Alt, krank und allein

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Einsame Pflegebedürftige in Norddeutschland

Viele alte Menschen essen allein. (Foto: Fotolia)

Langeweile und Isolation – davon können viele Pflegebedürftige in Deutschland ein Lied singen. Vor allem in den nördlichen Bundesländern sind laut einer Studie der „Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege“ (ZQP) ambulante Pflegekräfte oft die einzigen „Gäste“ am Tag.

In Berlin fehlt es rund einem Drittel der Betroffenen an sozialen Kontakten, während in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern 20 beziehungsweise 15 Prozent der Altersschwachen auf sich selbst gestellt sind. Anders sieht es im Süden des Landes aus. Dort kümmern sich Familie, Nachbarn oder Freunde regelmäßiger um die Senioren.

Alleinstehende haben es schwerer

Bundesweite Unterschiede zeichnen sich ebenfalls ab, was die persönliche Versorgung ambulant Gepflegter angeht. Allen voran wünschen sich ältere Herrschaften aus Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zusätzliche Hilfe- und Pflegeleistungen. Deutschlandweit empfindet jeder Dritte so. Auffällig ist, dass primär Alleinlebende sich unzureichend versorgt fühlen. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der ZQP, ist sich dieser Problematik bewusst: „Da sich im vergangenen Jahrzehnt die Zahl der alleinlebenden Pflegebedürftigen verdoppelt hat, wird die Frage nach einer angemessenen Unterstützung dieser stark wachsenden Gruppe immer wichtiger. Hierbei können gerade auch ehrenamtliche Strukturen eine wichtige Rolle spielen.“

Seniorenbesuche als Lösungsansatz

Eine Form dieser Hilfe auf gemeinnütziger Basis können Besuchsdienste sein. Einen Weg aus der Einsamkeit bieten ehrenamtliche Mitarbeiter von Diakonie, Arbeiter-Samariter-Bunds und Malteser. Sie besuchen regelmäßig Senioren in ihren eigenen vier Wänden und leisten Gesellschaft.
Mit ihren ambulanten Pflegekräften sind die meisten der 880 Befragten zufrieden. Fast 50 Prozent fällt es leichter, soziale Beziehungen aufrechtzuerhalten seit der Pflegedienst für sie sorgt. Mehr als die Hälfte gibt außerdem zu, inzwischen mehr vom eigenen Leben zu haben.

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Jahrgang 1989, „Die Pflegebiblerin“ hat Medienwirtschaft in Stuttgart studiert, langjährige Jugendleiterin, lernte den Online-Journalismus bei ProSiebenSat.1 Digital kennen, arbeitete in einer Londoner Nachrichtenagentur, hat die besten Ideen beim Wandern und ist begeisterte Köchin. Ihr Lebensmotto: Wenn Plan A nicht funktioniert, bleiben noch 25 andere Buchstaben.

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