Neue Kolumne: Uli & Die Demenz

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Uli Zeller schreibt für Pflegende und Angehörige

Will Pflegende und Angehörige unterstützen: Demenz-Experte Uli Zeller (Foto: Uli Zeller)

Ab Dezember gibt Buchautor Uli Zeller Pflegebibel-Lesern Tipps zum Leben mit Demenz. Wir stellen Ihnen den neuen Uli & Die Demenz – Kolumnist vor und verraten, was ihn antreibt.

Ein Leben der Demenz gewidmet

„Mein Thema ist Demenz“, beschreibt Uli Zeller seine Leidenschaft. Vor vier Monaten ist sein erstes Buch Frau Krause macht Pause erschienen. . Darin über 60 Andachten, Geschichten, Rätsel und Alltagsrituale für dementiell erkrankte Menschen. Jede einzelne hat der gelernte Krankenpfleger im Pflegeheim ausprobiert, mehrmals überarbeitet und wieder vorgelesen. Vor einem Publikum, in dem viele Menschen mit Demenz sitzen.

Arbeit im Pflegeheim weckt Interesse

Dass sich ein 39-Jähriger, der familiär nicht betroffen ist, so intensiv mit der Nervenkrankheit beschäftigt, mag untypisch wirken. Zeller begründet: „Ich bin da reingewachsen.“ Schon seine Mutter sei pflegerisch tätig gewesen. Durch die Ausbildung zum Krankenpfleger und die anschließende Arbeit im Pflegeheim habe er viele Demente kennengelernt, erklärt der Südbade. „Es hat mich sofort interessiert, ob ich Menschen mit Demenz noch etwas geben kann. Ob sie, das was ich ihnen sage, überhaupt aufnehmen.

„Was kann ich dementen Personen geben?“

Buchcover (Foto: Brunnen-Verlag)

Dieser Frage widmete Zeller, der nach der Ausbildung erst Vollzeit dann berufsbegleitend Theologie studierte, schließlich seine Masterarbeit. Akribisch untersuchte er Situationen der Seelsorge auf gleichbleibende und wechselnde Parameter. Warum spricht Frau Maier das Vater Unser manchmal mit und manchmal scheint sie es kaum zu hören? Welche Faktoren steigern ihre Aufmerksamkeit? Zeller wertete über 100 solcher Alltagssituationen aus.

Sein Ergebnis: „Ja, Menschen mit Demenz profitieren von einer auf sie zugeschnittenen Ansprache.“ Augenkontakt suchen, berühren, mit Namen ansprechen – so hält Zeller sein Publikum interessiert.

Alltägliches macht glücklich

Zwischen zwei und acht Minuten dauern seine Impulse. „Je nachdem, wie weit die Demenz fortgeschritten ist.“ Im Fokus stehen Redensarten wie Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, Bibelverse oder Alltagsepisoden. „In einer Geschichte sucht eine Frau die verlorene Socke in der Waschmaschine“, gibt der Baden-Württemberger ein Beispiel. Situationen, welche jeder Zuhörer kennt. Das weckt Erinnerungen. Besonders wenn ein Gegenstand oder eine Aktivität einbezogen ist. Etwa gemeinsames Socken-Zusammenlegen.

Uli & Die Demenz: Angehörige besser informieren

Zeller arbeitet inzwischen als Betreuungskraft in einem Pflegeheim in Singen. In seiner Kolumne Uli & Die Demenz will er sein Wissen mit betroffenen Familien teilen: „Häuslich Pflegende bekommen oft zu wenig Informationen darüber, wie sie den Alltag mit den Pflegebedürftigen gestalten können.“ Ab Dezember gibt der Experte auf www.die-pflegebibel.de Tipps für Pflegende, berichtet von Erlebnissen mit Demenz und geht auf viel gestellte Fragen ein. Los geht’s mit einem Adventskalender.

Drei Tipps für Geschichtenerzähler
1.
Sprechen Sie Ihr Gegenüber namentlich an
2. Suchen Sie immer wieder Augenkontakt
3. Nehmen Sie Bezug auf alltägliche Situationen, wie Wäsche zusammenlegen, den Hund füttern oder ein Fußballspiel sehen.

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Jahrgang 1989, „Die Pflegebiblerin“ hat Medienwirtschaft in Stuttgart studiert, langjährige Jugendleiterin, lernte den Online-Journalismus bei ProSiebenSat.1 Digital kennen, arbeitete in einer Londoner Nachrichtenagentur, hat die besten Ideen beim Wandern und ist begeisterte Köchin. Ihr Lebensmotto: Wenn Plan A nicht funktioniert, bleiben noch 25 andere Buchstaben.

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