden und den Alltag bereichern. Frau Huber spricht von der „essbaren Platte“, wenn ihr der Begriff „Schnitzel“ nicht mehr einfällt. Der Teller wird bei Frau Brinkmann zum „runden Ding“ – und das Akkordeon bei Frau Krämer zum „Gerät zum Anziehen“. Eigentlich logisch. So eine Ziehharmonika hat ja Schultergurte, in die man hinein schlüpft wie in ein Hemd. Nicht zu vergessen Herr Groß, der eigentlich „Sodom & Gomorrha“ sagen wollte. Stattdessen sagte er: „Sodom & Monorrha.“

Mit dementen Menschen lachen

Wichtig finde ich, dass man nicht über demente Menschen lacht. Sondern mit ihnen. Mit der Zeit wird einem bewusst, was der Betroffene selber vielleicht nicht lustig finden würde. Übrigens: Die Zitate in dieser Kolumne habe ich verfremdet – und auch die Namen verändert.

„Ich habe mein Übergewicht verloren“

Frau Hansen zuckte zusammen, als plötzlich eine Altenpflegerin auftauchte. Dann verwechselte sie „das Gleichgewicht“ mit „dem Übergewicht“ und sagte: „Schwester. Sie haben mich so erschreckt. Da hätte ich fast mein Übergewicht verloren.“ Daraufhin erwiderte die Schwester, die wohl mit ihrem eigenen Körpergewicht nicht ganz zufrieden war: „Wenn ich dadurch mein Übergewicht verliere, dürfen Sie mich gern auch einmal erschrecken.“

„Der Topf ist schnell.“

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Herr Koch fragte mich einmal: „Sind Sie der neue Metzger?“ Frau Zehnder wurde während der Fußball-Weltmeisterschaft gefragt: „Gegen wen spielt die USA denn heute?“ Darauf antwortete sie: „Ich glaube, gegen Stuttgart.“ Und als Schwester Bettina nach dem Essen sagte: „Ich räume jetzt mal den Tisch ab“, erwiderte Frau Frischwind: „Ja, aber paß bloß auf. Der Topf ist schnell.“

Aufs Duschen verzichtet

Herr Fritz, leidenschaftlicher Raucher, war acht Tage im Krankenhaus. Wegen einer Lungenentzündung. Als er zurück ins Altenheim kam, fand er: „Jetzt habe ich eine Woche lang nicht geduscht und durfte eine Woche lang nicht rauchen. Naja, das mit dem Duschen ist ja nicht so schlimm…“

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