Kulturarbeit hält Senioren länger gesund

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Malen, Tanzen, Musizieren: Selbst Demente können mitmachen.

 

Kulturarbeit bringt Lebensqualität ins das Leben der Senioren. Es gibt auch spezielle Angebote für Demente. (Foto: Fotolia)

Kulturelle Bildung ist nicht nur wichtig für Kinder und Jugendliche. Auch Ältere sollten einen Zugang zu Kreativität und künstlerischem Schaffen bekommen. Senioren bleiben, das fand eine Langzeit-Studie in den USA heraus, durch Kulturarbeit länger gesund, klagen weniger über Einsamkeit und nehmen im Durchschnitt weniger Medikamente.

 Wunsch nach künstlerischem Selbstausdruck

Fällt das Berufsleben weg, bleibt der Wunsch nach künstlerischem Selbstausdruck und einer Aufgabe im Leben zurück. Senioren erleben im Rahmen von Tanzkurzen, Theaterworkshops oder im Kunstatelier wieder, Dinge selbst zu erschaffen und sich auszudrücken. Etwas erschaffen oder gestalten bewirkt, dass Ältere wieder einen Sinn in dem sehen, was sie tun.

 Soziales Umfeld schaffen, Freunde finden

Wer im Alter ein Instrument lernt, ins Museum geht oder Konzerte besucht, tut nicht nur etwas fürs Gehirn. Sondern auch für sein soziales Umfeld. Menschen, die Kultur schaffen, sind weniger allein. Denn sie treffen Gleichgesinnte, schließen Freundschaften, haben ein soziales Netz. Außerdem bietet ein kreatives Hobby immer frischen Gesprächsstoff, der auch die Brücke zwischen den Generationen schlagen kann.

 Mehr Selbstbewusstsein durch Kulturarbeit

Einen Kick für das Selbstbewusstsein bekommen Senioren vor allem dann, wenn sie ihre Ergebnisse präsentieren. Bei der Tanz- oder Theateraufführung oder der Vernissage bekommen Ältere einen Rückhalt, den sie lange nicht mehr gespürt haben. In unserer Gesellschaft ist das Thema Alter so negativ besetzt, dass sich Senioren meist weniger zutrauen, als sie können. Da kann der herzliche Applaus eines beeindruckten Publikums Balsam für die Seele sein.

 Bild vom Alter in der Gesellschaft ist negativ belegt

Kulturarbeit hilft außerdem, ein positives Bild von Alter und Altern zu vermitteln. „Die Gesellschaft kann dann sehen, was man in einem hohen Alter oder mit Demenz noch erlernen und schaffen kann. Wird alten Menschen positiv begegnet, steigt auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Fülle an kulturellen Angeboten für Senioren, sogar Demente

Angebote gibt es viele, nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Selbst für Menschen mit Demenz gibt es Projekte. Im Raum-D, dem Atelier für Menschen mit Demenz in Düsseldorf, finden dementiell Veränderte und ihre Angehörigen neue künstlerische Formen mit einander in Kontakt zu treten. Oder in Flensburg werden von der Alzheimer-Gesellschaft regelmäßig Veranstaltungen speziell für Demente und ihre Angehörigen angeboten. Auch von Seniorenheimen werden kulturelle Aktionen gefördert, so plant das Seniorenwohnen Grafenau aus Bayern regelmäßig Ausfahrten zu Konzerten oder Museen. Auch Konzertveranstaltungen, zu denen explizit Altersverwirrte eingeladen sind, erfreuen sich steigender Beliebtheit.

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Leila Haidar
Leila Haidar ist freie Wirtschaftsjournalistin aus Stuttgart. Sie ist für verschiedene überregionale Tageszeitungen tätig, schreibt für Fachmagazine und beschäftigt sich mit den verschiedensten Themen, darunter Personal, Industrie und Logistik.

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